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	<title>Energieverluste: Die industrielle Muskelatrophie Archive - Manuscriptum</title>
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	<title>Energieverluste: Die industrielle Muskelatrophie Archive - Manuscriptum</title>
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		<title>Merkels Minsker Murks. Wie die grüne Energiewende die Rußlandpolitik bestimmte.</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/merkels-minsker-murks-wie-die-gruene-energiewende-die-russlandpolitik-bestimmte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2022 08:43:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energieverluste: Die industrielle Muskelatrophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von Gérard Bökenkamp. In der Zeit der rot-grünen Koalition zwischen 1998 und 2005 betrieben die Grünen den deutschen Atomausstieg, und in den Jahren der Opposition &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/merkels-minsker-murks-wie-die-gruene-energiewende-die-russlandpolitik-bestimmte/">Merkels Minsker Murks. Wie die grüne Energiewende die Rußlandpolitik bestimmte.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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<p>von <em>Gérard Bökenkamp</em>.</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2022/09/msg711882526-23459-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2366" width="384" height="512" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2022/09/msg711882526-23459-768x1024.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2022/09/msg711882526-23459-225x300.jpg 225w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2022/09/msg711882526-23459.jpg 960w" sizes="(max-width: 384px) 100vw, 384px" /></figure></div>



<p><em>In der Zeit der rot-grünen Koalition zwischen 1998 und 2005 betrieben die Grünen den deutschen Atomausstieg, und in den Jahren der Opposition zwischen 2005 und 2021 waren sie die Speerspitze der Klimapolitik sowie des Ausstiegs aus der Kohleverstromung. Diese Politik hat die vielbeklagte „Abhängigkeit“ von russischem Erdgas bzw. von den Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 überhaupt erst geschaffen. Darüber hinaus legt sich das Führungsduo aus Robert Habeck und Annalena Baerbock auf einen dezidiert anti-russischen und pro-ukrainischen Kurs fest. In diesem Widerspruch bewegte sich allerdings auch schon der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, der einerseits zu den Wortführern einer harten Linie gegen Moskau gehörte und gleichzeitig zu den Vorreitern der grünen Energiewende in der CDU. Der Transatlantiker Friedrich Merz wiederum will sich mit dem Festhalten an der Kernkraft aus der energiepolitischen Zwickmühle befreien. Eine strategisch-geopolitische Idee, die über derart kurzfristige Erwägungen hinausginge, hatte und hat allerdings niemand aus den Reihen unseres politischen Führungspersonals zu bieten.</em></p>



<p>Das Jahr 2000 war für die deutsche Energieversorgung und das deutsch-russische Verhältnis ein entscheidendes Datum. Damals wurde die „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen vom 14. Juni 2000“ geschlossen, der „Atomkompromiß“. Am selben Tag traf der russische Präsident Wladimir Putin zu seinem ersten Staatsbesuch in Deutschland ein. Zu Beginn des Jahres hatte sein Vorgänger Boris Jelzin seinen Rücktritt erklärt und den Weg für den früheren KGB-Mann und Premierminister an die Spitze der Russischen Föderation frei gemacht. Nur sechs Wochen nach der russischen Präsidentschaftswahl betrat der neue Herr im Kreml deutschen Boden.</p>



<p>In demselben Maße, wie Deutschland seinen Energiemix aus Kernkraft und Kohle abwickelte, wuchs die politische Bedeutung Moskaus für die Bundesrepublik. Gerhard Schröder war das von Anfang an klar. Während die Grünen den Atomausstieg als Erfolg verbuchten, sich aber für die Konsequenzen nicht interessierten, machte der Industrie-Mann Schröder das Verhältnis zu Rußland zur Chefsache. Während der grüne Außenminister Joschka Fischer sich um Europa, Amerika und den Nahen Osten kümmerte, machte sich Schröder daran, mit Hilfe des Kreml die Energielücke zu schließen. Schon damals zeigte sich der Zusammenhang von „grüner“ Energiepolitik und enger deutsch-russischer Kooperation. Schon damals duckten sich die Grünen weg, wenn es um die außenpolitischen Konsequenzen der von ihnen betriebenen Energiepolitik ging. Immerhin, könnte man aus heutiger Sicht sagen.</p>



<p>Deutschland schlug einen nationalen Sonderweg ein, dem kein anderes Land der Welt folgen sollte: gleichzeitiger Ausstieg aus Kernkraft und Kohleverstromung. Angela Merkel war mit dem Versprechen angetreten, den rot-grünen Blindflug zu korrigieren. Im CDU-Wahlprogramm von 2009 hieß es: „Die Kernenergie ist ein vorerst unverzichtbarer Teil in einem ausgewogenen Energiemix.“ &nbsp;Im Herbst 2010 beschloß die CDU/CSU-FDP Regierung die Laufzeitverlängerung. Dieser Beschluß hielt jedoch nur wenige Monate. Die durch eine Naturkatastrohe entstandenen Schäden an dem neuntausend Kilometer entfernten Kernkraftwerk Fukushima brachten in Baden-Württemberg die Grünen an die Macht und bewegten Angela Merkel zu ihrer urplötzlichen 180-Grad-Wende. Statt aus dem Ausstieg auszusteigen, wurde er beschleunigt.</p>



<p>&nbsp;Zur Zeit des Schröderschen Atomkompromisses hatte die Kernkraft noch 30 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gedeckt. Als Union und FDP im Jahr 2009 ihren Koalitionsvertrag unterschrieben, waren es immerhin noch 22 Prozent. Nach Merkels übereiltem Atomausstieg ging dieser Anteil bis zum Beginn des Ukrainekrieges auf elf Prozent zurück. Möglich war das nur, weil noch im November 2011, wenige Monate, nachdem der Atomausstieg beschlossen worden war, die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 in Betrieb zu nehmen. Die Abkehr von der Atomkraft war nur im Einvernehmen mit Rußland möglich.</p>



<p>Der fortschreitende Ausstieg aus der Kernkraft führt kurzzeitig zu einer Renaissance der Kohleverstromung, denn zunächst galt der Ausstieg aus beiden Energiequellen noch als illusorisch. Im Sommer 2018 gründete sich jedoch die die Bewegung „Fridays for Future“, und die Bundesregierung setzte eine Kommission ein, die einen Plan für den Ausstieg aus der Kohle erarbeiten sollte. &nbsp;Ebenfalls zu dieser Zeit begannen die Offshore-Arbeiten an dem Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Damit entstand binnen eines Jahrzehnts eine ganz auf Rußland ausgerichtete Energieversorgung. Die Energiepolitik bestimmte seitdem zwangsläufig auch Deutschlands Haltung im Ukraine-Konflikt.</p>



<p>Zwischen den beschleunigten Atomausstieg im Sommer 2011 und das Ende der Kohleverstromung im Sommer 2018 fallen der Beginn des Ukraine-Konfliktes im Jahr 2014 und die sogenannten Minsker Abkommen I &amp; II: Angela Merkel mußte den Ukraine-Konflikt kurzfristig beruhigen, damit die Schwächen der „dümmsten Energiepolitik der Welt“ <em>(Wall Street Journal) </em>nicht offensichtlich wurden. Wäre der Konflikt schon damals eskaliert, wären Atom- und Kohleausstieg nicht möglich gewesen. „Minsk“ sollte vor allem die deutsche Energiewende absichern.</p>



<p>Natürlich barg der Ukraine-Konflikt von Anfang an ein erhebliches Eskalationspotential. Zum einen handelt es sich um einen Identitätskonflikt, in dem die russische Vorstellung von einer Schicksalsgemeinschaft zwischen Rußland und der Ukraine mit dem ukrainischen Nationalismus kollidieren, der sich gerade aus der Abgrenzung von Rußland speist. Zum anderen kollidierte die geopolitische Strategie der USA aus Nation Building und globaler Innenpolitik, die insbesondere von den US-Demokraten betrieben wurde, mit dem russischen Anspruch auf eine geopolitische Einflußsphäre im postsowjetischen Raum, oft als „nahes Ausland“ oder „russische Welt“ bezeichnet. Deutschland hätte sich entweder energiepolitisch von diesem Konfliktherd entkoppeln können, indem es auf Kernkraft und einheimische Kohle setzte, oder selbst zum geopolitischen Akteur werden müssen, um zu einer Sicherheitsarchitektur zu gelangen, die den Konflikt entschärfte und die Energieversorgung Deutschlands sicherstellte. Konnte oder wollte Deutschland diesen Weg nicht gehen?</p>



<p>Konstruktive Ansätze waren mit den Minsker Vereinbarungen durchaus gegeben: Erhalt der Ukraine als souveräner Staat bei gleichzeitiger Dezentralisierung des Staatsaufbaus sowie Autonomieregelungen für die russisch geprägten Landesteile im Osten. Dafür hätte das Abkommen aber in eine klare völkerrechtliche Form gegossen werden müssen, und das ist nicht geschehen. Darum war die Euphorie, mit der Merkel in den Himmel gelobt wurde, kaum gerechtfertigt.&nbsp; Der CDU-Bundestagsabgeordneten Karl-Georg Wellmann erklärte in der <em>Bild am Sonntag</em> sogar: „Wenn daraus ein nachhaltiger Frieden entsteht, wäre der Friedensnobelpreis für diese Leistung ein logischer Schritt.“</p>



<p>Wären die Minsker Vereinbarungen tatsächlich umgesetzt worden, wäre das zweifellos eine außerordentliche politische Leistung gewesen. Tatsächlich aber zeigte sich einmal mehr Merkels Hang, als Ersatz für dauerhaft tragfähige Lösungen die Probleme durch Flickschusterei in die Zukunft zu verschieben. Die Minsker Vereinbarungen wurden mit heißer Nadel gestrickt und sollten Moskau besänftigen, indem die russischen Forderungen in weiten Teilen übernommen wurden, ohne dabei Druck auf die Ukraine auszuüben. Zu diesem Zweck blieb der völkerrechtliche Status der Abkommen mit Bedacht unklar.</p>



