Rahmstorf und Drosten: Brüder im Geiste der Beflissenheit

Stefan Rahmstorf vom mit Recht so berüchtigten Potsdam-Institut für Klimaforschung war tatsächlich tölpelhaft genug, auch in Sachen Corona das Wort zu ergreifen. Am 16. März meldete er sich auf dem science-sceptical-Blog mit einem Beitrag zum Thema „Wissenschaftsleugnung in Zeiten von Corona. Seine Einlassungen zum Thema Corona überstiegen das journalistische Verlautbarungsniveau um keinen Deut, aber er nutzte die Gelegenheit, eine Leidens- und Schicksalsgemeinschaft aus Klimatologen und Virologen zu proklamieren, denn beide seien vom Bösen Feind verfolgt, der nicht nur das Klima und den Virus, sondern gar die Wissenschaft selbst leugne.

Die Rechtgläubigen und „Der böse Feind“

Zu Herrn Rahmstorfs Gewerbe… Sonne + Wolken statt CO2

Wer seinen fünf Sinnen mehr traute als einer politisch in Dienst genommenen Wissenschaft, war während der 30jährigen Debatte um die globale Erwärmung stets konsterniert darüber, daß der 0,039%-Anteil eines Spurengases in der Atmosphäre die Temperaturen auf der Erdoberfläche bestimmen sollte, während die eigenen Sinne bekunden: Die Sonne und die Wolken tun es. Letztere moderieren, indem sie aufziehen, die Temperatur an jedem glühenden Julitage und in jeder sternklaren Frostnacht nach unten oder oben, und zwar nicht um 0,13° C Celsius, sondern gleich um 5° C oder mehr. Die IPCC-Klimatologen kennen allerdings gar keine Wolken; weil deren Bildung und Dichte sich schlicht nicht parametrisieren und modellieren läßt. Deshalb begnügen sie sich mit dem Wasserdampf, derals solcher aber praktisch keinen Einfluß auf die irdischen Temperaturen hat.

Es gab während der ganzen Zeit eine wissenschaftliche Opposition gegen die (im Grunde kindische) Annahme, daß die Ursachen irdischer Klimaänderungen allein irdischen oder gar menschlichen Ursprungs seien. Auf den Planeten wirken mächtige Kräfte irdischer, solarer, orbitaler, galaktischer und kosmischer Herkunft dauernd oder zyklisch ein. Das müssen die IPCC-Klimatologen vergessen, denn wenn sie diese Kräfte in Rechnung stellten, dann bliebe keinerlei Raum für eine Wirkung ihrer Spurengase. Und so behauptet Georg Feulner vom Potsdam Institut zum irdischen Temperaturgeschehen allen Ernstes auf Welt-Online: „Es gibt einen Einfluß der Sonne, aber er ist klein“ Woher zieht man den Mut zu solch absurden Aussagen? Richtig, allein aus der Verzweiflung!

Es gab immer Physiker, die diese absurde und interessengesteuerte Einschränkung der Wirkfaktoren nicht akzeptierten. Dazu gehören etwa Jan Veizer und Nir Shaviv und Hendrik Svensmark. Als Treiber des irdischen Klimas und seiner Veränderungen gelten ihnen die magnetischen Sonnenzyklen, die mittelbar, nämlich in dem Maße, in dem sie bestimmte kosmische Partikelstrahlung fördern oder unterdrücken, auch die Wolkenbildung und die Wolkendichte beeinflussen. Und die Wolkendichte ist, ganz wie das Alltagverständnis es nahelegt, der bestimmende Faktor für die Oberflächentemperatur der Erde.

