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	<title>Feldweg, Waldgang: Verortungen Archive - Manuscriptum</title>
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	<title>Feldweg, Waldgang: Verortungen Archive - Manuscriptum</title>
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	<item>
		<title>Die Entdeckung einer wenig bekannten Kulturlandschaft.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Aug 2024 11:51:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
		<category><![CDATA[Über den Talleyrand geblickt. Selbstdenker am Werk]]></category>
		<category><![CDATA[Was war? Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Andrew Stüve hat ein liebevolles Portrait seiner Heimat geschrieben: Mecklenburg. Wir haben ihn nach seinen Beweggründen gefragt. Was verbindet Sie persönlich mit Mecklenburg? Mecklenburg ist &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/die-entdeckung-einer-wenig-bekannten-kulturlandschaft/">Die Entdeckung einer wenig bekannten Kulturlandschaft.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image is-style-default">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/stueve_andrew_heller.jpg" alt="" class="wp-image-2591" style="aspect-ratio:0.7338551859099804;object-fit:cover;width:364px;height:auto"/></figure></div>


<p><em>Andrew Stüve hat ein liebevolles Portrait seiner Heimat geschrieben: Mecklenburg. Wir haben ihn nach seinen Beweggründen gefragt.</em></p>



<p><strong>Was verbindet Sie persönlich mit Mecklenburg?</strong></p>



<p>Mecklenburg ist meine Heimat, wie bereits die meiner Eltern und Großeltern. Durch den Umstand, dass ich meine Kindheit und ebenso die Jugend hier zubrachte, wurden mir Land und Leute zunächst zu einer Selbstverständlichkeit, wie alles, womit wir organisch verwachsen. Erst später stieg nach dem Verlassen des vertrauten Bodens meiner Vaterstadt Schwerin, sowohl durch die Distanz und die mit ihr verbundene Einsicht, dass zu einer Landschaft nicht notwendigerweise Seen gehören müssen, als auch durch die gewöhnlichen Reifungsprozesse die Wertschätzung meiner Heimat, deren natürliche Schönheit und Reichtümer mir stetig näher und lieber wurden. Als einen der großen Schätze Mecklenburgs erkannte ich auch endlich seinen kernigen und herzlichen Menschenschlag. Mittlerweile wieder zurückgekehrt, darf ich heute mit meiner Familie die Festtagsruhe des mecklenburgischen Landlebens genießen.<br><strong><br>Warum schreibt man heute noch ein Buch über eine Kulturlandschaft wie Mecklenburg? Was sind für Sie die Früchte solcher „Heimatforschung“?</strong></p>



<p>Beim Verfassen der vorliegenden Arbeit dachte ich glücklicherweise nicht recht an Früchte oder sonstige Zugewinne. Über die Zeit kleinerer privater Studien hinweg wuchs in mir das Bedürfnis, die mir selbst bis dahin völlig unbekannte Geschichte meiner Heimat zu ergründen; die allgemeine nachsichtige Geringschätzung der Kultur Mecklenburgs gab mir zudem den Anreiz, dessen Schätze einmal zusammenzutragen und auszustellen. Da mir eine rein historische Abhandlung zu dröge erschien, stellte ich mit den Eindrücken aus unserer landeseigenen Literatur, einiger Erholungsreisen in verschiedene Landesteile Mecklenburgs und dem persönlichen Austausch mit den Bewohnern ein Länderportrait zusammen, das den Landescharakter offenlegen soll. So fielen gewissermaßen die Früchte zunächst in den eigenen Korb, ich darf jedoch hoffen, dass meine Landsleute und auch Fremde Appetit bekommen und sich an diesem bedienen mögen.<br><strong><br>Der Geist des „alten Mecklenburg“: Ist er auch heutzutage noch lebendig?</strong></p>



<p>Mecklenburg hat sich seit einigen Jahrzehnten stark herausgeputzt und ist äußerlich auch in mancher Hinsicht dem Modernisierungsdrang unterlegen, man sieht es vor allem an den bedeutenden Landstädten. Durchaus finden sich allerdings noch heute jene Merkmale, die schon das alte Mecklenburg gekennzeichnet haben. Im Volke leben noch manche alten Wesenszüge fort, genannt seien beispielsweise die Achtung vor Stand, Beruf und Abkunft, der Respekt vor Besitz und die Anerkennung der Verantwortung, welche dieser mit sich bringt; das dumme Neid-Ressentiment hingegen, hat hier bis heute nie Fuß fassen können. Gegenüber Politik und Obrigkeit besteht noch heute eine weit verbreitete Gleichgültigkeit, wie sie bereits zu Zeiten des Ständestaats im Volke existierte, was Rebellion aber ebenso Komplizenschaft weitgehend ausschließt. Auch der natürliche Instinkt zur Familie hat sich hier, trotz der modernen Hemmnisse des unsäglichen Scheidungs- und Sorgerechts und der enthemmten Liberalisierung des Einzelnen, landläufig erhalten und wird hoffentlich auch die weiteren gesellschaftlichen Experimente überstehen. Die alte norddeutsche, in sich gekehrte Frömmigkeit von einst ist allerdings stark säkularisiert worden, was jedoch kein landestypisches, sondern ein allgemeines Phänomen, insbesondere im deutschen Osten ist.<br><strong><br>Wie muss man sich den „typischen Mecklenburger“ vorstellen?</strong></p>



<p>Was den typischen Mecklenburger betrifft, lässt es sich leicht auf die Werke unseres Fritz Reuters und auf all die Jochen Nüßlers, Müller Voss oder Karl Havermanns verweisen, die man noch heute im Volke antrifft, aber ich möchte mich um eine treffende Antwort aus eigener Anschauung bemühen. Es liegt eine wohltuende, ungeschliffene Art in seinem Auftritt und ein gesundes Misstrauen gegenüber den großen Worten und abstrakten Begriffen ist in ihm wachsam. Er ist von einer eigentümlichen Unbekümmertheit der kommenden Dinge gegenüber erfüllt. Das Gefühl ist ihm sehr kostbar und er trägt es daher nicht leichtsinnig nach außen. Ärger und Wut sind impulsiv und daher genauso rasch vorüber, wie sie aufgestiegen sind. Sein Witz ist derbe, sein Humor schallend und stets geistvoll genug, um auch die Geistesmenschen brechen zu können. Man erlebt ihn eher in fröhlicher Geschwätzigkeit als in anstrengender Mitteilsamkeit.<br><strong><br>Wenn man Mecklenburg näher kennenlernen möchte: Wo fährt man hin? </strong><br><br>Wenn Sie das Meer bevorzugen, dann besuchen Sie unbedingt die Gegend um Doberan, Kühlungsborn und Heiligendamm, sofern Sie sich vom Massentourismus nicht abschrecken lassen. Sie genießen dann beste Strände, den bedeutendsten Kirchenbau des Landes und liebevolle Städtchen in Küstennähe. Wenn Sie für Wanderungen sind, dann kann ich Ihnen die Schweiz empfehlen, zwischen Teterow und Stavenhagen finden Sie überall beste Landschaften dazu, die mit alten Herrenhäusern gespickt sind. Drittens wären da noch die Seenlandschaften, vorzüglich in und um Schwerin oder aber von der Müritz bis zum Plauer See, wo sich Ausflüge auf dem Wasser nach jedem Geschmack machen lassen und die Orte günstige Unterkünfte in bester Lage bieten.</p>



<p><strong>Wir danken für das Gespräch!</strong></p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/die-seele-mecklenburgs.html"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="382" height="602" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/die-seele-mecklenburgs-manuscriptum.jpg" alt="" class="wp-image-2596 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/die-seele-mecklenburgs-manuscriptum.jpg 382w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/die-seele-mecklenburgs-manuscriptum-190x300.jpg 190w" sizes="(max-width: 382px) 100vw, 382px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h2 class="wp-block-heading">Andrew Stüve: Die Seele Mecklenburgs.</h2>



<p>Eine lustvolle Wanderung durch Geschichte, Gepräge und Gemüt des alten Landes Mecklenburg und seiner Bevölkerung von der Zeit der Wenden, der Besiedlung durch Deutsche und dem Wirken der Hanse über den Dreißigjährigen Krieg und den Ständestaat bis in unsere Zeit. Stüves Streifzüge durch Hügelweiden, Seenplatten und entlang der Ostseeküste eröffnen tiefe Einblicke in Kultur und Lebensart vom Landmann bis zum Landadel. Daneben veranschaulichen auch Charakterisierungen der Städte und ihrer Bürger das Wirken der bedeutendsten Mecklenburger. Durch zahlreiche Abbildungen und literarische Zeugnisse von Zeitgenossen aller Jahrhunderte entsteht vor dem Leser das satte und heitere Bild einer bislang nur wenig bekannten deutschen Kulturlandschaft.&nbsp;</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Fritz Reuter: Das Leben auf dem Lande</h2>



<p>Ut mine Stromtid</p>



<p>Fritz Reuters (1810-1874) Jugend und Studienzeit war geprägt von Konflikten. Weder war er ein guter Schüler, noch entsprach er den Erwartungen seines Vaters. Als dann auch noch sein Feuer für die Republik entbrannte, geriet er ins Visier des Staates. Als Student der Rechte wurde er nach dem Hambacher Fest 1833 in Berlin verhaftet und 1836 wegen Mitgliedschaft in einer als revolutionär eingestuften Jenaer Burschenschaft zum Tode verurteilt. Die DDR trieb einigen Aufwand, um Reuter in die Ahnengalerie prokommunistischer Geister aufzunehmen. Von König Friedrich Wilhelm III. zu dreißigjähriger Festungshaft begnadigt, kam Reuter aufgrund einer Amnestie nach sieben Jahren frei. Es folgte der solide Teil seines Lebens und der Durchbruch als Autor. Seine Zeit als Landwirtschaftseleve („Strome“) auf Mecklenburgischen Gütern, die ihn nach seiner Kerkerzeit und abgebrochenem Studium in eine bürgerliche Existenz zurückführte, schilderte er in seinem in Mecklenburger Platt geschriebenen Hauptwerk&nbsp;<em>Ut mine Stromtid</em>&nbsp;breit, farbig und temperamentvoll &#8211; einschließlich des unvergleichlichen »Entspekters«, ein ungeschulter, aber hochphilosophischer Kopf, lebensklug, weltweise und zu den herrlichsten Sprachschöpfungen beflügelt. Reuter gibt einen &#8211; oft auch kritischen &#8211; Einblick in das Alltagsleben der Landbewohner Mecklenburgs um 1850.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Andrew Stüve: Schwarz und Weiß</h2>