<p>Für Rußland waren die Minsker Vereinbaren völkerrechtlich bindende Verträge, während die Ukraine darin nur einen „politischen Prozess“ sah – um die Vorgaben schlicht zu ignorieren. Im Gegenzug brandmarkte Moskau die Haltung der Ukraine als Bruch eines völkerrechtlichen Vertrages, was wiederum die eigene Interventionspolitik rechtfertigen sollte. Und die „Garantiemacht“ Deutschland tat nichts, um die Unklarheit aufzulösen. Auf eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion antwortete die Bundesregierung im August 2021, daß es sich um einen „verbindlichen Plan“ handele, was beide Interpretationen zuließ. Um den Frieden zu sichern, wäre ein als verbindlich akzeptierter völkerrechtlicher Vertrag nötig gewesen, vergleichbar mit den Ostverträgen, welche die Regierung Brandt geschlossen hatte. Bei den Minsker Vereinbarungen ist dagegen sogar umstritten, ob seine Unterzeichner überhaupt befugt waren, ihre Regierungen zu vertreten.</p>



<p>Gemessen an den Ostverträgen der sozialliberalen Koalition sowie der Sorgfalt, mit der Willy Brandt und Egon Bahr damals zu Werke gingen und um jede einzelne Formulierung rangen, wird Merkels Minsker Murks besonders augenfällig. Die Eskalation sollte nicht verhindert, sondern auf die Zeit nach Merkels Kanzlerschaft verschoben werden. Das verbindet „Minsk“ mit der Eurorettung, dem „Flüchtlingsdeal“ mit der Türkei und eben der Energiewende, die allesamt den Keim langfristigen Scheiterns in sich trugen.&nbsp; Es war nur eine Frage der Zeit, wann der Bluff auffliegen würde.</p>



<p>Ohne russisches Erdgas keine deutsche Energiewende, ohne Energiewende keine Beschwichtigung der radikalen Klimabewegung. Ohne Beschwichtigung der Klimabewegung keine „asymmetrische Demobilisierung“, auf der Merkels „Erfolg“ einer sechzehn Jahre lang ziemlich unangefochtenen Kanzlerschaft beruhte. Für die deutsche Rußlandpolitik galt einmal mehr der Primat der Innenpolitik. Es ist Merkel einigermaßen gelungen, die Lecks im Staatsschiff so abzudichten, sodaß es erst sinken würde, wenn sie selbst nicht mehr auf der Brücke stehen würde. Nur wenige Monate haben die Vereinbarungen und die deutsche Energiepolitik ihren Abschied überlebt. Der Grundwiderspruch der grünen Politik ist unter dem Einfluß von Habeck und Baerbock inzwischen zu einem Dilemma der deutschen Politik geworden: Die grüne Energiewende, der neue heilige Gral, ist ohne das Gas aus dem mit Sanktionen belegten Rußland nicht möglich. Diese Zwickmühle hat die Ampel-Regierung nicht nur nicht behoben; mit dem Festhalten an Energiewende, Atomausstieg, Sanktionen gegen Rußland und Waffenlieferungen an die Ukraine treibt sie das Problem auf die Spitze. Wenn sich in den kommenden Monaten die Energiekrise massiv verschärft, wird sich zeigen, welch hohen Preis die Deutschen für die Illusionen der grünen Politik zu zahlen haben.</p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/epochenwechsel.html"><img decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2022/09/Sieferle-Epochenwechsel-722x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2371 size-full"/></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h2 class="wp-block-heading">Rolf Peter Sieferle: Epochenwechsel</h2>



<p>Die Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert.</p>



<p>Band 1 der Werkausgabe: Rolf Peter Sieferles politisches Hauptwerk in einer vom Autor bearbeiteten, unveröffentlichten Fassung.</p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/jenseits-des-scheitelpunkts.html"><img decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2022/09/Heinberg-Jenseits-681x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2373 size-full"/></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h2 class="wp-block-heading">Richard Heinberg: Jenseits des Scheitelpunkts</h2>



<p>Richard Heinberg, einer der weltweit renommiertesten Autoren zum Thema „Peak Oil“, wendet sich einem der grundlegendsten Probleme der Menschheit zu – der fast völligen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der Erschöpfung der wichtigsten lebensnotwendigen Ressourcen. Er läßt keinen Zweifel daran, daß es bei der Lösung dieser Probleme um Sein oder Nichtsein der Menschheit geht. Seine Diagnosen und seine Vorschläge erschüttern unsere gewohnte Lebensform, die davon ausgeht, daß alles jederzeit für jedermann in beliebiger Menge möglichst billig verfügbar ist. Ohne grundlegende Wende im Denken und Handeln, die auch schmerzhafte Einschnitte und Verzicht einschließt, kann es keine Zukunft geben.</p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/das-ende-des-wachstums-alte-konzepte-neue-realitaeten.html"><img decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2022/09/Heinberg-Ende-des-Wachstums-677x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2372 size-full"/></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h2 class="wp-block-heading">Richard Heinberg: Das Ende des Wachstums. Alte Konzepte &#8211; neue Realitäten</h2>



<p>Endlicher Planet – unendliches Wachstum?</p>



<p>Schonungsloser kann eine Epochendiagnose nicht sein: Ihre Kernaussage lautet: Mit dem Wirtschaftswachstum, wie wir es kennen, ist es aus und vorbei. Was für ein Frevel in einer Epoche, die nur eines zur Zukunftsbewältigung kennt – Wachstum!<br>Als Belege für seine Aussage nennt Heinberg drei Hauptursachen, die er ausführlich und in all ihren Verzweigungen zwingend diskutiert:</p>



<p>&#8211; Die Erschöpfung lebenswichtiger Ressourcen;<br>&#8211; die Zunahme negativer ökologischer Auswirkungen der Ausbeutung und Nutzung von Ressourcen und die daraus resultierenden Folgekosten;<br>&#8211; die Verwerfungen des Weltfinanzsystems, das nicht in der Lage ist, auf diese Entwicklungen angemessen zu reagieren, sondern sie eher noch verschärft.</p>



<p></p>



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<p></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Blindflug</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/blindflug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jan 2021 13:20:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energieverluste: Die industrielle Muskelatrophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von James Howard Kunstler vom 27. Januar 2021. Auf dem Fahrersitz haben derzeit sich Ereignisse platziert, keine Persönlichkeiten. Gil Scott-Heron hatte damals Recht, als er &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/blindflug/">Blindflug</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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<h5 class="wp-block-heading">von James Howard Kunstler vom 27. Januar 2021.</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="678" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/01/mall-destroyed-1024x678.jpeg" alt="" class="wp-image-1807" style="width:485px;height:320px" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/01/mall-destroyed-1024x678.jpeg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/01/mall-destroyed-300x199.jpeg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/01/mall-destroyed-768x509.jpeg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/01/mall-destroyed.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></div>


<p>Auf dem Fahrersitz haben derzeit sich Ereignisse platziert, keine Persönlichkeiten. Gil Scott-Heron hatte damals Recht, als er sagte: &#8222;Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen.&#8220; Allerdings entpuppt sich das, was er &#8222;Revolution&#8220; nannte, heute als Zusammenbruch, orchestriert vom zerfallenden Nachrichtengeschäft, so dass die Menschen in diesem Land blind in einen Strudel der Not geraten. Es geht gerade alles den Bach runter, nur Sie wissen es womöglich noch nicht.</p>



<p>Wenn Sie glauben, wir nähern uns einem transhumanen Nirvana aus technisch unterstützten Langzeitorgasmen, sozialer Gerechtigkeit und garantiertem Grundeinkommen, werden Sie eine Enttäuschung erleben. Was uns bevorsteht, ist eine neo-mittelalterliche Auszeit von all dem Techno-Pomp der letzten Jahrzehnte. Das mag nicht so schlimm sein, wie Sie nun vielleicht denken. Das Projekt Menschheit wird wahrscheinlich noch länger auf einem niederen Niveau fortgesetzt, allerdings ohne die meisten Annehmlichkeiten, die wir bisher gewohnt waren und mit sehr unterschiedlichen sozialen Gewichtungen. Sie können nun Ihre Energie damit verschwenden, die Hände zu ringen und zu jammern, oder aber Ihren Mut zusammennehmen und dorthin gehen, wohin uns die Geschichte führt, und aus all dem das Beste machen.</p>



<p>Die alte Wirtschaft ist zerstört. Viele Amerikaner wissen es bereits, da sie ihre Geschäfte und ihren Lebensunterhalt verloren haben. Was es früher einmal gab, kommt nicht mehr wieder. Aber es wird immer Möglichkeiten geben, sich nützlich zu machen, um Dinge und Dienstleistungen anzubieten, die andere Menschen brauchen, jedoch nicht innerhalb des bröckelnden Skeletts einer Wirtschaft, wie wir sie gerade zurücklassen. Es werden noch viele Trümmer übrig sein, die beiseite geräumt werden müssen, insbesondere der ganze Mist, den wir in unsere Landschaft gesetzt haben.</p>



<p>Ein Geschäft, in das Sie nun schon einsteigen könnten, ist eine Bergungsindustrie, in der die wiederverwendbaren Komponenten all dieses Mülls aussortiert werden – die Stahlträger, die Aluminiumbinder und -flügel, Flachglas, Betonblöcke, Kupfer- und PVC-Rohre sowie auf Fläche geschnittenes Holz. Viele dieser Dinge werden wir einfach nicht mehr herstellen, schon gar nicht im früheren Maßstab. Denken Sie nur an die Bestandteile all der Einkaufszentren, die ihrer Zerlegung harren.</p>



<p>Der Anbau und die Vermarktung von Lebensmitteln wird das Wichtigste werden. Der arme Bill Gates, verwirrt von seinem Vermögen, hat etwa eine Viertelmillion Morgen Ackerland aufgekauft. Seine Grandezza lässt ihn glauben, dass er die Landwirtschaft im großen Stil organisieren könne – als eine Art Walmart für Mais und Rüben. Nichts könnte weiter vom eigentlichen Trend entfernt sein: der geht in Richtung einer Verkleinerung der gesamten Landwirtschaft und der Versorgungskanäle, die von ihnen bedient werden. Der arme Bill scheint nicht zu begreifen, dass die auf Öl und Gas basierenden „Inputs“ (Düngemittel, Pestizide) nicht länger für ihn da sein werden, und auch keine millionenschweren dieselbetriebenen Mähdrescher. Oder die Transport-Industrie. Er könnte Besseres für die Menschheit tun, wenn er auf das Maultier-Business umsattelte. (Wird er aber nicht, es ist nicht effekthascherisch genug.)</p>



