70 Jahre Cancel Culture BRD

von Frank Sämmer vom 14. September 2020.

Die bilderstürmenden Assassinen sind unter uns, die „Vielen“ demokratisierten Denunzianten, die gut genährten Taliban der blutenden Herzen, die Späher, Schnüffler und windigen Zuträger globalisierter Obrigkeit. Und die selbstgerechten maskierten Schneeflöckchen, die kleinen tugendhaften Rotgardisten, die kindlichen Säuberer von allem Bösen, denen die Guillotine nur eine bessere und gründlichere Zahnputzmaschine ist.

So rollen nun in der westlichen Welt die Köpfe von den Sinnbildern der Geschichte, es stürzen die Statuen der tradierten Kultur und unseres abendländischen identitären Werdens. Die metaphysischen Botschaften der alten völkerführenden Götter aber verblassen.

Kann sein, dass sich die Ikonoklasten verrechnen. Nach aller Erfahrung können die gestürzten Götterbilder nach ihrem Fall zur heiligen Erde mächtiger als zuvor wieder auferstehen. Sollen die Weltverbesserer doch die Sockel und erhöhenden Podeste gleich mitschleifen. Dann sind vielleicht eines Tages die gestärkten Helden aus Stein und Stahl wieder nahe und in Augenhöhe unter uns.

Indessen ist das ganze aktuelle public shaming und der Schlachtruf „Reißt den Scheiß nieder“ in der BRD mitnichten neu. Und bislang ist kein gut eingerichtetes Restbürgertum und kein schlotternder, bundesdeutscher Konservativer den seit 70 Jahren brandschatzenden Kulturdemokraten, Ikonoklasten, Sprach- und Volksverderbern aus der Mitte der Gesellschaft in den Arm gefallen. Warum sollte das jetzt anders sein, wo die Kinder und Enkel der ratlosen Eltern und Großeltern noch eins draufsetzen und konsequenter als sie, tugendtotalisiert erzogen, tabula rasa machen?
Was sich heute in Deutschland als Antirassismus von Weißen gegen den weißen Christus und gegen die Schuld des weißen Mannes bis in den Urgrund der Geschichte zeigt und wer einem totalitären Egalitarismus und Multikulturalismus den Weg ebnet, wer die gelebte Wirklichkeit und ihren tatsächlichen Augenschein für grundsätzlich verdorben hält und dem die Freiheit eines Christenmenschen eine faschistische Zumutung ist, – darf sich getrost gefördert und verstanden fühlen von den Begründern und Nachfolgern der Kulturrevolution der BRD nach dem bedingungslos verlorenen großen Kriege.

Warum wird vor allem die alte meisterhafte Kunst diskreditiert, warum werden allgemein klassische Bedeutungsbilder und Statuen und ihre lebhafte Gegenständlichkeit verhöhnt, warum muss alles was zeitlos schön, wahr und gut ist in den Dreck gezogen werden? Die städtezerstörenden, gesichtslosen Scheußlichkeiten von heute aber, die Plätze verheerenden, abstraktionistischen T-Träger, der ganze verrostete und in Stein gehauene Kunstmüll der zeitgeistigen Museen, all die auf hohen Sockeln stehenden Beleidigungen des Augensinns, aus öffentlichen Händen gefördert und gefeiert, – bleiben.

Mit der Gründung der BRD wurde von Anfang an ein neuer korrekter Kulturbegriff in Westdeutschland installiert, der auch das Einverständnis der westalliierten Besatzungsmächte hatte. Dabei wurde auf bis dahin unbekannte Weise in die Maßstäblichkeiten, Wertigkeiten und Deutungen von deutscher Kunst und Kunstgeschichte eingegriffen und ein unüberwindliches demokratisch korrektes Meinungsdiktat etabliert, das dem neuen deutschen Menschen als Weltkultur des freien Westens und Endpunkt der deutschen Geschichte und ihrer Irrtümer verkauft wurde. Damit war ein moralischer Impuls des deutschen Schuldkults gesetzt, der die propagierte Staatskunst der BRD bis heute als unhinterfragbare und alternativlose Cancel Culture festlegt.

In Abgrenzung gegen die erfolgreiche aber böse Kunst des 3. Reichs und ihre verstrickten Künstler wurden die axiomatische Gegenständlichkeit der Kunst und ihre sinnhaften Wirklichkeitsbezüge in Abrede gestellt und alle Formen leerer Abstraktion und medial und technisch erweiterter Kunstbegriffe herrschaftlich über die klassischen Gattungen gestellt.
Als Nullkunst hängt sie seitdem am Gängelband obrigkeitlicher Institute, Medien und manipulierter Märkte. Und so wenig sie auch bedeutet, kann sie doch als politische Ideologie die entmündigten Künstler und geblendeten Betrachter fest an die Hand nehmen und lenken, wie und wohin sie will, nicht im Namen der Freiheit, dafür aber entgrenzter Menschlichkeit.

Und weil ja heute alle Künstler sind am wunden Körper der Gesellschaft, reist nun jedes Spitznäschen, das nichts tut und nichts mehr hat, als alimentierter, aufgeschreckter Revolutionär und Gutmensch marodierend mit dem Hämmerchen durch Stadt und Land. Unantastbare Narren, letzte Radfahrer auf gespurter Bahn in die Cyberwelt des postmodernen Glücks.

Frank Sämmer – Die Ankunft der Muskazinenritter

Ein Ausblick auf den nächsten Künstler in der Manuscriptum-Galerie.

Dieses Buch erschien in einer streng limitierten Auflage anlässlich der Austellung

Die Muskazinenritter
2. bis 30. September 2018
in der Galerie Peter Tedden, Düsseldorf

Wir haben 60 Exemplare dieses exklusiv bei Manuscriptum erhältlichen Buchs auf Lager.

„Tabu“ – Frank Sämmer

Original: 1994, Öl auf Leinwand, 75 x 75 cm

Druck: High End Museumscan vom Original, Farbanpassung an Original, Digital Fine Art-Inkjetdruck auf Hahnemühle matt Photo Rag® Ultrasmooth (305g/m²), Blattgröße 95 x 95 cm.

Erhältlich als:
Druck ohne Rahmen: Sorgfältig verpackt und geschützt. Lieferung als Rollenversand in ca. 3 Werktagen. Versandkosten 12 Euro.

Druck mit Rahmen von HALBE®: Aluminium Rahmen, weiß matt, Mirogard-Glas entspiegelt. Lieferung per Spedition in ca. 10 Werktagen.

„Graf Peters Einzug in Neapel“ – Frank Sämmer

Original: 2014, Blattgold, Öl auf Leinwand, 100 x 140 cm

Druck: High End Museumscan vom Original, Farbanpassung an Original, Digital Fine Art-Inkjetdruck auf Hahnemühle matt Photo Rag® Ultrasmooth (305g/m²), Blattgröße 120 x 160 cm.

Inklusive Aluminium Rahmen von HALBE®, weiß matt, Plexiglas.

Alle gerahmten Bilder werden versandkostenfrei geliefert.

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