<p>Eine preußische Geistesgeschichte</p>



<p>1947 wurde der Staat Preußen von den vier Besatzungsmächten aufgelöst. „Und gewiß&#8220;, schrieb Hans-Joachim Schoeps, „das alte Preußen, wie es einmal war, ist tot, aber nicht der klassische preußische Geist.&#8220; Doch wo sind sie, die einstigen Tugenden des Ordnungsgeistes, Pflichtgefühls und der Opferbereitschaft? Mögen sie auch verschüttet, verzerrt und diskreditiert sein, erinnert der Autor jenseits der Klischees vom „Alten Fritz“ an dieses wertvolle preußische Erbe &#8211; in vier Porträts zeichnet er das Bild der berühmten Gestalten Moltke, Fichte, Blücher und Hegel, und arbeitet die typisch preußischen Züge im Handeln und Denken dieser Militärstrategen und Philosophen heraus. Sein Buch wird so zum Plädoyer für eine sittlich-mentale Renaissance: Denn gerade von diesem Erbe, von der Erneuerung der Idee Preußen kann auch eine revitalisierende Kraft für Deutschland ausgehen, in dem Hysterie, Verantwortungslosigkeit und Selbstsucht an der Tagesordnung sind.</p>



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<p></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Rom-Idee als treibende Kraft der abendländischen Entwicklung.</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/die-rom-idee-als-treibende-kraft-der-abendlaendischen-entwicklung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Aug 2024 07:35:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
		<category><![CDATA[Über den Talleyrand geblickt. Selbstdenker am Werk]]></category>
		<category><![CDATA[Was war? Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das neue Buch von Dr. Frank Lisson, »Rom im Banne deutscher Identität« , folgt der Entwicklung der Rom-Idee im Abendland und stellt ihren Einfluß insbesondere &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/die-rom-idee-als-treibende-kraft-der-abendlaendischen-entwicklung/">Die Rom-Idee als treibende Kraft der abendländischen Entwicklung.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image is-style-default">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/435x627_lisson.jpg" alt="" class="wp-image-2571" style="aspect-ratio:0.7338551859099804;object-fit:cover;width:364px;height:auto"/></figure></div>


<p><em>Das neue Buch von Dr. Frank Lisson, »Rom im Banne deutscher Identität« , folgt der Entwicklung der Rom-Idee im Abendland und stellt ihren Einfluß insbesondere auf die deutsche Geschichte dar. Der Hang der Deutschen zur Latinität war zwar zunächst an die kirchliche Überlieferung gebunden, spätestens aber mit Aufblühen des Humanismus in Deutschland immer stärker an einem römisch-heidnisch-antiken Bezugsrahmen ausgerichtet.</em> <em>Dr. Lisson beleuchtet Gründe und Folgen davon und zeigt in seiner fulminanten Studie, dass wir auch heute noch an die ethnische und geistige Substanz unserer geschichtlichen Tradition anknüpfen können.</em></p>



<p><strong>Lieber Dr. Lisson, nach Ihrer voluminösen Studie <em>Griechentum und deutscher Geist</em> haben Sie nun eine Art Ergänzung oder Erweiterung vorgelegt, die das deutsche Verhältnis zum Römertum betrifft. Warum erschien Ihnen das notwendig?</strong></p>



<p>Wer die verhängnisvolle Entwicklung des Abendlandes samt dessen heutigen Auflösungsbestrebungen verstehen will, muss bei der Frage nach der Beschaffenheit der geistigen Grundlagen dieser Kultur ansetzen. Und tatsächlich enthält besonders die deutsche Antikenrezeption eine Menge Hinweise auf das von Anfang an gestörte Verhältnis der postantiken Europäer zu sich selber; Ansätze zur Erklärung der kulturellen Dauermisere mit allen ihren politischen Folgen nach 1900, die bisher kaum beachtet worden sind. Neben dem aufschlussreichen Phänomen der deutschen Sehnsucht nach Hellas, spielt die kulturelle Abhängigkeit von Rom für die Tragik der »deutschen Seele« eine ebenso schwerwiegende Rolle wie die religiöse Abhängigkeit vom Judentum: ein Aspekt, den ich in einem dritten Teil, <em>Abendland und Orient</em>, als Abschluss jener deutsch-europäischer Herkunftsproblematik zu erhellen versuche. Denn die kulturellen Fundamente, auf denen das Abendland und die deutsche Bildung basierten: Judentum, Römertum, Griechentum, waren nicht nur aufgrund ihres »Adoptionsverhältnisses« von Beginn an extrem brüchig. Dieser komplizierte Bau brach bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in sich zusammen und löste dadurch jene geistigen Eruptionen aus, die in die heutige Selbstauflösungsmentalität geführt haben. &nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Wie schon im <em>Griechentum</em> haben Sie nun auch im Rom-Buch tiefe Einblicke in die Bemühungen der deutschen Altertumswissenschaft um Identitätsbildung gewährt und dabei anhand reichhaltigen, zumeist kaum bekannten Quellenmaterials zugleich das Scheitern dieser Bemühungen aufgezeigt. Wie erklären Sie sich, dass trotz der vielen gewichtigen Gedanken, die beide Bücher enthalten, das <em>Griechentum</em> bisher quasi ohne Resonanz geblieben ist?&nbsp;</strong></p>



<p>Zum einen liegt das sicher daran, dass Bücher, die in »alternativen« Verlagen erscheinen, auch nur von »alternativen« Medien wahrgenommen werden, wo jedoch leider oft das Interesse an kulturpsychologischen Hintergrundanalysen, vielleicht auch die nötige Kennerschaft fehlt. Es ist freilich sehr zu bedauern, dass selbst in konservativen Kreisen die Bereitschaft stark geschwunden zu sein scheint, sich mit substantiellen Fragen der deutschen Bildungs- und Kulturgenese gründlicher auseinanderzusetzen. Dadurch wird es umso schwieriger zu verstehen, <em>was </em>in solchen Büchern überhaupt gesagt wird und welche Not dazu geführt hat, sie zu schreiben.&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Im Rom-Buch stellen Sie viel mehr Gegenwartsbezüge her als im <em>Griechentum</em>, wodurch das Buch in seinen Aussagen »aktueller« erscheint.</strong></p>



<p>Ja, im <em>Griechentum</em> findet sich vorrangig der Zeitraum zwischen 1760 und 1860 behandelt, also die Phase der eigentlichen deutschen »Gräkomanie« in ihrer ganzen Intensität, die, so plötzlich sie begonnen hatte, auch wieder erlosch. Der Rom-Gedanke greift dagegen viel weiter in die deutsche Geschichte, da er nicht nur (wie die Liebe zu Hellas) die Bildung erfasste, sondern über das Lateinische als Kirchen- und Wissenschaftssprache, aber auch als <em>Translatio imperii</em> deutlicher im Gesamtbewusstsein verankert war. Darum hat er sich auch als verhängnisvoller erwiesen. Roms stellte das Zentrum des Christentums dar, die neuhumanistische Begeisterung für Hellas gewissermaßen das Gegenstück dazu. Als Reaktion auf Rom war der Protestantismus entstanden, also der Antrieb zur deutschen Philosophie und Philologie, den beiden großen »Unruhestiftern«, schließlich auch Desillusionierern und damit Wegbereitern in den übermodernen Nihilismus.&nbsp; &nbsp;</p>



<p><strong>Woran liegt es, dass die einstige überragende Bedeutung des Altertums für die deutsche Bildung und Kultur aus dem allgemeinen Bewusstsein so gut wie verschwunden ist?</strong> <br><br>Das hängt sicher mit der Verdichtung der Zeiterfahrung und dem Ereignisreichtum des 20. Jahrhunderts zusammen. Da die digitale Informationsflut niemand verkraften kann, will jeder alles sofort wissen, sich aber nichts selber erarbeiten. Oft fehlt es schlicht an Konzentrationsvermögen, aber auch an Neugier. Man beschränkt sich darauf, vor allem das zu erfahren, was man ohnehin schon weiß. Und wenn dies auch noch mundgerecht und pikant gewürzt serviert wird – umso besser. Die Beschäftigung mit den großen kulturgeschichtlichen Hintergründen erfordert dagegen Geduld und führt zu weit vom Tagesgeschehen weg, das in sich schon komplex genug ist. Selbst für die meisten Konservativen hat ein Traditionsbruch stattgefunden: größere Zusammenhänge interessieren dort am wenigsten, wo sie zu unerwünschten Ergebnissen führen könnten. Dabei vergisst man gern, dass die deutsche Altertumswissenschaft und Philologie die Herzstücke jener deutschen Bildung waren, der man heute so oft nachtrauert. Doch wer die Reste des Abendlandes schützen will, sollte wissen, woran es zugrunde gegangen ist.</p>



<p><strong>Wir danken für das Gespräch!</strong></p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/rom-im-banne-deutscher-identitaet.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="703" height="1024" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/m_240627_Lisson-Rom-Einband-Druckvorlage-703x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2579 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/m_240627_Lisson-Rom-Einband-Druckvorlage-703x1024.jpg 703w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/m_240627_Lisson-Rom-Einband-Druckvorlage-206x300.jpg 206w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/m_240627_Lisson-Rom-Einband-Druckvorlage-768x1119.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/m_240627_Lisson-Rom-Einband-Druckvorlage-1054x1536.jpg 1054w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/m_240627_Lisson-Rom-Einband-Druckvorlage-1405x2048.jpg 1405w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/m_240627_Lisson-Rom-Einband-Druckvorlage-scaled.jpg 1756w" sizes="auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h2 class="wp-block-heading">Frank Lisson: Rom im Banne deutscher Identität</h2>



<p>Geschichte eines Verhängnisses.</p>



<p>Das Buch folgt der Rom-Idee in ihrem Werdegang. Fast sämtliche der herausragenden deutschen Geistesmenschen zwischen 1750 und 1900 strebten nach der Größe einer Existenzform, die ihnen zufolge jenseits abendländischer Verbundenheiten und Herkunftslinien lag, nämlich in einem Land, das mit der »Seele« zu suchen sei, wo es »ganz anders« zuging als im »modernen« Europa, wo also nicht nur die vermeintliche »edle Einfalt und stille Größe« herrschten, sondern auch und vor allem die Vornehmheit unverdorbener Mentalität, wie sie nur in antiken, griechisch-römischen Vergangenheiten sichtbar geworden sei.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Frank Lisson: Griechentum und deutscher Geist</h2>



<p>Anatomie einer Sehnsucht.</p>



<p>Ab dem 18. Jahrhundert wurde unter deutschen Neuhumanisten die Idee zur Forderung erhoben, daß es einen höheren menschlichen Sinn jenseits des bloß Utilitaristischen und Opportunen geben müsse. Und man meinte, daß diese Forderung oberste pädagogische Priorität zu genießen habe. Darin bestand die vielleicht bedeutendste deutsche Mission zum Wohle Europas, die freilich von vornherein zum Scheitern verurteilt war.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Frank Lisson: Die Natur der Dinge</h2>