<p>Der Übergang von dem alten riesigen Agrar-Business-Modell der Landwirtschaft zu dem neu entstehenden System kleiner landwirtschaftlicher Betriebe, die auf nur menschlicher und tierischer Arbeit beruhen, wird in der Anfangszeit mühsam und ungeordnet sein. Ziemlich viele Leute werden auf ziemlich viele Mahlzeiten verzichten müssen, und Sie wissen, was das bedeutet. Auf einem Bauernhof zu arbeiten, wird eine wichtige Möglichkeit werden, um sicherzustellen, dass Sie genug zu essen bekommen. Denken Sie aber auch an alle Unternehmen, die auf lokaler Ebene von Grund auf neu gegründet werden müssen, um die landwirtschaftliche Logistik zu bedienen. In den Supermärkten sind bereits heute viele Lebensmittel nicht verfügbar. Das wird in dem anstehenden Chaos von 2021 noch offensichtlicher werden. Wenn die Lebensmittellieferungen in die Supermärkte wirklich einbrechen, wird seitens der Erzeuger nicht mehr nur über Lattes und Mandelcroissants palavert werden.</p>



<p>Denen, die vielleicht nicht aufgepasst haben, muß gesagt werden, daß Covid-19 die Überreste des Bildungswesens zerstört hat, insbesondere das öffentliche Schulsystem. Es lag aber bereits im Sterben und wartete nur auf den letzten Einschlag, war schon reduziert auf Lehrer-Jobs für Rentner. In Zukunft wird das Geld nicht mehr da sein, um diese riesigen zentralisierten Schulen und ihre gelben Busse zu betreiben (während die Renten gezahlt werden). Das Virus hat genau die Art von Home-Schooling-Herden-System (mit der Zusammenlegung mehrerer Familien) losgetreten, das für jene, die es beibehalten wollen, in kleine Schulen umstrukturiert werden kann. Die anderen, die es nicht wollen, können fortan ihren Zukunftsweg beschreiten, ohne lesen oder rechnen zu können. Wir werden endlich einen guten Test bekommen für die Hypothese des <em>Edlen Wilden</em>. Was die Hochschulen und Universitäten betrifft, so sind ihre Geschäftsmodelle hinüber. Man wird sie herunterfahren und schließen, so weit das Auge reicht. Was von ihnen übrig bleibt, wird eher Mädchenpensionaten für neo-mittelalterliche Herrchen und Dämchen ähneln – Ach, und übrigens wird die Unterscheidung zwischen Männern und Frauen wieder in ihr altes Recht gesetzt werden. Warum? Weil die Realität es fordert. Für ehemalige Professoren der <em>Intersektionalität</em> wird es jede Menge Arbeit auf den Getreidefeldern geben.</p>



<p>Ein zentrales Thema meines Buchs <em>The Long Emergency</em> ist, dass die Regierung mit zunehmender Verschärfung unserer vielfältigen Krisen zunehmend machtlos und ineffektiv wird. Ist Joe Biden in diesem Schauspiel nicht die perfekte Marionette. In seiner ersten Bürowoche konzentriert er sich auf Gesetzesänderungen zugunsten von Transsexuellen, also etwa 0,42 Prozent der Bevölkerung. Wenn der Applaus erstmal nachlässt, wird er sich auf nichts stützen können, um die Leute dahingehend zu orientieren, was sie nun tun und wohin sie gehen müssen.</p>



<p>In der Zwischenzeit erhalten wir einen spannenden Schauprozess: Donald Trumps Amtsenthebung im Senat. Keine gute Idee. Mr. Trump würde sich natürlich verteidigen können. Was ist, wenn seine Anwälte solide Beweise dafür vorlegen, dass der Übergriff auf das Kapitol tatsächlich von Antifa- und BLM-Kadern eingeleitet wurde? Könnte passieren. Und was wäre, wenn die Demokratische Partei ihnen bei der Organisation der ganzen Sache assistiert hätte? Welche Daten mögen sich wohl auf Nancy Pelosis stibitztem Laptop befinden?</p>



<p>Präsident Joe B. ist möglicherweise schon in einem Monat nicht mehr im Amt. Richterin Amy Coney Barrett wird in Kürze über die Klage gegen den Bundesstaat Wisconsin entscheiden, weil dieser bei der Änderung seiner Abstimmungsregeln gesetzliche Hürden umgangen hatte. Im Gegensatz zu so vielen anderen Fällen, die aus verfahrensrechtlichen Gründen abgewiesen wurden, besteht diesmal eine ziemlich gute Chance, dass die Klage durchkommt, und das Ergebnis könnte dazu führen, dass die US-Wahl vom letzten November für nichtig erklärt wird und Joe Biden wieder gehen darf. Das würde dann eine ganz neue politische Krise auslösen, zusätzlich zum Niedergang der Wirtschaft. Weder für die eine noch das andere gibt es Gebrauchsanleitungen.</p>



<p></p>



<p>Wir danken James Howard Kunstler für die Genehmigung zur Veröffentlichung. <a href="https://kunstler.com/clusterfuck-nation/flying-blind/">Hier geht es zum Originalbeitrag</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/blindflug/">Blindflug</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Geschlecht – eine der letzten Bastionen der Realität</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/geschlecht-eine-der-letzten-bastionen-der-realitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2020 12:25:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energieverluste: Die industrielle Muskelatrophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Gespräch mit Dr. Bettina Gruber von Felix Menzel. Obwohl sich das neue, aus der Gender-Theorie hervorgegangene Geschlechterregime tolerant, weltoffen und divers präsentiert, bringt es &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/geschlecht-eine-der-letzten-bastionen-der-realitaet/">Geschlecht – eine der letzten Bastionen der Realität</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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<h5 class="wp-block-heading">Ein Gespräch mit Dr. Bettina Gruber von Felix Menzel.</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/12/bettina-gruber.jpg" alt="" class="wp-image-1599" width="600" height="450" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/12/bettina-gruber.jpg 800w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/12/bettina-gruber-300x225.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/12/bettina-gruber-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure></div>



<p>Obwohl sich das neue, aus der Gender-Theorie hervorgegangene Geschlechterregime tolerant, weltoffen und divers präsentiert, bringt es einen immer stärkeren Bekenntniszwang hervor, beklagt die Literaturwissenschaftlerin Bettina Gruber. Über diesen neuen Rollendruck, die Illusionen der Emanzipation sowie die „fulminante Erfolgsgeschichte“ des Zusammenlebens von Männern und Frauen haben wir mit ihr gesprochen.</p>



<p><strong>Manuscriptum: Sehr geehrte Frau Gruber, Ihr neues Buch heißt </strong><a href="https://www.manuscriptum.de/leben-unterm-regenbogen.html"><strong>„Leben unterm Regenbogen“</strong></a><strong>. Wie konnte es passieren, dass dieses urchristliche und mythologisch bedeutsame Symbol umgedeutet wurde zum Banner der LGBT-Bewegung?</strong></p>



<p><em>Dr. Bettina Gruber:</em> Zunächst einmal hat es als das Symbol der Versöhnung zwischen Gott und den Menschen, das es in der biblischen Erzählung von der Arche Noah darstellt, nur mehr Bedeutung für die christlichen oder zumindest christlich sozialisierten Teile der Bevölkerung. Diese gehen in westlichen Gesellschaften zahlenmäßig zurück und können daher auch die Symbolsprache nicht mehr mit der früheren Selbstverständlichkeit prägen.</p>



<p>Symbole und Metaphern werden daher freigesetzt, um mit anderen Bedeutungen aufgefüllt zu werden. Der Regenbogen ist, wie Sie treffend bemerken, ein bedeutsames Symbol und eine Neu- oder Parallelbesetzung war daher naheliegend. Sie erfolgte in diesem Fall nicht zufällig Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts und in den Vereinigten Staaten.</p>



<p>Zu diesem Zeitpunkt hatte sich erstens die kulturrevolutionäre Bewegung der 60er Jahre bereits erfolgreich etabliert; zweitens damit eine Idee der Vielfalt, die durch die damals seit etwa 20 Jahren zunehmende außereuropäische Einwanderung für die USA an Plausibilität gewinnt, was dann auch für den sexuellen Bereich gilt.</p>



<p>Die Regenbogenflagge ist vielleicht das unmittelbar einleuchtendste Symbol dafür – die Buntheit der verschiedenen Farben als Verbildlichung von Vielfalt versteht jeder. Das ist eine strategisch sehr geglückte Umbesetzung, denn der Regenbogen ist freundlich, ansprechend und wirkt wie ein ideal inklusives Versprechen: alle dürfen an allem teilhaben. Das deckt klassisch egalitaristische Wünsche ebenso ab wie die postmoderne Vorliebe für „Differenz“&nbsp; – und da Teilhabe natürlich auch als Teilhabe am Konsum gedacht ist, ist es auch mit dem Wirtschaftssystem hervorragend kompatibel.</p>



<p>Anders wäre der Erfolg auch nicht denkbar gewesen. Großfirmen und Konzerne haben sich die Flagge mit den leuchtenden Streifen längst zu eigen gemacht. Es gibt einen wahren Wettlauf darum, wer sich überzeugender mit der LGBTQ-Community solidarisiert. Aktivisten haben sich sogar schon darüber mokiert, dass ihnen die Werbung zu viel würde. Ich habe das in einem ausführlichen Kapitel beschrieben. Wie immer man das findet, es stellt einen Sachverhalt klar: Wenn von Diskriminierung die Rede sein kann, dann von positiver.&nbsp; &nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>In der öffentlichen Wahrnehmung kämpft die LGBT-Bewegung für sexuelle Vielfalt, wogegen schwer etwas einzuwenden ist. Sie indes behaupten, das neue Geschlechterregime entwickle einen massiven Rollendruck. Wie kommen Sie dazu?</strong></p>



<p>„Befreiung“ und „Vielfalt“ sind irreführende Schlagworte. Es geht nämlich längst nicht mehr um die „Befreiung“ von was und wem auch immer, und auch um Vielfalt geht es nicht – in den westlichen Staaten kann ohnehin jeglicher sexueller Präferenz gefrönt werden und diese diversen Präferenzen finden auch wohlwollende Anerkennung. Wo rechtliche Schranken bestehen, wie etwa bei Inzest und Pädophilie, gibt es dafür gute Gründe.</p>



<p>Aber zum Rollendruck: Die Vorstellung, hier würde von einem restriktiven Geschlechtsrollendruck befreit, ist eine Illusion. Gesellschaften ohne Rollendruck gibt es nicht – die Gesellschaft stellt ihre Erwartungen an das Individuum ja nicht ein, sie <em>verändert</em> sie bloß. Und diese Veränderungen laufen nicht auf Entlastungen hinaus: Mit der Emanzipationsbewegung hatte sich zunächst der Druck auf die Frau, in allen Sätteln gerecht zu sein, erhöht. Das ist mehrfach bemerkt worden, hier kann man aber noch von einer Entwicklung sprechen, in der auch Gewinne zu verzeichnen sind. Wie immer wachsen Freiheitsgrade und Abhängigkeiten parallel.</p>



