Unsere Autoren zu Themen der Zeit (II):

Vom 28. Juli 2016.

H. L. Mencken zu: »Demokratische Kriege«

»Kriege werden heute damit begonnen, daß man einen Pöbelhaufen in Panik versetzt; sie enden, wenn seine grimmigste Wut verraucht ist. Alle Kriege der Christenheit sind jetzt widerlich und herabwürdigend; ihre Leitung ist aus den Händen des Adels und Rittertums in die Hände von Pöbelaufwieglern, Geldmaklern und Scheußlichkeitserfindern übergegangen. Um sich dem Kriege in so großherziger Weise zu weihen, wie es Prinz Eugen, Marlborough und der Alte Dessauer zu tun wußten, ist man zur Zeit genötigt, unter die Barbaren zu gehen«.


H. L. Mencken: Kulturkritische Schriften 1918-1926

Im ersten Band der Manuscriptum-Ausgabe macht er sich gleich dreier Ruchlosigkeiten schuldig: des Anti-Feminismus („Die Verteidigung der Frau“, 1918), des Anti-Amerikanismus („Das amerikanische Credo“, 1920) und der Demokratiefeindlichkeit („Demokratenspiegel“, 1926), wobei diese drei Objekte seines Spottes für ihn nur drei Aspekte ein und derselben Abirrung sind.

H. L. Mencken: Autobiographisches 1930-1948

„Mencken war davon überzeugt, daß sich die Wahrheit unaufhörlich wandelt und verändert ‚wie die Oberfläche eines Diamanten‘. Mit sich identisch ist nur das Dumme und Dumpfe, das sich zäh in Form hält“, schrieb Ulrich Horstmann in der Süddeutschen Zeitung. „Wo demnach Irrtümer als‚ die einzige fixe Größe in einer Welt des Chaos‘ erscheinen, da müssen argumentative Fest-Stellungen immer wieder unterlaufen, gedreht und gewendet werden, um ihre Brillanz und ihren Esprit zu erhalten.“

H. L. Mencken: Zur Verteidigung der Frau

Zur Verteidigung der Frau ist die vielleicht köstlichste Schmähung des Mannes in der Geschichte der westlichen Literatur. Gleichwohl beabsichtigte der Autor damit keineswegs, der anderen Seite ein Fest zu bereiten. Vielmehr warnte er die Frauen eindringlich davor, den Verheißungen der Gleichstellungseinklägerinnen seiner Zeit zu folgen und die besseren Männer werden zu wollen.

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