<p>Über das Wesentliche.</p>



<p>Was weiß der Mensch über den Menschen? Was weiß Natur über sich selber? Was wissen die Dinge voneinander? &#8211; Wo die Welt für den Menschen bloß die Kulisse seiner Bedürfnisse und Phantasien abbildet, sie für ihn vor allem der Schauplatz seiner eigenen Überlebensstrategien und der Aufenthaltsort zum Ausleben primärer Instinkte ist, erscheint es umso notwendiger, einmal rigoros nach der Natur der Dinge zu fragen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Frank Lisson: Mythos Mensch</h2>



<p>Eine Anthropodizee.</p>



<p>Jeder Mensch ist in sich selber ein einziger geschlossener Mythos. Und folglich ist er es auch allen anderen. Die Welt stellt sich ihm dar als eine große, alles Mögliche umfassende Erzählung, worin seine Individualität gar nicht vorkommt, weshalb er sich in das große Weltgedicht erst selbst hineinerzählen muss &#8211; und die Fabeln seiner Schöpfung gleich mit. Durch den Willen zur Mythologie wurde der Mensch zugleich das Produkt seiner Mythen; eine Verbindung, die sich immer fester knüpfte, je mehr der Mensch in seinen Geschichten vom Menschen aufging. Denn das Erzählen der Welt fängt die Welt nicht ein, sondern bildet sie nur ab &#8211; und sieht ihr hinterher.&nbsp;</p>



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<p></p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/die-rom-idee-als-treibende-kraft-der-abendlaendischen-entwicklung/">Die Rom-Idee als treibende Kraft der abendländischen Entwicklung.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nach der Europameisterschaft.</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/nach-der-europameisterschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Aug 2024 11:08:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männersachen. Weiberkram: Antifeminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Günter Scholdt hat mit „Fußball war unser Leben“ großen Widerhall ausgelöst. Er zieht ein Résumé: Nach der EM ist vor EM. Nach der EM besteht &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/nach-der-europameisterschaft/">Nach der Europameisterschaft.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image is-style-default">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/guenter-scholdt-600x800-1.jpg" alt="" class="wp-image-2563" style="aspect-ratio:0.7338551859099804;object-fit:cover;width:344px;height:auto" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/guenter-scholdt-600x800-1.jpg 600w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/guenter-scholdt-600x800-1-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure></div>


<p><em>Günter Scholdt hat mit „Fußball war unser Leben“ großen Widerhall ausgelöst. Er zieht ein Résumé: Nach der EM ist vor EM. </em></p>



<p>Nach der EM besteht mancherorts der Eindruck, mit der deutschen Nationalmannschaft sei nun alles wieder in Ordnung. Sind die kritischen Beleuchtungen meines Buchs Fußball war unser Leben in Sachen DFB damit widerlegt? Mitnichten. Zwar hat man in Frankfurt aus den früheren Turnier-Katastrophen diesmal (spieltaktisch wie propagandistisch) tatsächlich einige Konsequenzen gezogen. Die ärgsten Albernheiten von Katar, die uns weltweit schadenfrohen Spott einbrachten – so lief etwa die „Mund-Zuhalte“-Aktion fast täglich im südamerikanischen Fernsehen als Comic-Trailer – blieben 2024 aus. Doch wer das bereits als beachtlichen Lernprozess feiert, übersieht, in welchem Maß inzwischen „woke“ Politisierung bereits Alltag ist.</p>



<p>Statt lediglich mit einer obskuren Binde „Flagge zu zeigen“, posen unsere Nationalkicker jetzt sogar (wechselweise) ganz in Lila. Regenbogenfarbene TV-Dauereinblendungen und Dachbeleuchtungen kamen hinzu. Lady Nancy und „Turnierdirektor“ Lahm wetteiferten im Vorfeld mit Hunderten von Events bis in die Grundschulen hinein als systemhörige Erfüllungsgehilfen gängiger Globalagenden. 800 deutsche sogenannte „Hass“-Kommentare wurden aus dem Internet gefiltert und harren staatsanwaltlicher Anklage. Hochbesoldete und freiwillige Lauscher spitzten die Ohren, auf dass niemand Verbotenes auch nur singe. 360 mal rückte die Polizei allein wegen „L‘amour toujours“ aus. Was müssen unsere administrativen Personalressourcen überquellen! Und wieviel mehr könnten es sein, wenn unsre weise Regierung noch strikter Prioritäten setzte durch völligen Verzicht darauf, einschlägige Messerstechereien oder Korruptionsdelikte von Klima- oder Corona-Profiteuren zu verfolgen.</p>



<p>Da diesmal auch besser gespielt und dreimal gewonnen wurde, hat sich das Nationalteam – in des Wortes doppelter Bedeutung – ansehnlich verkauft. Sogar Begeisterung kam zeitweilig auf, vornehmlich bei jenen Ergebnisfixierten, denen es schnuppe gewesen wäre, welche „Führungselite“ sich im ganz großen Triumph gesonnt hätte, wo sich die Bundesregierung doch so schon für eine halbe Million Euro zu den Matches fliegen ließ. Zudem solidarisierte Cucurellas Handspiel im Sinne einer Dolchstoßlegende, ohne zu berücksichtigen, dass unser (Schiedsrichter-)Glück nach Ungarn, Dänemark und der Nicht-Ahndung von Kroos-Fouls gegen Spanien wohl aufgebraucht war. Nagelsmann schließlich zog ein quasi staatsmännisches Resümee, das ganz Deutschland neuen Optimismus verordnete.</p>



<p>Ist der im Buch behandelte Bruch zwischen DFB und den echten Fans also bloß Schnee von gestern? Eher zeigt sich, wie schnell sich ein Teil der Masse allein vom Erfolg steuern lässt. Zudem ging es im Text ja nicht um kurzfristige, eher nichtssagende Sieg-Rezepte, sondern um strukturelle Defizite durch sportfremde tagespolitische Instrumentalisierung. Und in diesem Sinn appelliere ich erneut:</p>



<p>Lasst Euch die einstige Privatsphäre nicht völlig enteignen, Euern der Erholung dienenden Freiraum, der früher etlichen Berufs- und Politikstress kompensierte! <br><br>Pfeift auf das Wertegelaber, das wirkliche sportliche Tugenden gegenüber wohlklingenden Globalagenden zurücktreten lässt! Erkennt, dass viele Sportvorstände durch eine skrupellose Führungsclique schamlos unterwandert wurden! Handlanger eines Parteienkartells, dessen Panik vor Machtverlust notfalls unsere Demokratie und den Rechtsstaat ruiniert.</p>



<p>Wehrt Euch gegen penetranten Etikettenschwindel, der via Fußball von sogenannten universalen Werten ausgeht. Macht Euch klar, dass momentan „Toleranz“, „Vielfalt“, „Respekt“ etc. fast das Gegenteil von früher bedeuten! Traut Euch also in Sachen Masseneinwanderung, CO2-Dämonisierung, Corona, Waffenlieferungen oder einem angeblich unterprivilegierten Frauenfußball alternativ zu denken! Und zieht Konsequenzen, wenn Euch deshalb angepasste Fußballmarionetten als extremistisch oder halbkriminell verleumden! Wer sich vor echten Gesellschaftsproblemen nicht wegduckt, ist politisch-moralisch kein Halbkrimineller. Jemand, der Dressur und Lippenbekenntnisse verweigert, besitzt mehr Zivilcourage als alle, die Masseninstinkten und staatlichen Pressionen folgen, auch wenn diese sich „zivilgesellschaftlich“ verkleiden.</p>



<p>Emanzipiert Euch von den Dogmen und Propagandaphrasen der gekauften bzw. gleichgeschalteten Medien! Lasst Euch nicht einschüchtern, und stellt Fußball wieder ins Zentrum! Kümmert Euch wieder hauptsächlich um konkrete Tagesprobleme, z.B. den Amateurfußball in Euerm Kreis! Die Jugendförderung oder den zeittypischen Schiedsrichtermangel, dessen Ursachen man ansprechen und nicht gutmenschlich vernebeln sollte. Ereifert Euch wieder vor allem über irrsinnige Regeln oder die fast unlösbare Frage: Wie entkommt man den Sackgassen eines unansehnlichen Ergebnisfußballs, der selbst dann anödet, wenn er auf höchstem Niveau zelebriert wird?</p>



<p>Lasst andere als Fußballprofis über biologische, medizinische, historische oder sonstige Weltbilder streiten, und protestiert, wenn sich Vorstandsgewaltige als totalitäre Volkserzieher gerieren! Rettet nicht „die Welt“, sondern zunächst einmal den Fußball! Denn das wäre kein kleiner Teil einer Weltrettung.</p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/fussball-war-unser-leben.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="672" height="1024" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/fussball-war-unser-leben-cover-672x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2564 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/fussball-war-unser-leben-cover-672x1024.jpg 672w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/fussball-war-unser-leben-cover-197x300.jpg 197w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/fussball-war-unser-leben-cover-768x1171.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/fussball-war-unser-leben-cover-1008x1536.jpg 1008w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/fussball-war-unser-leben-cover-1343x2048.jpg 1343w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/08/fussball-war-unser-leben-cover.jpg 1575w" sizes="auto, (max-width: 672px) 100vw, 672px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h2 class="wp-block-heading">Günter Scholdt: Fußball war unser Leben</h2>



<p>Wie Kommerz und Politik die schönste Nebensache der Welt fast zerstörten.</p>



<p>Milliarden auf der Erde stehen im Banne des Fußballs. Doch eine toxische Allianz aus Kommerz und Ideologie gefährdet die »schönste Nebensache der Welt« in ihrer Substanz. Von dieser Bedrohung durch Geschäftemacher, Politiker und ihre journalistischen Handlanger, die sich der Attraktivität des Fußballs parasitär bedienen, handelt dieses Buch. Seine politik- und medienkritische Ausrichtung wird von dem unabweisbaren Eindruck einer immer penetranteren Instrumentalisierung des Sports über aktuelle Global-Agenden bestimmt. Der soziologische Blick des Buches verbindet sich dabei mit persönlichen Einsichten des Verfassers als dem Fußball verfallener Schüler, jahrzehntelanger Amateurkicker und verschiedentlich Trainer, passionierter Club-Fan und leidgeprüfter Anhänger einer Nationalmannschaft, die zunehmend ihren Nimbus verspielt.&nbsp;</p>



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<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center">Pressestimmen zu Fußball war unser Leben</h2>



<p><strong>Junge Freiheit:&nbsp;</strong>»Das vorliegende Buch ist Pflichtlektüre für alle, die die Mechanismen hinter dieser anhaltenden Politisierung des Sports verstehen wollen.«</p>