<p>Mit dem Aufkommen von Gender-Theorie und vermehrt mit dem Gender-Mainstreaming, treten aber massive neue Belastungen hinzu. Es werden widersprüchliche Ansprüche an beide Geschlechter gestellt: Früher mussten Heranwachsende sich mit ihrer Geschlechtsrolle auseinandersetzen, heute wird einerseits aggressiv gefordert, dass sie diese Rollen zu überwinden hätten (Wieso eigentlich? Wer sagt das?), also dass Mädchen aggressive (als männlich konnotierte) und Burschen weiche „weibliche“ Elemente in sich entwickeln sollten. Gleichzeitig wird wiederum behauptet, dass es überhaupt keine Eigenschaften gäbe, die sich den Geschlechtern zuordnen ließen.</p>



<p>Diese Widersprüche sind kräftezehrend und belastend. Heranwachsende müssen sich jetzt in einer nicht nur viel komplexeren, sondern nun auch widersprüchlichen Rolle bewähren und sind gleichzeitig damit konfrontiert, dass sie eines der wenigen Dinge, die für die weitaus meisten Menschen feststehen, nämlich ihr Geschlecht auch noch auswählen, bzw. selbst erfinden müssen. Wie belastend das ist, zeigt sich an der wachsenden Zahl von Jugendlichen (in England und den USA auch Kindern), die sich als Transgender wahrnehmen oder so eingeordnet werden – mit dem Resultat, dass sie lebenslangen Hormontherapien und ggf. auch Operationen ausgesetzt sind.</p>



<p>Sogenannte De-Transitioner, also Menschen, die zu ihrem natürlichen Geschlecht zurückkehren möchten, stehen unter Umständen vor den Trümmern ihres Lebens. Von Translobbyisten werden diese Menschen übrigens häufig gemobbt. Man muss der Vollständigkeit halber dazusagen, dass es auch Transaktivisten gibt, die sich unter großem Einsatz und erheblichen Anfeindungen gegen die Praxis des „transens“ von Kindern und Jugendlichen engagieren. All das ist nicht heiter und hat mit einer freien Wählbarkeit des Geschlechts ohne alle Kosten nichts zu tun.</p>



<p>Apropos Kosten – es ist klar, dass Interessengruppen aus Medizin und Pharmaindustrie von dieser Ideologie profitieren, und zwar massiv. Dass sie sich allerdings überhaupt entwickeln konnte, ist Ergebnis einer bestimmten Vorstellung vom Selbst, die sich im letzten Vierteljahrtausend in Europa herausgebildet hat und in anderen Kulturen keine Entsprechung finden dürfte. Der Zwang, sich als originelles Individuum zu präsentieren, resultiert in einer Haltung, die ich „Sakralisierung der Abweichung“ genannt habe – und zum bevorzugten Feld dieser Abweichung sind eben Sexualität und Geschlecht geworden. Diese historisch weiter gespannte Perspektive hat mich fasziniert. &nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Nun werden viele Konservative gegen Ihre Argumentation einwenden, die Sexualität sei Privatsache und da lasse man sich auch weder von Politik noch Medien hineinregieren. Warum ist es also überhaupt notwendig, sich an der Gender-Debatte zu beteiligen?</strong></p>



<p>Konservative neigen leider zu Illusionen, nicht nur diesbezüglich. Die Konzepte des „Privaten“ und „Individuellen“ gehören zu jenen, die am meisten mit Illusionen behaftet sind. Das „Hineinregieren“ erfolgt nicht durch Anweisungen, was in diesem Feld naturgemäß wenig erfolgreich wäre. Nein, hier soll mit Propaganda auf der einen und Stigmatisierung auf der anderen Seite ein Subjekttypus geschaffen werden, der sich unausgesetzt um sich selbst und seine Genderprobleme dreht.</p>



<p>Dass dieser Typus leicht regierbar und wenig aktionsfähig ist, liegt auf der Hand. Ist den Leuten, die solche Einwände vorbringen, eigentlich noch nicht aufgefallen, dass die Formierung in Sachen Geschlecht teils schon im Kindergarten beginnt und dabei den Vorgaben von Ideologen folgt, die der Binarität (Zweigeschlechtlichkeit) gegenüber grundsätzlich feindselig eingestellt sind? Fragen sie sich nicht, warum Sexualerziehung, über die Information über biologische Vorgänge hinaus, überhaupt Sache des Staates sein sollte? Die angeblich so „inklusive“ Schreibweise mit Unterstrichen und Asterisken, zu deren Gunsten immer angeführt wird, dass sie angeblich „alle“ Geschlechter und sexuellen Orientierungen umfasse, ist übrigens nichts weniger als das.</p>



<p>Sie repräsentiert dann zwar Leute, die sich als „nicht-binär“ definieren, aber die überwältigende Mehrheit eben nicht. Die begreifen sich selbst in einem strikt zweiwertigen System des Begehrens und können daher nicht durch Schreibweisen repräsentiert werden, die eine beliebige Anzahl von Geschlechtern suggerieren. Und „binär“ sind außer Heterosexuellen auch homosexuelle Menschen und Bisexuelle. „Gendergerechte“ Sprache ist also in hohem Maße diskriminierend.</p>



<p>Nicht diskriminiert wird da nur eine verschwindende Minderheit. Das führt auf einen weiteren Faktor, der „gender“ so erfolgreich gemacht hat, nämlich die von der amerikanischen <em>Political Correctness</em> ausgehende Bevorzugung von Minderheiten, deren Resultat eine aggressive Abwertung von Mehrheiten ist, deren Interessen nicht berücksichtig werden. Dass das wiederum keinen demokratischen Prinzipien entspricht, liegt auf der Hand.</p>



<p>Die häufig händeringend gestellte Frage, wie sich denn lautstarke Minderheiten von Minderheiten (bei denen es sich um Lobbyisten handelt, deren Meinungen nicht unbedingt von ihren eigenen Communities geteilt werden) so erfolgreich durchsetzen und ihre Agenda mehrheitsfähig machen könnten, zeigt nur, dass der genuin politische, nämlich machtorientierte, Charakter dieser Bewegungen oder ihrer Instrumentalisierung überhaupt nicht begriffen wird.</p>



<p>Ich antworte mit dem afroamerikanischen Aktivisten und Präsidentschaftskandidaten Jesse Jackson: „In politics, an organized minority is a political majority.“ Ein Satz, den sich jeder „Konservative“ übers Bett hängen sollte, sonst konservieren diese Leute langfristig nur ihre eigene Niederlage.</p>



<p><strong>Warum behaupten Sie, dass der aktuelle Feminismus frauenfeindlich wäre? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Schließlich wird hier doch sehr aktiv beispielsweise für Frauenquoten und gegen Belästigung eingetreten?</strong></p>



<p>Der Feminismus der sogenannten Dritten Welle und teilweise auch schon Elemente früherer Strömungen dient aus sehr einfachen Gründen den Interessen der meisten Frauen nicht: Sein unausgesetztes Gebelfer gegen Männer, denen immer neue Formen des Fehlverhaltens unterstellt werden, verbittert und erschwert das Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Frauen wird systematisch beigebracht, in Männern vorrangig Gefährder, Hindernisse, Konkurrenten und bestenfalls überflüssige Accessoires zu sehen. Da wohl 95 oder mehr Prozent der Frauen heterosexuell sind und daher ihr Leben mit Männern teilen wollen, ist ihnen mit dieser Propaganda nicht gedient.</p>



<p>Die Misandrie hat längst absurde Formen angenommen, die umso absurder sind, als sie sich gleichzeitig mit der Forderung verbinden, Männer hätten Frauen überall Platz zu machen und als „allies“, als Verbündete, zu agieren, statt ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Das ist ein absurdes, narzisstisches Anspruchsdenken, dem keinerlei Realität entspricht. Der Schwerpunkt meiner Ausführungen in <em>Leben unterm Regenbogen</em> liegt neben der Thematik der Abweichung auf dieser Dynamik zwischen den Geschlechtern, nicht auf Fragen der Familie oder der Kindererziehung.</p>



<p>Wenn Männer schlechtgeredet und diskriminiert werden, schlägt das auf die Mehrheit der Frauen zurück. Ein Feminismus für heterosexuelle Frauen wäre ausgleichend und nicht auf Frauen oder Männer, sondern auf das <em>Verhältnis</em> zwischen den Geschlechtern gerichtet. Damit würden sich auch die dauernden Schuldzuweisungen erledigen.</p>



<p><strong>Unser Autor </strong><a href="https://www.manuscriptum.de/autoren/l/lassahn-bernhard/frau-ohne-welt-teil-3-der-krieg-gegen-die-zukunft.html"><strong>Bernhard Lassahn</strong></a><strong> meint, es gebe nicht nur einen Krieg der Geschlechter, sondern damit einhergehend auch einen Krieg der Generationen und grenzenlosen Infantilismus. Was passiert, wenn das familiäre Gefüge auseinanderreißt? Und, noch viel wichtiger: Was können wir dagegen politisch und nicht nur privat unternehmen?</strong></p>



<p>Bernhard Lassahns Beobachtung ist sicher richtig, wenn man sich die Hasskampagnen gegen „alte weiße Männer“ oder gegen die Großmuttergeneration als „Umweltsäue“ anschaut. Man muss sich vor Augen führen, dass Symboliken, Wertungen und Werte in einer Gesellschaft nicht isoliert auftreten, sondern Gefüge bilden. Das Ideal des selbstgewählten Geschlechts und der totalermächtigten Frau sind Elemente eines Ideenkomplexes, der sich als progressiv und humanistisch versteht, und entsteht aus bestimmten Weichenstellungen dieser Ideologien.</p>



<p>Es ist insofern kein Wahn, sondern die konsequente Fortentwicklung eines Denkens, das offenbar von Anfang an Schlagseite hatte. Zwar zeigen sich Elemente des bei Nazis und Kommunisten angedachten Konzepts vom „Neuen Menschen“, aber das stark vereinzelnde und Geschlechter und Generationen gegeneinanderhetzende Element hat mit sozialistischen Vorstellungen nichts zu tun. Es handelt sich um eine durch und durch kapitalismuskompatible Vorstellungswelt, die Geschlecht und Sexualität als Erlebnis konsumieren will. Dazu passt auch das infantile Anspruchsdenken.</p>



