Licht anmachen!

Vom 24. Februar 2017.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – selbst noch dann, wenn es ein Sprachbild ist. Klingt widersprüchlich? Ist es nicht. Bilder dieser Art sind glückhaft und teilen etwas auf eine ganz unvergleichliche Weise mit. Auf ein solches Bild stießen wir in Michael Klonovskys unersetzlichen Acta diurna, der in seinem Eintrag vom 23.Februar Das Migrationsproblem von Rolf Peter Sieferle bespricht:

»Er (Sieferle) hinterließ, wenn ich recht im Bilde bin, mehrere Manuskripte, darunter als eine Art Vermächtnis das Manuskript für ein schmales Bändchen, das unter dem Titel „Das Migrationsproblem“ soeben erschienen ist. Es handelt sich um eine prägnante, ungemein luzide, im besten Sinn aufklärerische Schrift. Bei der Lektüre entsteht der Eindruck, jemand habe in einem schummrigen Raum das Oberlicht angeschaltet.«

»Klick« macht das Bild. Klonovskys Lektüre-Erkenntnisse liest man mit ebensolchem Gewinn wie das Buch selbst.

Den ganzen Eintrag finden sie unter der Acta Diurna, zu den Büchern geht es hier:


Michael Klonovsky: Bitte nach Ihnen

‚Bitte nach Ihnen‘ ist kein privates Tagebuch. Es handelt von öffentlichen Dingen – angelehnt an die von Gaius Julius Caesar unter dem Namen Acta diurna eingeführte Urform der Zeitung. Klonovsky protokolliert die kulturelle und demografische Umformung Europas und seines deutschen Herzlandes, ohne an die parfümierten Ideale zu glauben, in deren Namen sich dieser Prozess vollzieht. Dem Autor geht es nicht nur um den Zerfall als solchen, sondern um seinen intellektuellen, künstlerischen und politischen Begleitlärm, um die geistigen Vergiftungen unseres Alltags.

Michael Klonovsky: Die Liebe in Zeiten der Lückenpresse

»Wir schaffen das« war ursprünglich der Ausruf Michael Klonovskys beim Anblick seines ersten Käsewagens in einem französischen Restaurant. Seitdem hat sein caesarischer Ausruf es weit gebracht. So weit, dass der Urheber sich mittlerweile an sein Leben im Sozialismus erinnert fühlt: »2015 ist das DDR-ähnlichste Jahr meiner seit 1990 gesamtdeutsch-bundesrepublikanischen Existenz«, schreibt Klonovsky in seinem neuen Band der Acta diurna.

Rolf Peter Sieferle: Das Migrationsproblem

In der Migrationskrise offenbaren sich nicht nur die Schwächen und das Scheitern des permissiven Staates, sondern auch die grassierenden Verständnis- und Erklärungsnöte der Öffentlichkeit. Während der deutsche Staat in seiner Führung handlungsunfähig erscheint, fehlt es dem medialen Establishment an krisenfesten Begriffen: der Einbruch der Wirklichkeit wird mit bundesrepublikanischen Wohlfahrtsideen und One-World-Phantasien quittiert: Wohlstand für alle, Grenzen für niemand. Dabei übersieht man die Fragilität eines Gemeinwesens, das durch den Sozialstaat getragen wird. Es fußt auf Solidarität und Vertrauen – Werte, die in einem Land mit ungeregelter Einwanderung gefährdet sind. Der Sozialstaat und seine Segnungen lassen sich nicht ins Unendliche expandieren.

Rolf Peter Sieferle: Epochenwechsel

1994 legte Sieferle diesen Großessay zum »Schlachfeld der Geschichte« vor, in dessen Zentrum das gegenüber dem universalistischen Projekt des »Westens« widerständige Deutschland mit seinem Willen zum eigenen Weg steht. Die beiden Weltkriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert waren Vorboten einer Auseinandersetzung zwischen universalistischen Perspektiven und deren partikularistischer Abwehr. Er zeigt, wie die beschleunigte Moderne in ihrer seit hundert Jahren anhaltenden, ständigen »Flucht nach vorne« wachsende Problemberge vor sich herschiebt, zu deren gedanklicher Bewältigung die alten Ideologien des Liberalismus, des Sozialismus und des Nationalismus immer wieder in neue Kleider schlüpfen und in neuen Paradoxien sich verheddern.

Rolf Peter Sieferle: Finis Germania

Der Universalgelehrte Rolf Peter Sieferle hat mit dem posthum veröffentlichten Finis Germania seine Nachtgedanken zur Lage Deutschlands hinterlassen. In dreißig inhaltsschweren und tiefgründigen, teilweise fragmentarischen Kurztexten beleuchtet er ohne Rücksicht auf Thementabus und medial verabredete Sprachregelungen Deutschlands jüngere Vergangenheit und Gegenwart und wirft einen abgründigen Blick in die Zukunft.

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