<p><strong>Publico:</strong>&nbsp;»Günter Scholdt &#8230; betreibt mit „Fußball war unser Leben“ nicht nur eine Erforschung der Sport- , sondern auch der Mentalitätsgeschichte, er zeichnet das Bild einer Gesellschaft, in der an Stelle der Aushandlung von Interessen und Ansichten mehr und mehr die Meinungsführung durch eine Elite tritt, er behandelt in seinen Kapiteln die Verwandlung des Regenbogens von einem Symbol der Bürgerrechtsbewegung in eine institutionelle Machtgeste und befasst sich mit dem Frauenfußball, der eben nicht organisch von unten wächst, sondern wie ein neues Produkt seine Markteinführung erlebt. Das tut er mit profundem Wissen, aber ohne Eifer und mit gezügeltem Zorn. Sein Stil macht sein Buch zum Gewinn auch für Leser, bei denen sich Fußball und Leben nicht ganz so stark überschneiden.«</p>



<p><strong>Compact:&nbsp;</strong>»Der Historiker und Soziologe lässt kein Auge trocken. Er zerlegt die Woke-Propaganda des DFB und entlarvt die entsprechende Doppelmoral, er setzt sich mit der Verlogenheit der Anti-Rechts-Kampagnen beim Fußball auseinander, rechnet gründlich mit der Regenbogen-Ideologie ab, ätzt gegen die Klimaretter beim Fußballverband, erinnert an die miese Rolle, die der Fußball während der Corona-Zeit einnahm und zeigt auf, wie man heute plötzlich ganz und gar kriegsgeil daherkommt. [&#8230;] Günter Scholdt tritt leidenschaftlich dafür ein, Fußball endlich wieder Fußball sein zu lassen und von woken Knebeln zu befreien. Der Autor selbst ist dabei durchaus in der Lage, eigene Erfahrungen einzubringen. Seit jungen Jahren ist er Fußballanhänger, war über Jahrzehnte im Amateurfußball aktiv und stets treuer Anhänger des 1. FC Nürnberg.«</p>



<p><strong>Acta diurna:&nbsp;</strong>»Der Verfasser ist Literaturhistoriker und emeritierter Professor, was in diesem Zusammenhang nicht unwichtig ist, denn er muss kein Blatt mehr vor den Mund nehmen. Günter Scholdt, Jahrgang 1946, hat – auch das ist in diesem Zusammenhang nicht ganz unwichtig – früher selbst gekickt, beim UFC Wacker 73 in der Kreisliga Saarbrücken. [&#8230;] Akribisch beschreibt der sachkundige Emeritus, wie die „schönste Nebensache” in den vergangenen zwanzig Jahren für die politischen Propaganda vereinnahmt wurde. Der Fußball ward auf Linie gebracht wie die Universitäten, der Kulturbetrieb, die Kirchen und große Teile der Wirtschaft. Das handelnde Personal ist genreübergreifend so identisch wie austauschbar.«</p>



<p><strong>TUMULT:&nbsp;</strong>»In seinem fast 500 Seiten umfassenden Buch „Fußball war unser Leben – Wie Kommerz und Politik die schönste Nebensache der Welt fast zerstörten“, das in der&nbsp;<em>Edition Sonderwege</em>&nbsp;des&nbsp;<em>Manuscriptum&nbsp;</em>Verlags erschienen ist, arbeitet Günter Scholdt in äußerst unterhaltsamer und bestens lesbarer Weise die toxische Allianz aus Kommerz und Ideologie heraus, die den Fußball in seiner Substanz gefährdet.«</p>



<p><strong>Faktum Magazin</strong>: »Ein sehr lesenswertes und unterhaltsames (nicht nur Fußball-) Buch mit einem hohen gesellschaftskritischen Anteil.«</p>



<p><strong>Zur Zeit</strong>: »Erinnern wir uns nur an das skandalöse Auftreten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar mit seinen verstörenden Bildern genötigter Spieler, die sich gebückt und mit Hand vor dem Mund zum Gruppenfoto aufstellten, oder, im Gleichklang mit einer sozialdemokratischen Innenministerin, per Regenbogen- Armbinden irritierten. Das Trauerspiel symbolpolitischer Einwürfe während der diesjährigen EM-Spiele setzte sich mi dem demonstrativen Wolfsgruß eines türkischen Nationalspielers fort und löste in Medien und Politik fußballfremde Debatten aus. In einem großen Bogen tiefschürfender Analysen geht Autor Scholdt, früher selbst passionierter Fußballspieler und bis 2011 Leiter des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass, der Geschichte und Gegenwart dieser Fehlentwicklungen nach. Dem DFB stünde es gut an, so Scholdt im letzten Kapitel „Quo vadis, Fußball?“, sich wieder auf die sportlichen Kernpunkte der schönsten Nebensache der Welt zu besinnen.«</p>



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<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/nach-der-europameisterschaft/">Nach der Europameisterschaft.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Schule der Abwegigkeit gegen die Sinnbegradigung des Lebens.</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/die-schule-der-abwegigkeit-gegen-die-sinnbegradigung-des-lebens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jul 2024 14:09:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
		<category><![CDATA[Über den Talleyrand geblickt. Selbstdenker am Werk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In seinen vorangegangenen Büchern hat Michael Esders das politische „Sprachregime“ der Gegenwart entschlüsselt und den Abgrund einer Gesellschaft „Ohne Bestand“ ausgelotet. Jetzt wendet er sich &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/die-schule-der-abwegigkeit-gegen-die-sinnbegradigung-des-lebens/">Die Schule der Abwegigkeit gegen die Sinnbegradigung des Lebens.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image is-style-default">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="712" height="1068" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/07/Esders.png" alt="" class="wp-image-2534" style="aspect-ratio:0.7338551859099804;object-fit:cover;width:448px;height:auto" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/07/Esders.png 712w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/07/Esders-200x300.png 200w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2024/07/Esders-683x1024.png 683w" sizes="auto, (max-width: 712px) 100vw, 712px" /></figure></div>


<p><em>In seinen vorangegangenen Büchern hat Michael Esders das politische „Sprachregime“ der Gegenwart entschlüsselt und den Abgrund einer Gesellschaft „Ohne Bestand“ ausgelotet. Jetzt wendet er sich in „Einhundert Expeditionen ins Eigene“ der Erfahrungs- und Wörterwelt seiner Kindheit zu. Wir sprachen mit ihm über sein neues Buch – und über den anarchischen Minimalismus der Kindheit.</em></p>



<p><strong>Lieber Herr Esders</strong>, <strong>wer „Tapetenbewohner“ aufschlägt, bemerkt sofort, dass das Buch sich von den Vorgängern unterscheidet. Es fehlen Fußnoten, Literaturhinweise und Zitate. Es gibt keine Kapitel, sondern 100 kurze Abschnitte, die sich zum Teil wie Geschichten lesen und einen kindlichen Blick aneignen. Auch der Titel fällt aus dem Rahmen und gibt zunächst einmal Rätsel auf. Warum ist dieses Buch „anders“ geworden?&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p>Das Buch unterscheidet sich schon dadurch, dass das „Ich“ in besonderer Weise präsent ist. Es geht um meine Kindheit in der norddeutschen Provinz in den späten Siebziger- und beginnenden Achtzigerjahren. Aber es ist keine Autobiografie im klassischen Sinn. Ich wollte einen Aspekt herausarbeiten, der exemplarisch für die Kindheit in dieser Zeit ist. In vielem war sie noch ganz analog und hat sich zwischen Räuber-und-Gendarm, Schnitzeljagd und Völkerball abgespielt. Aber gleichzeitig kündigten sich die digitalen „Undinge“ in den ersten Atari-Computerspielen bereits an. Die greifbare, handfeste Wirklichkeit wurde von der Realität der Bildschirme und Displays verdrängt und begann sich zu verflüchtigen. Deshalb spanne ich den Bogen von den Mustern auf der Kinderzimmertapete, die sich im Dämmerlicht in Bewegung setzen, den „Tapetenbewohnern“, bis zu Pac-Man, den ich wenige Jahre später mit dem Joystick durch virtuelle Labyrinthe navigiere. Dieses analog-digitale Nebeneinander in der Kindheit um 1980 hat mich besonders interessiert. Hier lag es nahe, aus den eigenen Erfahrungen und Erinnerungen zu schöpfen.</p>



<p>Darüber hinaus gibt es einen stilistischen Unterschied: Die 100 Texte oder „Expeditionen“ in diesem Band sind eher erzählerisch als essayistisch-theoretisch angelegt wie die Bücher davor. Dies ist ein gewisser Bruch der Erwartungshaltung, aber ich würde keine grundsätzliche Zäsur sehen. Eher nähere ich mich den Themen, die mich seit Jahrzehnten beschäftigen, von einer anderen, spielerischen Seite.</p>



<p><strong>Sprache ist ein Thema, das schon lange im Zentrum Ihres Interesses steht. Auch in „Tapetenbewohner“ gehen viele Texte von Spracherfahrungen aus – angefangen beim ersten Wort „Da“, das den Dingen wie ein „Lautlasso“ entgegengeschleudert wird. Inwiefern ermöglicht die Kindheit einen neuen Blick auf die Sprache? &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p>In „Sprachregime“ und auch „Ohne Bestand“ habe ich die Kanalisierung des Denkens durch Sprache untersucht. In „Tapetenbewohner“ wende ich mich der anarchischen und subversiven Seite der Sprache zu, die vor allem in der Kindheit zum Vorschein kommt. Die Welt erschließt sich über die Wörter, und zwar paradoxerweise auch und gerade in den Missverständnissen und Fehldeutungen. Die Kindheitswörter führen oft auf falsche Fährten, aber gerade dort sind Entdeckungen möglich, die auf den „Hauptstraßen“ ausgeschlossen sind. Ich fragte mich zum Beispiel, warum Lottozahlen „ohne Gewehr“ galten und malte mir aus, wie es wäre, wenn sie eines Tages ausnahmsweise „mit Gewehr“ gezogen werden würden und Waffen zum Vorschein kämen. 1977, im Jahr der Entführung und Ermordung Hanns Martin Schleyers durch die RAF, war viel von „Terroristen“ die Rede. Als ich mit meinen Eltern auf einer Reise in Süddeutschland unterwegs war, fürchtete ich mich vor den „Touristen“, weil der Gleichklang zu suggestiv war. Mit einer anderen Verwechselung lebte ich mehrere Jahre: Es gab für mich die Farbe „Beige“, ausgesprochen wie „feige“ oder „Geige“. Diese Farbe war für mich klar von „Besch“ oder „Beesch“ unterschieden. Ich habe die Farbe in die Welt hineingesehen, bis sie daraus nicht mehr wegzudenken war. &nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Sie bezeichnen die Kindheit in Ihrem kurzen Vorwort als „Schule der Abwegigkeit“. Wie ist das gemeint?</strong></p>