<p>Untersucht man Kommentare in den Sozialen Medien zu diesem Thema, wird deutlich, dass viele Leute die „humanistische“ Selbstdarstellung kritiklos schlucken, ohne sich im Entferntesten deutlich zu machen, welche Schäden hier angerichtet werden. Wer etwas dagegen unternehmen möchte, muss auf unermüdliche Aufklärung setzen. Ich empfehle übrigens, Debatten über Biologie soweit wie möglich zu vermeiden. Sie sind auch nicht nötig: Das Zusammenleben von Männern und Frauen ist entgegen der feministischen Darstellung eine fulminante kulturelle Erfolgsgeschichte. Da ist einfach mehr Selbstbewusstsein gefragt.</p>



<p>Da die Genderei ungeachtet aller Erfolge des Feminismus im Gewande einer „Befreiung“ daherkommt und Freiheit in unseren Gesellschaften in allen Varianten positiv besetzt ist, sind da aber dicke Bretter zu bohren. Es fehlt einfach die Fähigkeit, die Kehrseite dieser Versprechungen zu erkennen, ja wahrzunehmen, dass sie überhaupt eine Kehrseite haben. Ich bin daher allenfalls mittelfristig optimistisch. Scheitert allerdings ein Revirement in Sachen Geschlechter, sieht es für eine freie Gesellschaft insgesamt nicht gut aus.</p>



<p>Jemand hat mal sinngemäß bemerkt, Geschlecht wäre die letzte Bastion der Realität – wenn diese fällt, haben die <em>Social Justice Warriors</em> endgültig freie Hand, die Wirklichkeit nach ihren ideologischen Vorstellungen umzumodeln. Die in Gender-Mainstreaming praktisch gewordenen Gendertheorien sind ein Instrument der mentalitätsmäßigen Gleichschaltung und gerade nicht der „Diversität“. Das muss man sich klar machen, denn die Problematik wird immer noch unterschätzt.</p>



<p><strong>Vielen Dank für Ihre ausführlichen Antworten.</strong></p>



<p>Bettina Gruber: <em>Leben unterm Regenbogen. Das neue Geschlechterregime und seine Folgen.</em> <a href="https://www.manuscriptum.de/leben-unterm-regenbogen.html">Hier bestellen!</a></p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/leben-unterm-regenbogen.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="664" height="1024" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/201001_Gruber-Cover-JPEG-664x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1571 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/201001_Gruber-Cover-JPEG-664x1024.jpg 664w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/201001_Gruber-Cover-JPEG-195x300.jpg 195w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/201001_Gruber-Cover-JPEG.jpg 709w" sizes="auto, (max-width: 664px) 100vw, 664px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h5 class="wp-block-heading">Bettina Gruber: Leben unterm Regenbogen</h5>



<p>Der Mythos von den „Befreiungsbewegungen“ hält sich hartnäckig: Gender-Doktrinen und der heutige Feminismus sind aber nicht bloß sexistisch gegenüber Männern, sondern auch zutiefst frauenfeindlich. Bedürfnisse, die von der magersüchtigen Doktrin der Gleichheit von Mann und Frau abweichen, werden nicht geduldet. Mit dem biologischen Geschlecht wird eine der elementarsten Tatsachen menschlicher Existenz geleugnet: die Bezogenheit der Geschlechter aufeinander, ohne die es uns alle nicht gäbe. In den sozialen Medien hat sich ein bunter Chauvinismus breitgemacht, der systematisch einen Keil zwischen die Geschlechter treibt – gefördert und vorangetrieben von der Politik. Auf der Homepage einer deutschen Stadtverwaltung „hebt“ man „gezielt den Geschlechterdualismus auf“ und ein britischer Richter erklärte die Überzeugung, dass es nur zwei Geschlechter gebe, für „in einer Demokratie nicht achtenswert“.&nbsp;</p>



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		<title>Wie gelingt die „Lebenswende“?</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/energieverluste-die-industrielle-muskelatrophie/wie-gelingt-die-lebenswende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2020 12:18:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energieverluste: Die industrielle Muskelatrophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von Felix Menzel vom 19. November 2020. Wenn in der Politik von der „Energiewende“, der „Verkehrswende“ oder der „Agrarwende“ die Rede ist, steht das synonym &#8230; </p>
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<h5 class="wp-block-heading">von Felix Menzel vom 19. November 2020.</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/adventure-1839220_1920-pixabay-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1566" width="512" height="288" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/adventure-1839220_1920-pixabay-1024x576.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/adventure-1839220_1920-pixabay-300x169.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/adventure-1839220_1920-pixabay-768x432.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/adventure-1839220_1920-pixabay-1536x864.jpg 1536w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/adventure-1839220_1920-pixabay.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>



<p>Wenn in der Politik von der „Energiewende“, der „Verkehrswende“ oder der „Agrarwende“ die Rede ist, steht das synonym für planwirtschaftlichen Eifer, der mit Verordnungen, Verboten und kühnen Wetten auf die Zukunft hantiert.</p>



<p>Dieses Programm hat bereits in den ersten Jahren einen Billionenbetrag verschlungen, obwohl die Resultate dürftig sind: Das Elektroauto ist weit davon entfernt, sich für einen Familienurlaub an der Ostsee, geschweige denn am Mittelmeer zu eignen. Windräder mögen zwar bald flächendeckend 200 Meter hoch sein. Ihre Leistungsfähigkeit reicht jedoch selbst dann nicht dazu aus, mehr als Flatterstrom zu liefern. Der Umsatzanteil von Bio-Lebensmitteln im Handel stagniert derweil bei um die fünf Prozent. Auch hier wäre es also vermessen, von einer Erfolgsgeschichte zu sprechen.</p>



<p>Das Grundproblem an all den ausgerufenen Wenden wird damit offensichtlich: Lediglich grün lackierte Politik suggeriert den Menschen, das „Leben als Konsum“ könne ungestört weitergehen, weil es inzwischen bessere Technologien gebe, um Kollateralschäden einzudämmen. Mit dieser Annahme wird der Konsumismus „als das ursprüngliche Menschenrecht“ und „etwas Naturgegebenes“ (Zygmunt Bauman) gesetzt.</p>



<p>Dies mit Rilkes „Du mußt dein Leben ändern!“ kategorisch in Frage zu stellen, ist der entscheidende Schritt von der grünen Bigotterie hin zu echter Nachhaltigkeit. Denn: „Der Verzicht nimmt nicht. Der Verzicht gibt. Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen.“ (Martin Heidegger, <em>Der Feldweg</em>) Dahinter steht nicht etwa eine asketische Ethik, die freiwilligen Verzicht in Zeiten des Überangebots predigt und damit auf der Stufe einer Aussteigeroption verbleibt.</p>



<p>Vielmehr beginnt hier das, was Michael Beleites <a href="https://www.manuscriptum.de/lebenswende.html">„Lebenswende“</a> nennt: Einpassung in die Natur, kooperatives Verhalten, Wertschätzung und Achtung eigener sowie fremder Lebensräume bzw. pathetischer ausgedrückt: Heimat finden und Heimat lassen. Denn nur dann nimmt die Artenvielfalt bei Pflanzen, Tieren und Menschen zu, während sie verschwindet, wenn Lebensräume beeinträchtigt werden und eine Standardisierung auf ihre primäre Arbeitsfunktion stattfindet.</p>



<p>Beleites wagt es in diesem Zusammenhang auch, das schwierige Thema des Ethnopluralismus zu streifen. Eine reduktionistisch-biologistische Verkürzung des Menschen einzig und allein auf seine Hautfarbe sei in der Tat „rassistisch“. Gleiches gilt für Postulate der Höher- oder Minderwertigkeit. Die „biologische Tatsache der geographischen Rassenvielfalt“ sollte dennoch als „kostbares Naturerbe der Menschheit“ betrachtet werden.</p>



<p>Denn: „Eine ökologische Integration des Menschen kann es nur dort geben, wo die genetische Konstitution der regionalen Formen mit der Natur der geographischen Region, in der sie leben, zusammenpasst“, unterstreicht Beleites. Das globalistische Projekt der „Massenverfrachtung von nicht benachbarten Rassen aus entfernten Kontinenten“ laufe daher auf „umgekehrten <a href="https://blog.manuscriptum.de/was-war-geschichte/kurzintervention-zum-rassismus/">Rassismus</a>“ hinaus.</p>



<p>Die Vorteile der Vielfalt werden bei diesem Weltbild geleugnet. Vielmehr wird wahrheitswidrig unterstellt, der globale Einheitsmensch sei überlegen, obwohl Einfalt in der Natur zu Degeneration führt und die wünschenswerte Kooperation der Vielfältigen mit ihren je eigenen Vorzügen unmöglich wird.</p>



<p>Man kann dieser These übrigens auch dann zustimmen, wenn man einzelne Aspekte der „organismischen Biologie“, wie sie Beleites vorstellt, hinterfragen möchte, weil sie mit vielen konservativen Vorstellungen kollidieren. Es bleibt z.B. zu diskutieren, inwiefern der Mensch eben doch ein Sonderfall der Natur ist. <a href="https://blog.manuscriptum.de/ueber-den-talleyrand-geblickt-selbstdenker-am-werk/in-der-arena-i-arnold-gehlen-vs-theodor-w-adorno/">Arnold Gehlens</a> Theorie vom „Mängelwesen“, das sich Institutionen bauen mußte, sollte hier ebenso einbezogen werden wie <a href="https://blog.manuscriptum.de/was-war-geschichte/wer-schuetzt-die-verfassung-vor-der-regierung/">Carl Schmitts</a> Beharren auf Freund-Feind-Konstellationen in der Politik.</p>



<p>Eröffnen wir diese dialektische Diskussion auf einer Meta-Ebene, besteht die große Chance auf eine ganzheitliche Synthese und Beantwortung der Frage, wie das „harmonische Eingegliedertsein in die natürlichen Umweltverhältnisse“ (Beleites) unter modernen Bedingungen gelingen kann.</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:28% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/sortiment/lebenswende.html"><img decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/11/201009_Umschlag_Beleites_280Seiten-722x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1567 size-full"/></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h5 class="wp-block-heading">Michael Beleites: Lebenswende</h5>



