Nicht mit mir

Eben in einem münsterländischen Raiffeisenmarkt. Ein älterer Bauer in grünem Drillich zu einer Verkäuferin, die ihm unter Hinweis auf das kommende Tragegebot einen Mundschutz verkaufen will: „Bliww mi wech, Fastaomd, mökt sin.“ (Bleib‘ mir weg, zu Karneval vielleicht).

Die Generationen Fahrradhelm und folgende werden sich hingegen auf obrigkeitliche Weisung hin auch eine Pappnase aufsetzen, um damit eine Gefährdung ihres höchsteigenen Selbst zu mindern und ihre tugendhafte Folgsamkeit nach allen Seiten kundzutun. Und sie würden gleichzeitig jeden Pappnasenverweigerer als „Men!-schen!-feind!“ anklagen, was aber aufhört, sobald diese gröber gewirkten Naturen ihnen für ihre Schelte Backpfeifen zum Tausch anbieten.

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Das Ende vom Lied: Das Paradox der Prophylaxe

Wenn in einigen Monaten klar ist, daß es 2020 in Deutschland keinerlei pandemiebedingte Übersterblichkeit gab, wird die Politik sich hinsichtlich ihres zunächst kopflosen und dann geradezu bösartigen Umgangs mit einer Gespensterpandemie des Watzlawickschen „Patentrezepts“ erinnern: Ein Mann bemüht sich in Wien, Elefanten durch lautes Händeklatschen zu verscheuchen; dem Einwand, daß es diese Tiere hier doch gar nicht gäbe, begegnet er mit triumphaler Mine à la „Eben! Sehen Sie!“ und klatscht selbstzufrieden weiter.

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