<p>Erwachsene haben Relevanzkriterien und -filter, die – oft unbewusst – festlegen, was Beachtung verdient und was nicht. Viele dieser Filter werden durch Sprache gesteuert. Bei Kindern ist dies noch nicht oder zumindest nicht in der gleichen Weise der Fall. Die Abseitigkeit der Dinge ist noch kein Ausschlusskriterium. Für mich war beispielsweise ein kleiner und völlig unspektakulärer Kaugummiautomat vor einem Landgasthof ein Mysterium. Ich nahm einen weiten Weg auf mich, um ihn zu erreichen, und versuchte ihn mit Knöpfen und kleinen Metallscheiben zu überlisten. Ich interessierte mich weniger für die Kaugummis als vielmehr für die präzise Mechanik des Tauschvorgangs selbst. Die Dinge hatten eine physiognomische Seite, die mich anzog: Nicht nur Tapetenmuster hatten freundliche Gesichter, sondern auch Steckdosen, was mir dann zum Verhängnis wurde. Sogar Flusen hatten ein Geheimnis und wurden eine Zeit lang zum Sammelobjekt. Etwas von diesem anarchischen kindlichen Minimalismus, der später verlorengeht, wollte ich aufleben lassen.</p>



<p><strong>Ein Gegenbegriff zu dieser anarchischen „Abwegigkeit“ des kindlichen Blicks auf die Welt ist die „Sinnbegradigung“, die Ihrer Einschätzung nach umfassend zu werden droht. Sind Ihre Kindheitsexpeditionen Anti-Frames?</strong></p>



<p>Das Wort „Sinnbegradigung“ drängte sich mir mit Blick auf jüngste Diskussion maschineller Intelligenz, KI-gesteuerte Antwortmaschinen wie ChatGPT und die sogenannten „Large Language Models“ auf. Letztere sind sehr stark auf das Gängige und Frequentierte geeicht. Auf der Basis von Trainingsdaten wird die jeweils wahrscheinlichste Fortsetzung einer Zeichenkette oder Wortfolge errechnet. Das Konzept dahinter ist konventionell, man könnte sogar sagen hyperkonventional. Die Sprachmodelle haben eine nivellierende und planierende Tendenz – das meine ich mit „Begradigung“. Die Erinnerungen und Erfahrungen, von denen ich ausgehe, sind zu entlegen, vielleicht auch exzentrisch, um in diesen Modellen repräsentiert zu werden. Es wird deutlich, dass das Unverfügbare, Unwiederholbare der Erfahrung durch das Raster der KI-Modelle fällt. „Anti-Framing“ trifft es ganz gut. Aber ich möchte die Texte auch nicht mit Theorie überfrachten. Sie sind, was sie sind.</p>



<p><strong>Es geht um eine ländliche Kindheit in Norddeutschland mit „Gülleregenbogen“ und „Maislabyrinth“, in dem Sie sich absichtlich verlaufen. Wie wichtig ist der Bezug zur Landschaft und Region? &nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p>Die Erinnerungen sind in einem nicht nur zufälligen Sinn ortsgebunden. Dies wird zum Beispiel in der plattdeutschen Färbung vieler Spracherfahrungen deutlich, die ich schildere. Man könnte sogar von Ortungsversuchen sprechen. In einem Text geht es um die A1 in der Nähe meines Wohnorts. Die Autobahn war eine Art Weltkoordinate für mich. Wenn im Radio davon die Rede war, fühlte ich mich angesprochen. Vom Dachfester aus beobachtete ich lange die Lichterketten der vorbeifahrenden Autos. Manchmal suchte ich nach einem verirrten gegenläufigen Licht, einem Geisterfahrer, um der Meldung des Verkehrsfunks zuvorzukommen. Wenn der Wind aus einer bestimmten Richtung kam, klang das Motorengeräusch wie eine ferne Brandung. Dies war mein Einschlafgeräusch. Solche Erfahrungen sind nicht nur Lokalkolorit. Sie wären im digitalen Überall und Nirgendwo gar nicht möglich.</p>



<p><strong>Ein kleiner Blick in die Werkstatt: Wie und unter welchen Umständen ist das Buch entstanden?</strong></p>



<p>Die Stücke sind über einen sehr langen Zeitraum neben anderen Arbeiten entstanden. Die Initialzündung waren in vielen Fällen Erinnerungssplitter und Déjà-vus. Die kurze Prosaform spiegelt das Abrupte, manchmal auch Abgerissene der Erinnerung wider, das kein durchgängiges Erzählen zuließ. Es kamen mit der Zeit neue Texte hinzu, andere habe ich wieder verworfen, weil sie mir unpassend erschienen. Einiges habe ich mehrfach überarbeitet und weiter zu verdichten versucht. In den vergangenen zwei, drei Jahren sind viele neue Stücke entstanden. Wohl auch deshalb, weil ich den Wunsch hatte, das düstere, manchmal auch trostlose Terrain der politischen Bestandsaufnahmen zumindest zeitweise zu verlassen. So gesehen sind die Kindheitstexte auch kleine Fluchten.&nbsp;</p>



<p><strong>Inwiefern hat sich die Kindheit heute geändert? Ist der Minimalismus, von dem Sie sprechen, generationstypisch?&nbsp;</strong> <br><br>Dass eine solche Kindheit heute nicht mehr möglich ist, hat mit der fundamental veränderten Erfahrungs- und Lebenswelt der Kinder heute zu tun, die schon sehr früh und in weiten Teilen digital ist. Der unmittelbare, handgreifliche, taktile Zugang zur Realität, der zu meiner Zeit noch die Grundlage für alles war, wird zu einer immer selteneren Ausnahme. „We are everyday robots on our phones“, heißt es in einem Song des britischen Musikers Damon Albarn, der Hybridisierung der Sinne gut beschreibt. Die via TikTok und Snapchat etc. „geteilte“ Wirklichkeit ist realer als real, was eine Entwertung der „ungeteilten“ Aufmerksamkeit zur Folge hat. Die Dinge erscheinen nicht mehr als Rätsel, weil die Lösung in Echtzeit von digitalen Helfern apportiert wird. Die Antworten kommen den Fragen zuvor. Hinzu kommt, dass die Aufmerksamkeitsspanne im Dauerfeuer der Memes und Reels viel zu kurz für die von mir nachgezeichneten Gedankenexpeditionen ist. Die Wirklichkeit des Wirklichen hat den Aggregatzustand gewechselt. Mein Ziel war es nicht, diese Entwicklung kulturkritisch oder verfallstheoretisch nachzuzeichnen. Ich wollte auch keine Abhandlung <em>darüber</em> schreiben. Es ging mir um die Intensität einer unwiederholbaren Erfahrung.</p>



<p><strong>Vielen Dank für das Gespräch!</strong></p>



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<h2 class="wp-block-heading">Michael Esders: Tapetenbewohner</h2>



<p>Einhundert Expeditionen ins Eigene.</p>



<p>Michael Esders erkundet die Wörter- und Dingwelt seiner Kindheit in den Siebziger- und Achtzigerjahren. Touristen erscheinen als Terroristen, und der Vater »Herrmann« hat ein Denkmal im Teutoburger Wald. In den Telespielen breiten sich primitive Frühformen des Digitalen aus, die bald schon die analoge Wirklichkeit verblassen lassen. Die sprachlich verdichteten Erinnerungs- und Denkbilder dieses Buchs finden sich damit nicht ab. Sie lassen die Wörter und Dinge von damals noch einmal aufleuchten. Ein Aufstand gegen die Sinnbegradigung der Welt.&nbsp;</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Michael Esders: Ohne Bestand</h2>



<p>Angriff auf die Lebenswelt.</p>



<p>Die westlichen Gesellschaften zerstören ihre Bestände rückstandslos. Wo man lange Zeit noch Fahrlässigkeit im Transformationsrausch vermuten konnte, steht Vorsatz nun außer Zweifel. Das Hygieneregime seit 2020 und die „Neue Normalität“ im endlos verlängerten Notstand sind nur der verheerendste Angriff in einer langen Reihe.<br><br><strong><a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/erst-sprachumbau-dann-angriff-auf-die-lebenswelt/">Interview mit Micheal Esders zu <em>Ohne Bestand</em></a>.</strong></p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/sprachregime.html"><img decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2022/11/Esders-Sprachregime-700x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2450 size-full"/></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h2 class="wp-block-heading">Michael Esders: Sprachregime</h2>



<p>Die Macht der politischen Wahrheitssysteme.</p>



<p>Michael Esders inspiziert das Schlachtfeld der Begriffe und Metaphern, das sich auf alle Lebensbereiche ausgeweitet hat. Der Literaturwissenschaftler dechiffriert die „Wahrheitssysteme“ (Michael Kretschmer) der deutschen Politik, die sich über alle diskursiven Gepflogenheiten hinwegsetzen. Er entziffert die Narrative der Willkommenskultur und des menschengemachten Klimawandels, in denen Haltungen über den Common Sense, Mythen über Theorien triumphieren.<br><br><strong><a href="https://www.manuscriptum.de/interview-mit-michael-esders">Interview mit Michael Esders zu <em>Sprachregime</em></a>.</strong><br></p>



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<p></p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/die-schule-der-abwegigkeit-gegen-die-sinnbegradigung-des-lebens/">Die Schule der Abwegigkeit gegen die Sinnbegradigung des Lebens.</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vom Recht auf Tragik. Zum EM-Finale 2021</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/vom-recht-auf-tragik-zum-em-finale-2021/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Jul 2021 13:37:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Redaktioneller Beitrag vom 12. Juli 2021. Erinnert man sich noch an das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich 1982? An die Verlängerung (3:3 nachdem es nach &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/vom-recht-auf-tragik-zum-em-finale-2021/">Vom Recht auf Tragik. Zum EM-Finale 2021</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">Redaktioneller Beitrag vom 12. Juli 2021.</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/07/Fussball-WM-1982-Spanien-Nacht-von-Sevilla.jpg" alt="" class="wp-image-2050" width="512" height="501" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/07/Fussball-WM-1982-Spanien-Nacht-von-Sevilla.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/07/Fussball-WM-1982-Spanien-Nacht-von-Sevilla-300x293.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/07/Fussball-WM-1982-Spanien-Nacht-von-Sevilla-768x751.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>


<p>Erinnert man sich noch an das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich 1982? An die Verlängerung (3:3 nachdem es nach 90 Minuten 1:1 gestanden hatte)? An das Elfmeterschießen? Genau. Das war „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nacht_von_Sevilla">Die Nacht von Sevilla</a>“. Wer damals zugegen war, und sei es am Fernseher, erinnert sich daran, als wäre es erst vorgestern gewesen. Die Gegenwart der Dramatik und hin- und her wechselnden Tragik hat sich als einschneidendes Erlebnis eingebrannt.</p>