<p>Lebenskraft können wir nicht machen, sondern nur empfangen. Dafür brauchen wir Lebensbedingungen, die zur Natur hin offen sind. Michael Beleites verknüpft sein Umweltresonanz-Konzept mit Erkenntnissen der Thermodynamik: Strukturverlust vermindert Resonanzfähigkeit und eine eingeschränkte Resonanzfähigkeit verwandelt offene Systeme in abgeschlossene Systeme – die ihrerseits strukturauflösend wirken. Wollen wir den entropischen Auflösungserscheinungen in Natur und Gesellschaft entgehen, müssen wir das Prinzip erfassen, das der Degeneration entgegengesetzt ist und Heilung bringt: Die Regeneration.&nbsp;</p>



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		<title>Rückblick auf die Natur mit Michael Moore.</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/energieverluste-die-industrielle-muskelatrophie/rueckblick-auf-die-natur-mit-michael-moore/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 06:04:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energieverluste: Die industrielle Muskelatrophie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://import-msc.scharf-bestellt.de/?p=225</guid>

					<description><![CDATA[<p>von Felix Menzel vom 29. April 2020. Um es ausnahmsweise einmal ganz kurz zu fassen: Schauen Sie sich bitte den Dokumentarfilm&#160;„Planet of the Humans“&#160;von Produzent &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/energieverluste-die-industrielle-muskelatrophie/rueckblick-auf-die-natur-mit-michael-moore/">Rückblick auf die Natur mit Michael Moore.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">von Felix Menzel vom 29. April 2020.</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/rückblick-auf-die-natur-1024x609.jpg" alt="" class="wp-image-186" width="512" height="305" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/rückblick-auf-die-natur-1024x609.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/rückblick-auf-die-natur-300x178.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/rückblick-auf-die-natur-768x457.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/rückblick-auf-die-natur-890x530.jpg 890w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/rückblick-auf-die-natur-445x265.jpg 445w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/rückblick-auf-die-natur.jpg 1411w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>



<p>Um es ausnahmsweise einmal ganz kurz zu fassen: Schauen Sie sich bitte den Dokumentarfilm&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=Zk11vI-7czE">„Planet of the Humans“</a>&nbsp;von Produzent Michael Moore schnell an. Er ist bis 21. Mai kostenlos auf Youtube abrufbar. Der Film schildert den sinnlosen Aufbau von Energieerzeugungslandschaften und kann damit als Visualisierung dessen, was Rolf Peter Sieferle in seinem&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/rueckblick-auf-die-natur.html"><em>Rückblick auf die Natur</em></a>&nbsp;vorweggenommen hat, betrachtet werden.</p>



<p>Nun zur Langfassung: Das&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/zu-geringe-recyclingkapazitaeten-fuer-rueckbau-von">Umweltbundesamt</a>&nbsp;legte vor einigen Monaten eine brisante Studie vor. Jedes Jahr würde allein durch die Rotorblätter alter Windkraftanlagen bis zu 70.000 Tonnen Sondermüll entstehen. Berücksichtigt man alle Verbundwerkstoffe sowie den gesamten verbauten Stahl, das Kupfer, Aluminium, den Beton und anfallenden Elektroschrott, sind wir hingegen schon bei einigen Millionen Tonnen an prognostizierter, jährlicher Abfallmenge.</p>



<p>Brisant daran: Der Windkraft-Branche fehlt das Geld, um einen fachgerechten Rückbau und das Recycling überhaupt finanzieren zu können. Die Betreiber müssen bisher keine insolvenzsicheren Rücklagen für die Entsorgung bilden, obwohl nur dann gewährleistet wäre, daß der Steuerzahler verschont bleibt.</p>



<p>Wer nun glaubt, dies sei ein mickriges Detail der Energiewende, an das die Politik eben versehentlich nicht gedacht hat, findet im Dokumentarfilm „Planet of the Humans“ eine schonungslose und erschreckende Abrechnung mit den Pionieren der grünen Wirtschaft. Der Film von Jeff Gibbs und Michael Moore belegt, daß der Windkraftschrott keine Ausnahme ist. Vielmehr überwiegen bei allen „erneuerbaren“ Energieträgern (Sonne, Biomasse, …) und vermeintlichen Innovationen (E-Auto, …) die Nachteile.</p>



<p>Da ist zum einen das Problem mit dem Flächenverbrauch der erneuerbaren Energien. Zum anderen hat sich Gibbs an dem notwendigen Einsatz fossiler Energie, um „erneuerbare“ Energie simulieren zu können, festgebissen. In herrlichen Szenen führt er dabei&nbsp;<a href="https://blog.manuscriptum.de/neue-weltunordnung-geopolitik-postdemokratie-und-propaganda/wie-maechtig-ist-luisa-neubauer/">„Klimaaktivisten“</a>&nbsp;vor, denen diese Fakten völlig neu sind. Letztendlich geht es ihm aber um die „Übernahme der grünen Bewegung durch Kapitalisten“. Davor zu warnen, ist die eigentliche Intention des Films.</p>



<p>Statt sich kritisch mit den&nbsp;<a href="https://blog.manuscriptum.de/was-war-geschichte/kurzintervention-zum-rassismus-2/">prinzipiellen Disharmonien</a>&nbsp;der Industrialisierung zu beschäftigen, begeht er damit genau den Fehler, den Eric Voegelin bei&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/marx-zur-einfuehrung.html">Karl Marx</a>&nbsp;ausmachte. Es mag zwar ein „falsches Bewußtsein“ der Gesellschaft geben. Es ist dennoch unrealistisch, auf eine rasche Änderung in den Herzen zu hoffen bzw. diese sogar erzwingen zu können.</p>



<p>Moore und Gibbs haben mit ihrem Film die „grünen Illusionen“ erfolgreich dekonstruiert. Energie wird niemals einfach so vom Himmel fallen. Ihre Umwandlung und ihr Einsatz werden immer heftige ökonomische und ökologische Kosten verursachen. Sie schlußfolgern daraus nun, daß beim Konsum angesetzt werden müsse und appellieren an die Bereitschaft zum Verzicht. Erfolgt dieser jedoch lediglich auf freiwilliger Basis, kommt nicht mehr als eine peinliche Doppelmoral heraus. Wird er hingegen angeordnet, hätten wir es mit einem&nbsp;<a href="https://blog.manuscriptum.de/energieverluste-die-industrielle-muskelatrophie/sieferle-und-der-klimanotstand/">Ökototalitarismus</a>&nbsp;zu tun.</p>



<p>Beiläufig streift der Film zudem die Überbevölkerung. Aber auch hier stellt sich wieder die Frage, wie diese mit freiheitlichen Mitteln eingedämmt werden kann. „Planet of the Humans“ gibt darauf keine Antwort. Das wäre allerdings auch zu viel verlangt. Es ist schon viel dadurch gewonnen, daß erstmals von linker Seite massenkompatibel die Abgründe der „erneuerbaren Energien“ eingeräumt wurden. Freuen wir uns einfach einen Augenblick darüber. Danach können wir uns immer noch den Kopf zerbrechen, wie denn nun das ökologische Dilemma der Moderne aufgelöst werden kann oder ob das unmöglich ist.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>(Bild: Michael Foucault, von: &nbsp;von:&nbsp;<a href="https://www.flickr.com/photos/kongniffe/"><strong>Inge Knoff</strong></a>, flickr,&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/"><strong>CC BY-NC 2.0</strong></a>)</p></blockquote>



<hr class="wp-block-separator is-style-dots"/>



<h4 class="wp-block-heading">Planet of the Humans von Michael Moore. </h4>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:37% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/rueckblick-auf-die-natur.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/09/Rueckblick-auf-die-Natur_cover_neu-2.jpg" alt="" class="wp-image-1415" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/09/Rueckblick-auf-die-Natur_cover_neu-2.jpg 600w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/09/Rueckblick-auf-die-Natur_cover_neu-2-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h4 class="wp-block-heading">Rolf Peter Sieferle. Rückblick auf die Natur.</h4>



<p>Gebundene Ausgabe, 292 Seiten.</p>



<p>Rolf Peter Sieferles &#8222;Rückblick auf die Natur&#8220; erschien zuerst 1997, in einer Phase, als das Umweltthema eine konjunkturelle Delle bekam. Der Untergang des Ostblocks und die Wiedervereinigung Deutschlands setzten andere Notwendigkeiten auf die Tagesordnung der 1990er Jahre. Gerade in dieser Situation schien es Sieferle ratsam, an die Grundlagen zu erinnern, auf denen unser wirtschaftliches Anspruchsdenken beruht: die Natur und ihre Veränderung durch den Menschen.</p>



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<p></p>
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		<title>Kraftwerke für Afrika?</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/energieverluste-die-industrielle-muskelatrophie/kraftwerke-fuer-afrika/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Aug 2019 08:47:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energieverluste: Die industrielle Muskelatrophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von Felix Menzel vom 8. August 2019. Fleischfabrikant und Schalke-Boss Clemens Tönnies ist in den Augen der hypermoralischen Tugendwächter Deutschlands ein schlimmer Rassist. Er wagte &#8230; </p>
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<h5 class="wp-block-heading">von Felix Menzel vom 8. August 2019.</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/41fda4c8b2a32ecca7de3601ef4b1441-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-511" width="512" height="384" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/41fda4c8b2a32ecca7de3601ef4b1441-1024x768.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/41fda4c8b2a32ecca7de3601ef4b1441-300x225.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/41fda4c8b2a32ecca7de3601ef4b1441-768x576.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/41fda4c8b2a32ecca7de3601ef4b1441.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>



<p>Fleischfabrikant und Schalke-Boss Clemens Tönnies ist in den Augen der hypermoralischen Tugendwächter Deutschlands ein schlimmer Rassist. Er wagte es, flapsig über den Zusammenhang von Energieversorgung, Klimawandel und Überbevölkerung in Afrika zu sinnieren. Wie im&nbsp;<a href="https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis-Paderborn/Paderborn/3906321-Mitschnitt-von-Toennies-Rede-beim-Paderboner-Tag-des-Handwerks-Originalaufnahme-von-Toennies-Afrika-Aussage">Mitschnitt</a>&nbsp;zu hören ist, gab es dafür allerdings sogar Szenenapplaus.</p>



<p>Einzig der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), regte vorsichtig an, über die aufgestellten Thesen von Tönnies in der Sache zu diskutieren, da reale Probleme angesprochen worden seien. Die Leitmedien des Landes von BILD bis ZEIT schlachteten dagegen lieber den „Rassismus-Eklat“ nach allen Regeln der Skandalisierungskunst aus. Damit sich weiter zu beschäftigen, ist Zeitverschwendung.</p>