Die so orientierten Forschungsansätze machen gerade einen mächtigen Sprung nach vorne, weil es ihnen mittlerweile gelungen ist, ein Temperaturmodell zu entwickeln, daß im Rücklauf die Kalt- und Warmphasen der letzten 1.000 Jahre (Mittelalterliche Warmzeit, Maundersminimum, Daltonminimum) mit hoher Genauigkeit trifft. Die „Globalen Zirkulationsmodelle des IPCC“ scheitern daran noch immer kläglich, was allein ein Beleg für ihre vollständige Untauglichkeit ist. Wer sich genauer informieren möchte, lese diese Studien aus Finnland, der Schweiz, Japan und England:

Sun’s impact on climate change quantified for first time

J.Kauppinen und P. Malmi (2019). No experimental evidence for the significant anthropogenic climate change

J. Kauppinen und P. Malmi. Major feedback factors and effects of the cloud cover and the relative humidity on the climate. arXiv e-prints, page arXiv:1812.11547, Dezember 2018..

https://arxiv.org/abs/1812.11547

Yusuke Ueno, Masayuki Hyodo, Tianshui Yang, Shigehiro Katoh. Intensified East Asian winter monsoon during the last geomagnetic reversal transition. Scientific Reports, 2019; 9 (1) DOI: 10

Zharkova, Valentina; Shepherd, Simon; Popova, Elena; Zharkov, Sergei.: Heartbeat of the sun from principal component analysis and prediction of solar activity on a millenium timescale

Nur nebenbei: Modelle, die diese solarkosmischen Parameter in den Mittelpunkt stellen, sagen für einen 30jährigen Zeitraum ab 2020 ein Solares Superminimum mit einer erheblichen Abkühlung voraus

„… und bewundern seine Werke“ – Hoimar von Ditfurth zu dem großen Lebenskreislauf von Sauerstoff und Kohlenstoff

„Bevor die Pflanzen auf der Erdoberflache erschienen, war die Erdatmosphäre praktisch frei von Sauerstoff. Als die Pflanzen ihn zu erzeugen begannen, gab es noch niemanden, dem er hatte nützen können. Er war Abfall. Dieser Abfall reicherte sich in der Atmosphäre unseres Planeten mehr und mehr an bis zu einem Grad, der die Gefahr heraufbeschwor, daß die Pflanzen in dem von ihnen selbst erzeugten Sauerstoff würden ersticken müssen.

In dieser kritischen Situation holte die Natur zu einer gewaltigen Anstrengung aus. Sie ließ eine Gattung ganz neuer Lebewesen entstehen, deren Stoffwechsel just so beschaffen war, daß sie Sauerstoff verbrauchte. Während wir gewohnt sind, die Pflanzen einseitig als die Lieferanten des von Tieren und Menschen benötigten Sauerstoffs anzusehen, .. stehen (wir) unsererseits im Dienste pflanzlichen Lebens, das in kurzer Zeit erlöschen würde, besorgten wir und die Tiere nicht laufend das Geschäft der Beseitigung des als Abfall der Photosynthese entstehenden Sauerstoffs.

Die Stabilität der wechselseitigen Partnerschaft zwischen dem Reiche pflanzlichen Lebens und dem von Tier und Mensch ist ganz sicher nicht so groß, wie es die Tatsache vermuten lassen könnte, daß sie heute schon seit mindestens einer Milliarde Jahren besteht. Es gibt viele Faktoren, die ihr Gleichgewicht bedrohen. Einer von ihnen ist der Umstand, daß ein beträchtlicher Teil des Kohlenstoffs, der für den Kreislauf ebenso notwendig ist wie Sauerstoff –keine Photosynthese ohne Co2– von Anfangan dadurch verlorengegangen ist, daß gewaltige Mengen pflanzlicher Substanz nicht von Tieren gefressen, sondern in der Erdkruste abgelagert und von Sedimenten zugedeckt wurden. Dieser Teil wurde dem Kreislauf folglich laufend entzogen, und zwar, so sollte man meinen, endgültig und unwiederbringlich. Das Ende schien nur noch eine Frage der Zeit.

Wieder aber geschieht etwas sehr Erstaunliches: In eben dem Augenblick -in den Proportionen geologischer Epochen, in dem der systematische Fehler sich auszuwirken beginnt, erscheint wiederum eine neue Lebensform und entfaltet eine Aktivität, deren Auswirkungen die Dinge wie beiläufig wieder ins Lot bringen. Homo faber tritt auf und bohrt tiefe Schächte in die Erdrinde, um den dort begrabenen Kohlenstoff wieder an die Oberflache zu befördern und durch Verbrennung dem Kreislauf von neuem zuzuführen. Manchmal wüßte man wirklich gern, wer das Ganze eigentlich programmiert.“

Hoimar von Ditfurth: Zusammenhänge: Gedanken zu einem naturwissenschaftlichen Weltbild. Hamburg 1984, Seite 42

Wer auch immer: Klimatologen waren außen vor.