<p>„Bei dem Elfmeterschießen verschoß …“ und Sie wissen bereits, welcher Name nun folgt. Nämlich nicht der des Franzosen Maxime Bossis, der zu guter Letzt an Toni Schumacher scheiterte, was Deutschland den Sieg einbrachte, sondern der von Uli Stielicke. Der Verteidiger hatte als dritter deutscher Schütze den Ball nicht versenken können, woraufhin er im Wortsinn zusammenbrach. Er fiel unmittelbar auf die Knie und vergrub den Kopf unter seinen Händen, so als ob er, nachdem er eine nationale Schande auf sich geladen hatte, keiner lebenden Seele mehr unter die Augen treten wollte.</p>



<p>Die Reaktion war keine Geste für das Publikum, nicht theaterhaft einstudiert für den Fall der Fälle, sondern ein genuiner Ausdruck des persönlichen Gefallenseins und der Schmach.</p>



<p>Und erinnert man sich noch, was dann geschah? Pierre Littbarski, der unvergessene kleine, X-beinige Mann vom 1. FC Köln, kauerte sich zu Stielike runter, umarmte ihn tröstend. Diesen Moment begutachtete die TV-Kamera so lange, daß sie gar nicht den Elfer zeigte, den der Franzose Didier Six nun schoß – und verschoß. Der Fernsehzuschauer sah allein, daß <a href="https://www.pinterest.co.uk/pin/415175659375930737/">„Litti“ Stielike an der Schulter nahm</a> und gerufen haben muß: „Sieh nur! Der andere hat auch versagt! Wir sind wieder da!“</p>



<p>Tragik – Schande – Schmach. Das sind Begriffe aus einer verblassenden Welt. Wer sie heute noch verwendet, outet sich als unentspannter Altgestriger. Und doch bezeichnen sie in probater Härte genau das, was ein Uli Stielike vor 39 Jahren empfunden haben muß, auch wenn es angesichts der weiteren Elfmeter keinen Schatten auf sein weiteres Leben warf, sondern höchstens auf 1 Minute. An der abgründigen Totalität der mit den Begriffen einhergehenden Gefühle ändert das jedoch nichts. So man sie denn empfindet!</p>



<p>Am 11. Juli 2021 gab es wieder ein Elfmeterschießen, im EM-Finale zwischen England und Italien, der Ausgang ist bekannt. Drei Engländer, von denen zwei zuvor ALS ELFMETERSCHÜTZEN eingewechselt worden waren, versagten. Nun schreit die Presse weltweit auf, daß diese Spieler, wie durch Zufall nicht hellhäutig, nach dem Spiel von tief enttäuschten Fans „rassistisch“ beschimpft worden seien. Nun, abgesehen davon, daß wir hier beim Fußball sind und diversester Unflat von Stadionbesuchern gegenüber Spielern etwas völlig Normales ist, darf gefragt werden: Was wäre, wenn der letzte Schütze Bukayo Saka unwillkürlich IM ERDBODEN HÄTTE VERSINKEN WOLLEN wie weiland Uli Stielike? Und damit klargestellt hätte, daß ER die – in diesem Moment – absolute Niederlage der englischen Fußballnation auf die eigenen Schultern nimmt, in aller TRAGISCHEN VERANTWORTLICHKEIT? Wäre er, dieser junge Fußballmillionär, dann von manchen Fans beschimpft worden, ob welcher äußeren Merkmale auch immer?</p>



<p>Die Antwort muß nein lauten. Es wäre zu einer feierlichen schmerzhaften Totenwache gekommen. Die Fans hätten dem Spieler auf dem Feld beigewohnt – länger als die durchschnittliche Sendezeit erlaubt – und er ihnen. DIESEN einen Ball, mehr als den Elfmeter, hat der Spieler vergeben bzw. ist nicht mal zum Schuß angetreten. Und das nahmen die Fans, die während des Spiels Herzblut geschwitzt hatten, ihm übel. Warum auch nicht? Sie forderten nichts anderes als den gemeinsamen Vollzug der Tragik, die sie alle ereilte. Und dieser braucht jemanden, der vorangeht, der sich als Schuldiger DARBRINGT. Ein unscheinbarer Verteidiger mit einem heute undenkbaren Schnauzbart wußte sowas instinktiv noch.</p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:20% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/bekenntnisse-eines-haeretikers.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="650" height="1017" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/190724_scruton_cover-1.jpg" alt="" class="wp-image-506 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/190724_scruton_cover-1.jpg 650w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/190724_scruton_cover-1-192x300.jpg 192w" sizes="auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p><strong>Roger Scruton: Bekenntnisse eines Häretikers.</strong> </p>



<p>Während der Zeitgeist einmal mehr nach Utopia entwischt, betrachtet Roger Scruton die sitzengelassene Gegenwart: in zwölf Essays denkt er nach übers Regieren, Bauen und Tanzen, über das Sprechen vom Unsagbaren, über Trauern und Sterben, darüber, wie so getan wird, als ob, wie Leute sich hinterm Bildschirm verstecken, wie Tiere geliebt und Etiketten geklebt werden, über das Bewahren der Natur und die Verteidigung des Westens.</p>



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<p></p>
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<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kleine reaktionäre Westernkunde (3)</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/kleine-reaktionaere-westernkunde-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 11:15:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Redaktioneller Beitrag vom 19. Februar 2021. Anstand. The Searchers Wer sich für das klassische Hollywoodkino begeistert („interessieren“ tun sich nur Verdruckste) und also auch Western &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/kleine-reaktionaere-westernkunde-3/">Kleine reaktionäre Westernkunde (3)</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">Redaktioneller Beitrag vom 19. Februar 2021.</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/02/westernkunde.png" alt="" class="wp-image-1874" width="422" height="238" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/02/westernkunde.png 422w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/02/westernkunde-300x169.png 300w" sizes="auto, (max-width: 422px) 100vw, 422px" /></figure></div>


<p><strong><strong>Anstand. The Searchers</strong></strong></p>



<p>Wer sich für das klassische Hollywoodkino begeistert („interessieren“ tun sich nur Verdruckste) und also auch Western schätzt, kennt John Fords <em>The Searchers</em> (1956) und hat ihn mindestens fünfmal gesehen. Diese Zahl ist nicht spitzfindig, sondern bloß naheliegend, so wie ein Gläubiger, dessen Seele mitgerissen wurde, die Bibel oder die Merseburger Zaubersprüche ebenfalls mehr als einmal konsultiert und sich wiederholt an ihrer geistigen Gabe labt. Ist der Betreffende gar mit der filmkundlichen Exegese des Films vertraut (durch intensive Studien von <a href="https://www.amazon.de/John-Revised-Enlarged-Movie-Paperbacks/dp/0520034988/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=bogdanovich+john+ford&amp;qid=1613482894&amp;sr=8-1">Peter Bogdanovich</a>, <a href="https://www.amazon.de/Personal-Journey-Scorsese-Through-American/dp/0786863285/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=scorsese+american+film&amp;qid=1613483156&amp;sr=8-2">Martin Scorsese</a> oder <a href="https://www.amazon.de/John-Ford-Retrospektive-%C3%B6sterreichischen-Filmmuseums/dp/3894728981/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=viennale+john+ford&amp;qid=1613482934&amp;sr=8-1">Hartmut Bitomsky</a>), weiß er sofort, was gemeint ist, wenn betreffs <em>The Searchers</em> das Wort „Anstand“ fällt.</p>



<p>Denn er denkt unmittelbar an den <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zn-0LOPnQNw&amp;ab_channel=MorroeRieff">Ausklang einer fünfminütigen Sequenz</a> und die Art und Weise, wie dort eine Frau, die sich unbeobachtet glaubt, zärtlich den alten Armeemantel ihres Schwagers streichelt, dann von diesem ein letztes Mal langsam auf die Stirn geküßt wird – sie werden sich nie wiedersehen – und ein Dritter, der ebenfalls im Raum steht, diese beiden Gesten sieht, aber doch so agiert, als sähe er sie nicht.</p>



<p>Dieses ungerührte Vor-sich-Hinblicken des anderen Mannes, der nur (doch gibt es bei Ford kein „nur“) da steht und still seinen Kaffee trinkt, wurde in den Exegesen als eine Großtat des filmischen Erzählens-zwischen-den-Zeilen erkannt. Denn was sich dem Anderen (Ward Bond) und mit ihm die auch dem Zuschauer darbietet, ist die Gewißheit einer nie realisierten Liebe zwischen Ethan (John Wayne) und seiner Schwägerin Martha (Dorothy Jordan). Eine Gewißheit, die sich ganz allein aus der Andeutung dieser beiden Gesten ergibt. Daß der Andere stoisch darüber hinweggeht und das Verstandene<em> für sich behält</em>, es also anerkennt, <em>ohne es zu veräußern</em>, wurde als äußerstes Fingerspitzengefühl seitens des Regisseurs erkannt und als beispielhafte Sichtbarmachung von <em>Anstand</em> auf der Leinwand.</p>



<p>Die Sequenz ist also bekannt wie ein bunter Hund und ebenso ihre filmkundliche Würdigung. Doch was heißt das? Ford starb 1973, Wayne 1979, Jordan 1988, Bond sogar schon 1960. Die genannten Exegeten gehen alle auf die 80 zu. Reguläre, also nicht auf retrospektive Filmkunst abonnierte Kinos, wie es sie höchstens in Frankfurt, Berlin und München gibt, spielen Filme wie <em>The Searchers</em> seit Jahrzehnten nicht mehr, das gegenwarts-chauvinistische Fernsehen erst recht nicht. Ein anders als im privat Vereinzelten (mittels wenn auch hochwertiger DVDs und Blu-rays) vollzogenes, <em>gemeinschaftliches</em> Sehen des Films ist somit praktisch ausgehebelt.</p>



<p>Was heißt das für das extrovertierte, stets an Kollektiven ausgerichtete Kino von Ford, was heißt es für <em>The Searchers</em>, für jene fünfminütige Sequenz, was heißt es für das Erkenntnisgold des darin von Ward Bond vorgelebten Anstands?</p>



<p>Es heißt, das man alles selbst machen muß. Daß man verantwortlich ist für die Hegung und Lebendig-Haltung des Gesehenen – und zwar zuerst in sich selbst. Daß man das Gesehene – ganz und gar anti-brechtianisch – <em>persönlich nimmt,</em> benutzt und im eigenen Verhalten und Handeln das Beste daraus macht. Selbst schlichtes Kopieren ist erlaubt! Wo käme man hin, richtete man sich nicht am Großen aus? Auch ist das <a href="https://www.manuscriptum.de/die-axt-im-haus.html">Selbst-Tun</a>, das sein Eigenes nicht von anderen machen läßt, dem Genre wahrhaft gemäß. Linke Western hat es nie gegeben.</p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:21% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/die-axt-im-haus.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="431" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/02/die_axt_im_haus_1.jpg" alt="" class="wp-image-1875 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/02/die_axt_im_haus_1.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/02/die_axt_im_haus_1-209x300.jpg 209w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h5 class="wp-block-heading"><strong>Otto Werkmeister: Die Axt im Haus</strong></h5>