<p>Viel spannender dürfte es sein, der Frage nachzugehen, ob „jedes Jahr 20 große Kraftwerke“ (Tönnies) eine gute Idee für Afrika sind. Fakt ist: In manchen Gegenden des Kontinents verfügt noch nicht einmal jeder Fünfte über Strom. In der Tat sind dies auch jene Länder mit besonders hohen Geburtenraten, da Großfamilien seit jeher als „Portfolio-Strategie zur Ruinvermeidung“&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/autoren/s/sieferle-rolf-peter.html/">(Rolf Peter Sieferle)</a>&nbsp;verstanden werden müssen.</p>



<p>Die Argumentationskette von Clemens Tönnies lautet nun: Mehr billige Energie ermöglicht mehr Wohlstand, wodurch mehr Menschen auf weniger Kinder angewiesen sind, was wiederum die CO2-Emissionen verringert, da jeder zusätzliche Erdenbewohner Ressourcen benötigt, Müll erzeugt und so weiter.</p>



<p>Um welche Größenordnungen es hier geht, verdeutlicht das Beispiel Nigeria sehr anschaulich: Gelänge es dem Land, den Ressourcenfluch zu überwinden, die eigenen fossilen Brennstoffe besser zu nutzen und als Konsequenz daraus das Tempo des Bevölkerungswachstums zu halbieren, würden im Jahr 2050 statt über 400 Millionen Menschen nur knapp über 300 Millionen dort leben. Europa hat daran ein großes Eigeninteresse, um zukünftige&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/der-boese-gute-wille.html">Migrationskrisen</a>&nbsp;zu vermeiden. Der ökologische Effekt ist indes höchst ungewiß, da die billige Energie den Konsum exorbitant ankurbeln dürfte.</p>



<p>Letztendlich kommt es deshalb auf die jeweilige Prioritätenliste an: Der deutsche Physiker Gerd Ganteför meint etwa, zuerst müsse die Armut besiegt werden, um das Bevölkerungswachstum zu bremsen. Danach erst könne man über den Ressourcenverbrauch und das Klimaproblem nachdenken. Im Gegensatz zu <a href="https://www.manuscriptum.de/das-ende-des-wachstums-alte-konzepte-neue-realitaeten.html">Richard Heinberg</a> geht er davon aus, daß sowohl die Ressourcenerschöpfung als auch die Erderwärmung erst im 22. Jahrhundert eine existentielle Bedrohung darstellen.</p>



<p>Macht&nbsp;<a href="https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2017/05/weltweiter-kohleverbrauch-sinkt-aber-afrika-faengt-er-gerade-erst">China</a>&nbsp;also alles richtig, indem es Afrika derzeit ca. 50 Kohlekraftwerke finanziert, das&nbsp;<a href="https://sezession.de/51440/wachstumskritik-iv-afrika-und-die-geooekonomische-strategie-chinas">„Nareland“</a>&nbsp;(Natural Ressource Lands) erobert und Infrastruktur aufbaut? Der renommierte Entwicklungsökonom Paul Collier aus Oxford ist nicht weit entfernt von dieser Position. Er ist der Ansicht, der Westen sollte Afrika bei der Ressourcenentdeckung helfen.</p>



<p>Während die westliche Welt derzeit über Bodenschätze im Wert von 114.000 Dollar pro typischem Quadratkilometer verfügt, sind es in Afrika nur 23.000 Dollar. Collier zweifelt an einer natürlichen Benachteiligung. Vielmehr ist er sich sicher, daß die Ressourcen noch gar nicht entdeckt wurden. Anstatt im dreistelligen Milliardenbereich Entwicklungshilfe zu zahlen, könnte es somit sinnvoller sein, Afrika kostenlose geologische Untersuchungen anzubieten. Vor dem Hintergrund der Sorge um die Knappheit bekannter Ressourcen liefe dies aus europäischer Sicht auf eine Win-Win-Situation hinaus.</p>



<p>Oder doch nicht? Der vor einem Jahr verstorbene französische Philosoph Paul Virilio befürchtete in seinem fulminanten Essay&nbsp;<em>Der Futurismus des Augenblicks</em>, eine Ausweitung des westlichen Konsummodells bringe bis 2050 eine Milliarde Umweltflüchtlinge hervor, die infolge von Bauprojekten, der Ausbeutung der Natur und des Klimawandels ihre Heimat verlieren dürften. Obwohl sich die bisherigen Prognosen der Vereinten Nationen zu „Klimaflüchtlingen“ als maßlos übertrieben erwiesen, wäre es fahrlässig, die geäußerten Bedenken zu ignorieren.</p>



<p>Denn zum einen war es in der Menschheitsgeschichte schon immer so, daß Klimaveränderungen Migrationen auslösten. Zum anderen sollte man die Folgen der Urbanisierung im Blick behalten. Derzeit ziehen jede Woche ca. 1,4 Millionen Menschen vom Land in die Stadt. 2050 werden daher voraussichtlich 75 Prozent der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten leben.</p>



<p>Das bedeutet: „Mehr Menschen als je zuvor werden um immer knapper werdende Ressourcen in schlecht regierten Regionen konkurrieren, wo es an einer angemessenen Infrastruktur mangelt. Diese Regionen werden jedoch immer enger mit dem globalen System vernetzt sein, so daß lokale Konflikte großflächige Auswirkungen haben werden“, analysiert der Sicherheitsexperte David Kilcullen.</p>



<p>Wer eine Kopie des „fortschrittlichen“, westlichen Entwicklungspfades als Allheilmittel für Afrika anpreist, unterschätzt folglich etliche Risiken, die zu gravierenden, ungewollten Nebenwirkungen führen könnten. Erstaunlicherweise tappen eigentlich fast alle in diese Falle. Sowohl die Clemens-Tönnies-Fraktion, die „große Kraftwerke“ will, als auch die Kollegen vom&nbsp;<a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/freiheit-vs-klimaschutz-was-heisst-das-eigentlich-noch-liberal-a-1280165.html"><em>Spiegel</em></a>, die den deutschen Sonderweg der Energiewende der ganzen Welt verordnen wollen, da es sich um ein „globales Problem“ handelt, müssen sich diesen Vorwurf gefallen lassen. Beide bewegen sich nicht auf Augenhöhe mit Afrika, wie es abgedroschen gefordert wird, sondern empfehlen die Imitation der jeweils präferierten Industriestrategie.</p>



<p>Vielleicht ist aber gerade dieses Best-Practice-Denken hinderlich für die Entwicklungsländer. Ein Blick nach Äthiopien legt dies nahe. Das autoritär regierte Land ist&nbsp;<a href="https://www.berlin-institut.org/publikationen/studien/afrikas-demografische-vorreiter">Afrikas demographischer Vorreiter</a>&nbsp;schlechthin und konnte die durchschnittliche Kinderzahl innerhalb von 20 Jahren von sieben auf vier senken. Eine entscheidende Rolle spielten dabei Investitionen in die Bildung und das Gesundheitswesen. So wurden z.B. in allen Gemeinden Gesundheitshelferinnen ausgebildet.</p>



<p>Die Energieversorgung ist hingegen mittelmäßig bis schlecht. Nur 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu Elektrizität. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten bot es sich an, auf einen Mix aus Wasser- und Windkraft zu setzen. Was zeigt das nun? Erstens ist billige Energie keine Voraussetzung für einen erfolgreichen Kampf gegen die Überbevölkerung. Eine gute Regierungsführung ist völlig ausreichend. Zweitens ist festzuhalten, daß sich erneuerbare Energien für Entwicklungsländer besonders anbieten, da Ausfallzeiten eher zu verkraften sind. Im Vergleich dazu genügen in Deutschland bereits überschaubare Beeinträchtigungen der Netzstabilität, um irreversible Schäden an hochsensiblen Industrieanlagen zu verursachen.</p>



<p>Diese Einschätzung ist freilich alles andere als eine Bestätigung der Grünen: Jedes Land muß vielmehr eine zu seinen geographischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen passende Energieversorgung aufbauen. Äthiopien kann dies vielleicht mit erneuerbaren Energien bewerkstelligen. Nigeria wäre vermutlich geholfen, wenn es mehr Protektionismus im Sinne Friedrich Lists wagen würde, um den vorhandenen Ressourcenreichtum selbst nutzen zu können, statt ihn zu verkaufen. Und in Deutschland sieht die Lage ganz anders aus: Unabhängig davon, wie man die Verspargelung der Landschaft ästhetisch bewertet, ist diese schon allein deshalb unsinnig, weil Deutschland die nötigen&nbsp;<a href="https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/todesurteil-fuer-reinhardswald-monster-windraeder-in-grimms-maerchenwald/">Flächen</a>&nbsp;fehlen, um eines Tages hauptsächlich von Wind und Sonne leben zu können.</p>



<p>Zumindest diejenigen Politiker, die einen Taschenrechner bedienen können, sollten das auch wissen. In ihrer argumentativen Not kommen sie deshalb auf so absurde Ideen, wie&nbsp;<a href="https://www.wiwo.de/technologie/green/zehn-jahre-desertec-was-wurde-aus-europas-traum-vom-gruenen-wuestenstrom/24870910.html">grünen Wüstenstrom</a>&nbsp;in die Mitte Europas leiten lassen zu wollen. Diese Umleitung forcieren Moralapostel wie Heiko Maas wohlgemerkt trotz der desaströsen Energieversorgung in den umliegenden Wüstenstaaten, an die zuerst gedacht werden müßte.</p>



<p>Sie beweisen damit, daß die bedingungslose Durchsetzung eines zentralistischen Globalismus ihnen wichtiger ist als ihr Bessermenschengesäusel. Wer dazu die Gegenposition einnehmen möchte, sollte sich für ein „Recht auf Unterentwicklung“ (insbesondere Afrikas), eine „Dezentralisierung der Wirtschaftstätigkeit“ (noch einmal&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/jenseits-des-scheitelpunkts.html">Heinberg</a>) sowie ein marktwirtschaftliches Verständnis nach dem Vorbild von&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/marktwirtschaft-ist-nicht-genug.html">Wilhelm Röpke</a>&nbsp;stark machen.</p>



<p>Röpke betonte, wir dürften Fortschritt nicht nur „in Kilowatt und Pferdestärken“ messen: „Wir sollen eben nicht bloß Ökonomisten sein, sondern zugleich Philosophen, die weder die natürliche Ordnung der Dinge noch die echte Rangfolge der Werte mißachten.“</p>