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Die neue Übersichtlichkeit: Wissenschaftliche Weltsichtpflichten

Die geschichtspolitisch bewährte Unterscheidung zwischen „Bekennern“ und „Leugnern“ hat sich in alle denkbaren Kontroversen ausgebreitet. Globalpolitisch legitimierte Glaubensinhalte wie die CO²-bedingte Klimaerwärmung, gelingende Energiewenden ins Windige und Sonnige, Feinstaub-Mortalität, die unterschiedslose Gleichausstattung von Geschlechtern und Kontinentbewohnerarten treffen fortan nicht mehr auf Widerspruch mit besseren oder schlechteren Argumenten, sondern nur noch auf „Leugner“ mit schlechtem Charakter. Bis in die naturwissenschaftl­­ich-technischen Fächer des universitären Wissenschaftsbetriebs hinein hat sich diese Dichotomie von „Bekennern“ und „Leugnern“ bereits durchgeprägt. Doch anders als in der Bergpredigt der Vater im Himmel, lassen die Bürokraten die Sonne nicht aufgehen und den Regen nicht fallen über Gerechte und Ungerechte, über Bekenner und Leugner, sondern strafen letztere wegen ihres schlechten Charakters mit dem Entzug von Forschungsmitteln und öffentlicher Wahrnehmbarkeit. Was bleibt sind „Opportunisten unter sich“, also die Alleinanwesenheit eines schmiegsamen Ja-Sager-Typus, der allerdings noch nie etwas gebacken, geschweige denn erdacht und gebaut gekriegt hätte.

Eine Gesellschaft, die sich derart von ihren Erkenntnisquellen und Potentialen abschneidet, mag an gutem Gewissen gewinnen, aber freilich nur unter völliger Dreingabe ihrer Realitätstüchtigkeit. Die Folgen werden täglich augen- und ohrenfälliger: Neues kommt nicht in die Richte, und im alten Gebälk knirscht und knarrt es so, als sei der Geist seiner Erbauer in Wallung geraten und stehe kurz vor einem Wutausbruch.

Ein neuer Autor von Rang: Michael Beleites

Michael Beleites, ein Mann mit bewegter Biographie und demnach großer Lebenserfahrung, begnadeter Ornithologe, DDR-Umweltschützer, Landwirt, Politiker, Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen – und seit 2014, als die erste Auflage seines Buches Umweltresonanz – Grundzüge einer organismischen Biologie auch ein Naturforscher von hohem Rang. Gegen die ideologisch verklemmte „Synthetische Evolutionstheorie“ macht er geltend, daß die Natur und ihre Arten nicht in einer ständigen, von Mutation, Selektion, Konkurrenz und Gendrift vorangetriebenen Veränderung gefangen ist, sondern – im Gegenteil – Ordnungskräfte wirksam sind, die die Arten und ihre Varietäten in einer genetischen Kohärenz sichern und fixieren. Das Buch ist auch ein Angriff auf das noch herrschende, aber brüchig werdende Evolutionsparadigma, aber ein Angriff mit einer sehr viel subtileren Argumentation als die, die man aus der kirchlichen oder antiatheistischen Opposition gewohnt ist.

Wir nehmen sein Buch zum Anlaß, eine neue Reihe zur Kritik der modernen naturwissenschaftlichen Scholastik zu eröffnen. Sie heißt Natur.Wissenschaft.Philosophie. An weiteren Manuskripten sind wir interessiert.

Im Sommer 2020 erscheint bei uns ein neues Buch von Michael Beleites unter dem Titel Degeneration und Regeneration. Biologische, ökologische und soziale Perspektiven. Darin nimmt er den in seinem Großwerk gewonnen und ausgearbeiteten Begriff der „Umweltresonanz“ als Ausgangspunkt für Überlegungen zu einer Überwindung des degenerativen und entropischen Zugs, den die Gegenwart unübersehbar angenommen hat. Bestellinformationen zu dem Titel folgen.

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