<p>Die Axt im Haus erspart bekanntlich – so Schiller im „Wilhelm Tell“ – den Zimmermann. Da dieser (und nicht nur er) heute sündhaft teuer und zudem schwer zu kriegen ist, greife man, wo immer das möglich ist, zu diesem Klassiker der Selber-Tun-Literatur, der zwischen 1956 und 1975 in zahlreichen hohen Auflagen erschien. Obwohl das Werk also nicht mehr jugendfrisch genannt werden kann, lohnt dieser Griff in jeder Weise&#8230;</p>



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		<title>Das Eigentliche sublimieren</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/das-eigentliche-sublimieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2020 08:13:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Redaktioneller Beitrag vom 16. Dezember 2020. „Was ist Sublimierung? Ein Mann möchte unbedingt mit einer Frau schlafen, setzt sich aber stattdessen hin und spielt ein &#8230; </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">Redaktioneller Beitrag vom 16. Dezember 2020.</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/12/Klavier-zerschlagen.jpg" alt="" class="wp-image-1595" width="375" height="452" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/12/Klavier-zerschlagen.jpg 750w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/12/Klavier-zerschlagen-249x300.jpg 249w" sizes="auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px" /></figure></div>


<p>„Was ist Sublimierung? Ein Mann möchte unbedingt mit einer Frau schlafen, setzt sich aber stattdessen hin und spielt ein Klavierstück. Das ist sehr hübsch!“ So oder ähnlich punktgenau und süffisant beschrieb der heute leider vergessene C. G. Jung (vergessen, obwohl sein Name weiter den Glockenklang des Klassikers hat, ihn aber praktisch niemand mehr liest, bedenkt, weiterdenkt – das blödeste Schicksal, das einem Autor widerfahren kann) den Prozess der schöngeistigen, in sich sogar wertvollen, und dennoch feigen, weil das Eigentliche umschiffenden ERSATZHANDLUNG.</p>



<p>Als ich heute morgen, es war noch dunkel, aus dem Fenster schaute und als erstes mutterseelenallein auf leerer Straße gleich zwei Leute mit Krankenhausmasken auf ihren Fahrrädern sah, hatte ich den Impuls, mich sogleich abzuwenden und, sagen wir, zu einem wunderbaren Buch zu greifen, das ich gerade ohnehin und mit echtem Interesse wiederlese (<em><a href="https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/reihe-kaplaken/1090/nutzloses-dienen">Nutzloses Dienen</a></em> von Henry de Montherlant – einem weiteren Klassiker, den heute keiner mehr aufschlägt). Doch hätte ich ob dieser Regung am liebsten auf der Stelle ausspeien mögen. Denn nein, das Schöne, das Gute, das Wahre, die Literatur, die Philosophie, die Musik, all das ist NICHT dazu gemacht, uns – in diesem Fall mich – davon abzuhalten, das Eigentliche zu tun. Das mag in diesem Dezember 2020, da man abends nicht mal mehr vor die Tür darf, weiß Gott vieles bedeuten. Vieles, dessen Realisierung einen ohne weiteres aus der häuslichen in die strafrechtliche Einzelhaft bringen könnte. Doch heißt es für mich zumindest das Eine: den Blick NICHT ABZUWENDEN von all den Eingeseiften, den Belogenen, den Entmutigten, die nichts anderes wissen, lesen, aufnehmen wollen, als die gleichgeschaltete Fabel der Corona-Angstverbreiter. Und warum will, ja warum darf ich mich nicht abwenden? Weil all diese Leute letztlich zu mir gehören, wie ich zu ihnen. Obwohl die Differenzen zwischen uns gerade kaum größer sein könnten.</p>



<p>Wir sind das Volk? Ja, dieses eine. Schicksalhaft auf Erden und in diese Zeit gesetzt. Sehen wir uns also ins Gesicht, mut- und mundlos oder auch anders. Ersatz gibt es erst, wenn wir demographisch weg sind.</p>
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		<title>Mein Großvater und das Deutsche Reich</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/feldweg-waldgang-verortungen/mein-grossvater-und-das-deutsche-reich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2020 13:22:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>vom 6. Oktober 2020. Menschen, die bereits tot waren, bevor man selbst geboren wurde, bleiben im Geist auf seltsame Weise unsterblich. Die Distanz zu der &#8230; </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">vom 6. Oktober 2020.</h5>


<div class="wp-block-image is-resized">
<figure class="alignleft size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="718" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/1280px-Germania66-1024x718.jpg" alt="" class="wp-image-1463" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/1280px-Germania66-1024x718.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/1280px-Germania66-300x210.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/1280px-Germania66-768x538.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/1280px-Germania66-120x85.jpg 120w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/1280px-Germania66.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></div>


<p>Menschen, die bereits tot waren, bevor man selbst geboren wurde, bleiben im Geist auf seltsame Weise unsterblich. Die Distanz zu der eigenen Lebenswelt macht sie nicht nur ungreifbar, sondern auch un<em>an</em>greifbar. Der Tod kann ihnen nichts mehr anhaben, da sie so gesehen ja seit jeher in dessen Sphäre „leben“. Man kann das sogar als eine Art Souveränität, Standfestigkeit, ja Verlässlichkeit an ihnen wahrnehmen. Der magische Glaube, daß verstorbene Eltern umso besser auf ihre im Leben verbleibenden Kinder „aufpassen“, mag hiermit zusammenhängen.</p>



<p>Bei eigenen Ahnen, die man nie gekannt hat, verstärkt sich das noch. So ergeht es mir mit meinem Großvater väterlicherseits, der – er und mein Vater sorgten spät für Nachwuchs – im geradezu abstrus entlegenen Jahr 1870 geboren wurde und damit mehr als einhundert Jahre älter ist als ich; er starb bereits Anfang der 1940er. Mitunter, wenn ich die Geburtsdaten bekannter Persönlichkeiten aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts lese, triumphiere ich ein wenig, denn ich sage mir: mein Opa holt auch euch ein, er war NOCH älter als ihr!</p>



<p>Dieses Jahr im Oktober, um den Tag der Deutschen Einheit herum, „feiert“ dieser unbekannte Vorfahre seinen 150. Geburtstag – eine Zahl, die mich auflachen läßt, so „unmenschlich“ groß ist sie – zu groß für jedes realistische Zeitmaß zwischen Großvater und Enkel. Wie jener gelebt haben mag, was für ein Typ er war, wie früh am Morgen er täglich raus mußte (er war Bauer), wie er es mit den Frauen hielt, was er wohl alles im Krieg 1914-18 hat erleben müssen, wie das hessische Idiom aus seinem Mund geklungen haben mag, sind wogende offene Fragen, für deren Beantwortung ich heute, da es keine Zeugen mehr gibt, auf meine inneren Bilder „hören“, in diese Bilder „hineingehen“ muß wie in einen milden Sonnenuntergang. Lasse ich es bleiben, schweigt tatsächlich das Grab, gibt es keinen Bezug auf eine gemeinsame Substanz.</p>



<p>Wer mit meinem Großvater den Geburtstag auf das Jahr und fast den Monat genau teilt, ist niemand anderes als das Deutsche Reich. Auch teilt es praktisch die gleiche Lebensspanne, 1871-1945. Abgesehen davon, daß dieses vielgestaltige und wundersame Gebilde aktuell (wie JEDE traditionelle Ordnungseinheit) nie dagewesenen <a href="https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2020/steinmeier-spaltet1/">polit-medialen Verfemungen</a> ausgesetzt ist, frage ich mich, ob es seinerseits noch vitale Klänge in uns Heutigen zu generieren in der Lage ist? Ob jemand etwa beglückt oder aufgewühlt erwacht, nachdem er von dem Reich geträumt hat? Aber vielleicht sind derlei Fragen schon falsch gestellt, und der Bezug etwa auf die alten preußischen Tugenden – die das Reich grundiert und befähigt haben – ist nur möglich, indem man diese im eigenen Tun beherzigt: bescheiden, dienend, pflichtgemäß, woraus dann (erst dann!) das folgert, was persönliche innere Stärke ist.</p>



<p>Und wer weiß schon, ob das alte, dahingeschiedene Deutsche Reich, ähnlich wie ein längst verstorbener und doch unsterblicher Ahne, den wir nur noch in uns selbst erleben können, uns Spätgeborenen bei diesem Tun nicht zusieht und, so wir es uns verdienen, geheimen Schutz und Zuspruch spendet. </p>



<p>Eine preußische Charakterstudie:</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:20% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/schwarz-und-weiss.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="634" height="1024" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/200608_schwarz_und_wei_cover_jpeg-634x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1464 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/200608_schwarz_und_wei_cover_jpeg-634x1024.jpg 634w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/200608_schwarz_und_wei_cover_jpeg-186x300.jpg 186w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/10/200608_schwarz_und_wei_cover_jpeg.jpg 650w" sizes="auto, (max-width: 634px) 100vw, 634px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h5 class="wp-block-heading">Andrew Stüve: Schwarz und Weiß</h5>



<p>1947 wurde der Staat Preußen von den vier Besatzungsmächten aufgelöst. „Und gewiß&#8220;, schrieb Hans-Joachim Schoeps, „das alte Preußen, wie es einmal war, ist tot, aber nicht der klassische preußische Geist.&#8220; Doch wo sind sie, die einstigen Tugenden des Ordnungsgeistes, Pflichtgefühls und der Opferbereitschaft? Mögen sie auch verschüttet, verzerrt und diskreditiert sein, erinnert der Autor jenseits der Klischees vom „Alten Fritz“ an dieses wertvolle preußische Erbe – in vier Porträts zeichnet er das Bild der berühmten Gestalten Moltke, Fichte, Blücher und Hegel, und arbeitet die typisch preußischen Züge im Handeln und Denken dieser Militärstrategen und Philosophen heraus.</p>



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		<title>Kleine reaktionäre Westernkunde (2)</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/feldweg-waldgang-verortungen/kleine-reaktionaere-westernkunde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 13:13:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Redaktioneller Beitrag vom 22. April 2020. Regionale Typen bei Sam Peckinpah Einer der großen neurechten Stimmungsbegriffe ist das „Eigentliche“ oder auch „unser Eigentliches“. Er deutet &#8230; </p>
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<h5 class="wp-block-heading">Redaktioneller Beitrag vom 22. April 2020.</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/06/3c8b4b4407232085f37947f659f79110-1024x424.jpg" alt="" class="wp-image-136" width="512" height="212" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/06/3c8b4b4407232085f37947f659f79110-1024x424.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/06/3c8b4b4407232085f37947f659f79110-300x124.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/06/3c8b4b4407232085f37947f659f79110-768x318.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/06/3c8b4b4407232085f37947f659f79110.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>


