»Bis zuletzt Aushalten«

Vom 31. Oktober 2016.

In der aktuellen Ausgabe der Jungen Freiheit wird zweifach auf unseren Autor Peter Furth hingewiesen. Anlaß ist die Rezension seines letzten Buches Massendemokratie, dem Nachfolger des Standardwerks Troja hört nicht auf zu brennen (2008). Der Rezensent Wolfgang Müller erkennt darin eine Analyse der »brutalen Dehumanisierung westlicher Gesellschaften«, in denen der Konsum an die Stelle des Gemeinschaftssinns getreten ist. Der »mobile Mensch« (Furth), erleichtert um sein kollektives historisches Bewußtsein, geht auf und unter in der »Weltgesellschaft«.

Persönliches von Peter Furth vernimmt man im Fragebogen der Zeitung. Dort äußert sich der Autor zu seiner »Klitsche im Wendland«, zur Prägung durch seine Eltern, zum endlosen Kampf zwischen Aufklärung und Gegenaufklärung und seiner Entgegnung auf den Tod: »Bis zuletzt Aushalten«.


Peter Furth: Troja hört nicht auf zu brennen

Dieser Band enthält die verstreut erschienenen Aufsätze aus den letzten 25 Jahren des 1995 emeritierten Sozialphilosophen Peter Furth (Freie Universität Berlin) und ehemaligen Mitarbeiters am Frankfurter Institut für Sozialforschung unter Theodor Adorno. »Ideologiekritik nachtotalitär« der Untertitel seines 1991 erschienenen Buches Phänomenologie der Enttäuschungen könnte als denkbar kürzeste Formel für die Richtung dienen, in die das Spätwerk von Peter Furth weist.  

Peter Furth: Massendemokratie

In der Tat geht es um die alten Gegensätze der Politik und der politischen Theorie, um Masse und Individuum, Freiheit und Gleichheit, Bourgeois und Citoyen, Liberalismus und Sozialismus. Die überrasch-ende Leistung der Massendemokratie besteht jedoch darin, diese Gegensatzpaare erstmals miteinander korreliert zu haben – mit teils überraschenden und paradoxen Folgen.

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