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<p></p>
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		<title>Sieferle und der „Klimanotstand“</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/energieverluste-die-industrielle-muskelatrophie/sieferle-und-der-klimanotstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 May 2019 09:38:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energieverluste: Die industrielle Muskelatrophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von Felix Menzel vom 14. Mai 2019. Wenn eine Stadt den „Klimanotstand“ ausruft, klingt das dramatisch und erweckt den Eindruck, jetzt rücke die Feuerwehr aus, &#8230; </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">von Felix Menzel vom 14. Mai 2019.</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/d7497fe170bac9db74f21ae15325c99f-1-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-551" width="512" height="341" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/d7497fe170bac9db74f21ae15325c99f-1-1024x682.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/d7497fe170bac9db74f21ae15325c99f-1-300x200.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/d7497fe170bac9db74f21ae15325c99f-1-768x512.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/d7497fe170bac9db74f21ae15325c99f-1-700x465.jpg 700w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/d7497fe170bac9db74f21ae15325c99f-1.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>



<p>Wenn eine Stadt den „Klimanotstand“ ausruft, klingt das dramatisch und erweckt den Eindruck, jetzt rücke die Feuerwehr aus, um einen Großbrand in letzter Sekunde soweit einzudämmen, daß er nicht außer Kontrolle gerät. Politiker sind aber keine guten Feuerwehrleute. Im Gegenteil: Sie sind Profis darin, mit Worten zu zündeln.</p>



<p>Zum „Notstand“ sollte man deshalb wissen, daß es sich hierbei im juristischen Sinne um einen Rechtfertigungsgrund handelt, der es erlaubt, geltende Gesetze zu übergehen, um eine erhebliche Gefahr im Verzug abzuwenden. Dies im Hinterkopf, hätte die bundesdeutsche Presse in ihrer Funktion als vierte Gewalt den Oberbürgermeister von Konstanz, Ulrich Burchardt (CDU), nach der Ausrufung des „Klimanotstandes“ eigentlich fragen müssen, welche Gesetze er meint, zumindest temporär außer Kraft setzen zu dürfen.</p>



<p>Natürlich kam diese eine gewisse Vorbildung und Sprachsensibilität erfordernde Frage nicht. So blieb es Linken-Chefin Katja Kipping vorbehalten, die tiefere Bedeutung dieses symbolischen Akts zu entschlüsseln. Sie frohlockte ungeniert: „Wenn Konstanz den Klimanotstand erklärt, wird die Frage der Enteignung zur Frage des Gemeinwohls.“ Autokonzerne sollten daher ruhig „Angst“ bekommen.</p>



<p>Kipping machte damit – vermutlich unbewußt – deutlich, daß eine ernsthafte, d.h. über das Symbolische hinausgehende, Klimaschutzpolitik ausschließlich in der ökototalitären Extremvariante zu haben ist. Würde Konstanz an mehr als einer bundesweit erfolgreichen Inszenierung interessiert sein, müßte die Stadt am Bodensee von heute auf morgen zu 100 Prozent auf Tourismus verzichten, Autos verbieten und das bisherige schuldenbasierte Wirtschaften beenden.</p>



<p>Das hat Oberbürgermeister Burchardt natürlich nicht vor, obwohl er von einem „Masterplan“ zur CO2-Reduktion schwafelt. Vorsorglich redet er sich schon jetzt heraus, es sei falsch, die Wirkung der geplanten Maßnahmen messen zu wollen. „Denn wir wissen ja, worum es geht“, so der CDU-Politiker, der zugleich Mittglied ist bei den linken Globalisierungskritikern von Attac.</p>



<p>Was das ist, „worum es geht“, erklärt er auch. Burchardt will neue Schulden aufnehmen. Klimaschutz koste schließlich viel Geld „und da wir kein Geld übrig haben, müssen wir Verteilungsdiskussionen führen“, betont er. Nebenbei bemerkt: Auch hier widerspricht er sich selbst. Wenn es ihm nur um eine andere Verteilung städtischer Mittel ginge, entstünden keine zusätzlichen Kosten, die der Steuerzahler zu tragen hat, den man anscheinend für so dumm hält, daß er das Portemonnaie bereitwillig öffnet, wenn ein „Klimanotstand“ als Grund genannt wird.</p>



<p>Trotz all dieser Ungereimtheiten und Unverschämtheiten gelingt es den Klimabesorgten äußerst gut, die Umweltfrage vollständig zu okkupieren und daraus politisches Kapital zu schlagen. Es kommt ihnen dabei entgegen, daß neben der hysterischen Klimareligion kein ökologisches Alternativangebot öffentlich vorliegt. Dabei hat genau dies der Historiker <a href="https://www.manuscriptum.de/autoren/s/sieferle-rolf-peter.html/">Rolf Peter Sieferle</a> in seinem <em><a href="https://www.manuscriptum.de/epochenwechsel.html">Epochenwechsel</a></em> längst ausbuchstabiert.</p>



<p>Er bezeichnet darin die Vorstellung, der Mensch sei verantwortlich für Umweltprobleme, als „naiv“. Dies korrespondiert mit der Verherrlichung des Naturzustandes, den Linke seit Jean-Jacques Rousseau wiederherstellen wollen, weil sie ihn als Paradies auf Erden verklären. Sieferle hält dagegen:</p>



<p>&#8222;Die ,Natur‘ als solche ist, wie wir seit langem wissen, alles andere als stabil, konstant und gleichgewichtig, auch wenn innerhalb der evolutionsgeschichtlich kurzen Zeiträume, in denen Menschen sie beobachten konnten, immer wieder der gegenteilige Eindruck entstand. Aus der Perspektive der Natur gibt es daher keine ‚Naturzerstörung‘.&#8220;</p>



<p>Zunächst einmal müssen daher in jeder Klimadiskussion einige Fakten über die Wandelbarkeit der Natur referiert werden: So waren laut heutigem Kenntnisstand zu 80 bis 90 Prozent der Erdgeschichte eisfreie Polkappen anzutreffen. Vor 500 Millionen Jahren soll zudem die CO2-Konzentration zehnmal so hoch gelegen haben wie gegenwärtig. Ein Anstieg dürfte sich auch schwer mit menschlicher Zurückhaltung verhindern lassen, da ungefähr 93 Prozent der Emissionen auf natürliche Quellen zurückzuführen sind.</p>



<p>Das befreit zwar noch lange nicht von Verantwortung, zeigt aber, wie unsinnig es ist, eine direkte Beeinflussung des Klimas für möglich zu halten. Sieferle spricht folgerichtig von einem „fundamentalen Dilemma“, weil die Natur „keineswegs vollständig beherrscht“ werden könne. Jedoch sei der „Zugriff auf Naturzusammenhänge mit unkontrollierten und vermutlich unkontrollierbaren Folgen verbunden&#8220;.</p>



<p>Als Hauptursachen dieser Bedrohung, deren Tragweite sich nicht sinnvoll einschätzen lasse, bezeichnet Sieferle das „expansive Industriesystem der Moderne“ und das Bevölkerungswachstum der Menschheit, die im 20. Jahrhundert „zur größten globalen Monokultur“ geworden sei. Im Kampf gegen diesen doppelten Wachstumszwang erfüllten Verhaltensänderungen der Individuen nur „eine ähnliche Funktion wie das Gebet“. Sie bleiben eine Sisyphus-Anstrengung.</p>



<p>Welche Hebel sind aber dann zu bestätigen? Das Fundament des kritisierten Industriesystems sind Schulden. Weltweit betragen sie mittlerweile 244 Billionen Dollar und damit 318 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Klimareligion ist dabei nur ein Vorwand, um den Ausgabenexzeß fortführen zu können.</p>



<p>Darüber hinaus kann die „Umweltkrise“ Sieferle zufolge nur in Verbindung mit dem „Übervölkerungsproblem“ verstanden werden. Hier gibt er zu bedenken:</p>



<p>&#8222;Angenommen, eine Weltdemographiebehörde der Vereinten Nationen hätte ermittelt, daß die absolute Tragekapazität der Erde für menschliche Wesen bei einer Schwelle von acht Milliarden liegt. Kann es dann der freien Entscheidung des einzelnen überlassen bleiben, wie er sein Vermehrungsverhalten einrichtet?&#8220;</p>



<p>Wer also tatsächlich glaubt, eine „Störschwelle“ menschlicher Aktivität mathematisch korrekt bestimmen zu können, müßte konsequenterweise im schlimmsten Fall einen Massenmord durchführen, um die Umwelt zu retten. Der Thriller <a href="https://www.blauenarzisse.de/eine-minute-vor-zwoelf/"><em>Inferno</em></a>, der 2016 in den Kinos lief, hat dieses Szenario veranschaulicht. Der Aufhänger des Films ist, daß ein Milliardär der Meinung ist, nur eine Halbierung der Weltbevölkerung könne eine noch größere Katastrophe verhindern.</p>



<p>Sicherlich dürfte der Ökototalitarismus des 21. Jahrhunderts auf weniger radikale Ideen kommen. Dennoch sollten wir begreifen, welcher ausschlaggebende Denkfehler bei ihm vorliegt: Es ist die Illusion der Berechenbarkeit und beliebigen Manipulierbarkeit der Welt. Wohl bei all seinen Forschungsprojekten unternahm Sieferle den Versuch, dem ein fundiertes, evolutionshistorisches Wissen entgegenzusetzen.</p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:18% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/epochenwechsel.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="647" height="1024" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/170829_cover_epochenwechsel-647x1024.jpg" alt="" class="wp-image-552 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/170829_cover_epochenwechsel-647x1024.jpg 647w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/170829_cover_epochenwechsel-190x300.jpg 190w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/170829_cover_epochenwechsel.jpg 650w" sizes="auto, (max-width: 647px) 100vw, 647px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h5 class="wp-block-heading">Rolf Peter Sieferle: Epochenwechsel</h5>



<p>1994 legte Sieferle diesen Großessay zum »Schlachfeld der Geschichte« vor, in dessen Zentrum das gegenüber dem universalistischen Projekt des »Westens« widerständige Deutschland mit seinem Willen zum eigenen Weg steht. Die beiden Weltkriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert waren Vorboten einer Auseinandersetzung zwischen universalistischen Perspektiven und deren partikularistischer Abwehr. Er zeigt, wie die beschleunigte Moderne in ihrer seit hundert Jahren anhaltenden, ständigen »Flucht nach vorne« wachsende Problemberge vor sich herschiebt, zu deren gedanklicher Bewältigung die alten Ideologien des Liberalismus, des Sozialismus und des Nationalismus immer wieder in neue Kleider schlüpfen und in neuen Paradoxien sich verheddern.</p>



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