<p><strong>Regionale Typen bei Sam Peckinpah</strong></p>



<p>Einer der großen neurechten Stimmungsbegriffe ist das „Eigentliche“ oder auch „unser Eigentliches“. Er deutet auf eine oder mehrere Eigenschaften, die Sie und ich als Angehörige einer Abstammungsgemeinschaft, vorzüglich eines Landes und einer Nation, miteinander teilen. Eigenschaften, die uns in Mark und Seele eingeschrieben sind und die uns auf letztlich kreatürliche Weise von den Angehörigen anderer Länder, Nationen, aber auch Regionen und Familien (die kleinste und innigste Einheit) unterscheiden.</p>



<p>Selten jedoch wird im Einzelnen über diese Eigenschaften gesprochen und zu bestimmen versucht, worin sie denn bestehen. Das mag daran liegen, daß man sich scheut, im bloß Punktuellen, Biographischen, nicht Verallgemeinerbaren hängen zu bleiben. Oder auf eigene Faust eine Wertung abzugeben, die selbst unter Gleichgesinnten nicht schon hinterlegt ist. Entsprechend wird das offene Wort über jenes „Eigentliche“, wo es regionale Idiosynkrasien betrifft, das Gefälle zwischen diesem und jenem Nachbardorf, gern erst ab dem zweiten Bier in vertrauter Runde gepflegt.</p>



<p>Anders gesagt: das „Eigentliche“ wird gerne klangvoll evoziert, doch selten beschreibend angepackt, gedeutet, auf physiognomische Punkte gebracht.</p>



<p>In Amerika war es lange der dortige Heimatfilm, der Western, der solche Eigenschaften immer wieder auf vorbehaltlose, das heißt nicht-selbstzensierende Weise in den Blick rückte, als topographischer Hintergrund der Geschichten, die er erzählte.</p>



<p>Sam Peckinpahs&nbsp;<em>Pat Garrett and Billy the Kid</em>&nbsp;von 1973 ist ein später Vertreter des Genres, das seine Blütezeit in den ersten sechzig Jahren der Kino- (und nicht Fernseh-) Geschichte hatte, man kann auch sagen, zwischen&nbsp;<em>The Great Train Robbery</em>&nbsp;(Edwin S. Porter, 1903) und&nbsp;<em>The Man Who Shot Liberty Valance</em>&nbsp;(John Ford, 1962). Danach, als sei ein Schalter der Zivilisationszeit umgelegt worden, bezogen sich Western immer weniger auf die Vergangenheit ihrer Geschichten, ihrer Landestriche und regionalen Typen, sondern die Vergangenheit des eigenen Gernes und wurden zunehmend selbstreferentiell. Einen Weg „zurück“ hat es nie gegeben.</p>



<p>Sam Peckinpah (1925-1984) ist ein Vertreter dieser Spätzeit und hat als „Erfinder“ der blutigen Erschießung in Zeitlupe, wofür er heute am ehesten noch erinnert wird, eine fragwürdige und vulgäre Tradition begründet. Gleichwohl steckt in seinem Werk ein innig persönlicher Bezug zu den landschaftlichen Prägungen, ja Schicksalen, denen seine besten, weil glaubwürdigsten Figuren unterworfen sind und die sie geradezu „ausmachen“, bis ins Sterben hinein. In&nbsp;<em>Pat Garrett and Billy the Kid&nbsp;</em>gibt es zu dieser Verwobenheit eine großartige kurze Szene:</p>



<p>Sheriff Garrett (James Coburn) sitzt an einem Fluß, an einen Baum gelehnt, die Stille des Abends liegt um ihn herum. Plötzlich knallt ein Schuß. Garrett blickt auf und sieht: von einem Floß aus, das langsam das Wasser heruntertreibt, schießt ein Fremder auf eine leere Flasche, die er verfehlt. Garrett wundert sich, erhebt sich, greift seinen Revolver und schießt seinerseits auf die Flasche, verfehlt ebenfalls. Nun sehen wir den anderen, neben ihm auf dem Floß stehen drei Kinder, wohl die seinen, er blickt verdutzt in die Richtung, aus der der Schuß gekommen ist. Dorthin legt er an und feuert aufs Geratewohl. Garrett, an dem der Schuß vorbeigeht, lacht nun und geht hinter dem Baum in Deckung. Er setzt sein Gewehr auf den Fremden an und – zögert. Auch der Fremde auf dem Floß legt an und – zögert. Beide Männer schauen in die Richtung des jeweils anderen. Nichts, rein gar nichts passiert. Das Floß fließt weiter. Beide Männer nehmen langsam die Flinten herunter. Sie haben sich nie gekannt und werden sich auch nie wiedersehen. Fast hätten sie einander erschossen, aus einer archaischen Laune heraus. Aber eben doch nicht. Ende der&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=fweO6QUrChk">Szene</a>.</p>



<p>Und so etwas meine ich und meint, wie ich denke, auch Peckinpah und der Film, wenn es um die Herausschälung eines&nbsp;<em>regionalen Charakters</em>&nbsp;geht. Und zwar, indem er sich dessen meinethalben irrationales Verhalten in einer konkreten Situation anschaut, mit leiser Würde, ohne es psychologisch aufzudröseln. Eher schon wie ein Felsmassiv, das unversehens vor ihm auftaucht. SO UND NICHT ANDERS, sagt der Film, TICKEN DIE MÄNNER IN DIESEM LANDSTRICH. Es ist wie eine bloße, affirmative Konstatierung. Daß die Szene im Gefüge des gesamten Films kaum auffällt, macht sie umso echter, bringt das „Eigentliche“ umso selbstverständlicher nach vorn, ins Halb- oder Unbewußte des Zuschauers.</p>



<p>In einer&nbsp;<a href="https://youtu.be/dWfbmqGr3Js?t=667">Dokumentation über den Regisseur</a>&nbsp;erzählen James Coburn und Kris Kristofferson (Billy the Kid), wie die kleine Szene praktisch aus dem Nichts entstand, heimlich gefilmt wurde, nachdem ein Drehtag schon zuende war, und doch das eigentliche Herz der Typen des Films ausmacht: „It said everything about the mindset (die Mentalität) of these people at that time“. Und man höre hin, WIE die beiden Schauspieler noch Jahrzehnte später über diese anderthalb Filmminuten sprechen. Es ging darin um das Eingemachte, und das bleibt und strahlt weiter aus. Aber es existiert nur im physischen Detail, im Handlungsvollzug. Was im Abstraken, bloß Gemeinten verbleibt, das haben auch die besten Spätwestern nie vergessen, beißt lange vorher ins Gras.</p>



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		<item>
		<title>Der schönste Bau der Christenheit</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/feldweg-waldgang-verortungen/der-schoenste-bau-der-christenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Nov 2019 13:47:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feldweg, Waldgang: Verortungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Redaktioneller Beitrag vom 8. November 2019. … als den Jacob Burckhardt das Freiburger Münster beschrieben hat, steht inzwischen in der falschen Stadt. Diese weiß nämlich &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/feldweg-waldgang-verortungen/der-schoenste-bau-der-christenheit/">Der schönste Bau der Christenheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading">Redaktioneller Beitrag vom 8. November 2019.</h5>


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<figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/fb5d7cd6abc2e43a92bf837a73976a3f.jpg" alt="" class="wp-image-393" width="512" height="501" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/fb5d7cd6abc2e43a92bf837a73976a3f.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/fb5d7cd6abc2e43a92bf837a73976a3f-300x293.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/fb5d7cd6abc2e43a92bf837a73976a3f-768x751.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>


<p>… als den Jacob Burckhardt das Freiburger Münster beschrieben hat, steht inzwischen in der falschen Stadt. Diese weiß nämlich rein gar nicht mehr wertzuschätzen, was in den gotischen Mauern ihres architektonischen Herzstücks drinsteckt: christliche Demut, Hingabe, Kraft und Ausdauer. Über dreihundert Jahre, zwischen 1200 und 1513, hatten Generationen von Freiburgern an diesem Bau gearbeitet. Während des Bombenhagels vom 27. 11. 1944 war er wie durch Wunderhand als praktisch einziger in der Innenstadt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Freiburger_M%C3%BCnster#/media/Datei:Luftbild_Freiburg_1944.jpg">unzerstört geblieben</a>. Sogar die Turmuhr von 1851 läuft unausgebaut bis zum heutigen Tag. Dagegen hat es bloße 50 Jahre gebraucht – wir nehmen 1968 als spätesten Startschuß für die <a href="https://www.manuscriptum.de/50-jahre-umerziehung.html">Dekonstruktion jeglicher alter Wertbestände</a> –, um die christliche Konstanz praktisch völlig auszulaugen und als Antiquiertheit hinzustellen.</p>



<p>So erfahren wir heute, daß die Stadt Freiburg <a href="https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2019/autobahnmeisterei-darf-keinen-christbaum-mehr-aufstellen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">das Aufstellen eines Weihnachtsbaums am Grenzübergang zur Schweiz untersagt.</a> Der Grund: es könnten ja andere Religionsgemeinschaften sich benachteiligt fühlen und ihrerseits die Anbringung von Feiertagssymbolen fordern. Und dem müßte man sich dann natürlich fügen. Wie stünde die Stadt andernfalls vor den pawlowschen Gleichheits-Sabberhunden der Polit-Mediokratie da?</p>



<p>Wir machen einen Vorschlag. Nein, nicht erneut feige die Worte zensieren und den Weihnachtsbaum nun etwa &#8222;Jahresendnadelgehölz&#8220; nennen; es gibt schon mehr als genug windelweiche &#8222;Lichter- statt Weihnachtsmarkt&#8220;-Umbenennungen. Und da wir das Münster nur schwer aus der Stadt herausbekommen, belegen wir diese nun mit einem Besuchsboykott. Ja wir rufen hiermit sogar zu diesem auf. Städte, an deren Demarkation zur Adventszeit kein Christbaum mehr stehen darf, sollte man ebenso wenig betreten wie einen Garten ohne Unkraut. Aber einen letzten, und zwar feierlichen Besuch wollen wir uns gönnen, und alle Kassiber-Leser mögen es uns nachtun: am 24. 12. werden wir zur Mitternachtsmesse im – selbstverständlich ungeheizten – Münster stehen. Wir werden niederknien, wir werden singen, wir werden beten und das einzig wahre, in den uralten Mauern wie ein unvergleichlicher, stiller Geruch sitzende christliche Pneuma in unseren Geist und unsere Glieder wandern lassen.</p>



<p>Und dann wollen wir mal sehen, was weiter trägt: die Beseelung durch einen Atem, der größer ist als unser eigener, oder der laue Mief des Gegenwarts-Chauvinismus.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>(Foto: Jacob Burckhardt vor dem &#8211; wenngleich Baseler &#8211; Münster 1878)</p>
</blockquote>



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