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	<title>Schaumschlägereien: Weltwirtschaft und Finanzen Archive - Manuscriptum</title>
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	<title>Schaumschlägereien: Weltwirtschaft und Finanzen Archive - Manuscriptum</title>
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		<title>Long Covid der Zentralbanken &#8211; Ein unhaltbarer Zustand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Nov 2021 13:15:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schaumschlägereien: Weltwirtschaft und Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von Fabio Vighi vom 5. November 2021. Schafe verbringen ihr ganzes Leben damit, sich vor dem Wolf zu fürchten, aber am Ende werden sie vom &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/allgemein/long-covid-der-zentralbanken-ein-unhaltbarer-zustand/">Long Covid der Zentralbanken &#8211; Ein unhaltbarer Zustand</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading"><em>von Fabio Vighi  </em>vom 5. November 2021.</h5>


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<figure class="alignleft size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/11/maske-euro-bild-1-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-2144" width="512" height="288" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/11/maske-euro-bild-1-1024x576.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/11/maske-euro-bild-1-300x169.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/11/maske-euro-bild-1-768x432.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/11/maske-euro-bild-1.jpg 1440w" sizes="(max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>


<p><em>Schafe verbringen ihr ganzes Leben damit, sich vor dem Wolf zu fürchten, aber am Ende werden sie vom Hirten gefressen.</em> (Populäres Sprichwort)</p>



<p>Inzwischen sollte klar sein, dass COVID-19 im Wesentlichen ein Symptom des Amok laufenden Finanzkapitals ist. Im weiteren Sinne ist es ein Symptom für eine Welt, die nicht mehr in der Lage ist, sich durch den Gewinn aus menschlicher Arbeit zu reproduzieren, und sich daher auf eine kompensatorische Logik des permanenten Gelddopings (Verschuldung) verlässt. Während die strukturelle Schrumpfung der arbeitsbasierten Wirtschaft den Finanzsektor aufbläht, kann dessen Volatilität nur durch globale Notfälle, Massenpropaganda und Tyrannei durch Biosicherheit eingedämmt werden. Wie können wir aus diesem Teufelskreis ausbrechen?</p>



<p>Seit der dritten industriellen Revolution (Mikroelektronik in den 1980er Jahren) ist der automatisierte Kapitalismus damit beschäftigt, die Lohnarbeit als seine eigene Substanz abzuschaffen. Der Punkt, ab dem es kein Zurück mehr gibt, ist überschritten. Aufgrund des eskalierenden technologischen Fortschritts ist das Kapital zunehmend ohnmächtig gegenüber seiner Aufgabe, den Mehrwert aus der Arbeitskraft herauszuquetschen. Mit der Entfesselung der künstlichen Intelligenz wird dies wahrhaftig zu einer unmöglichen Aufgabe &#8211; Game Over.</p>



<p>Das bedeutet, dass die Grundlagen unserer Welt nicht mehr in der gesellschaftlich notwendigen Arbeit liegen, die in Waren wie Autos, Telefonen oder Zahnpasta enthalten ist. Vielmehr liegen sie in hochentzündlichen schuldengehebelten Spekulationen auf Finanzwerte wie Aktien, Anleihen, Futures und vor allem Derivate, deren Wert auf unbestimmte Zeit verbrieft ist. Nur der religiöse Glaube, dass die Masse dieser Vermögenswerte einen Wert erzeugt, hindert uns daran, den gähnenden Abgrund unter unseren Füßen zu sehen. Und wenn unser Glaube schwindet, greift die göttliche Vorsehung ein, indem sie uns mit apokalyptischen Ansteckungsgeschichten und den dazugehörigen Heilsgeschichten in kollektive Hypnose versetzt.</p>



<p>Doch die Realität ist hartnäckig und klopft immer wieder an unsere Tür. Während sich der Finanztumor im sozialen Körper ausbreitet, entscheidet sich das Kapital dafür, seinen leviathanischen Doppelgänger zu entfesseln, einen Vampir, der sich von globalen Notlagen und in der digitalen Technologie verankerten Geschäftsmodellen ernährt und das Potenzial hat, das gesamte Leben auf der Erde zu sichern. Die Zeichen stehen auf Sturm, eine &#8222;sanfte Diktatur&#8220; starrt uns bereits an. Heute bedeutet Widerstand gegen die Flut, die unantastbare Dimension der Menschenwürde zu verteidigen, die ein unverhandelbarer Ausgangspunkt für den Aufbau eines alternativen Gesellschaftsprojekts ist. Noch ist Zeit, aber wir brauchen kritisches Bewusstsein, Mut und kollektives Erwachen.</p>



<p><strong>Pandexit im Land der Einhörner</strong></p>



<p>Wie nahe sind wir dem Pandexit? Der folgende Auszug aus einem kürzlich erschienenen Bloomberg-Artikel enthält die wahrscheinlichste Antwort: &#8222;Für jeden, der hofft, in den nächsten drei bis sechs Monaten Licht am Ende des Covid-19-Tunnels zu sehen, haben die Wissenschaftler schlechte Nachrichten: Machen Sie sich auf mehr von dem gefasst, was wir bereits durchgemacht haben. Um diese Aussage zu entschlüsseln, gehen wir davon aus, dass unsere Zukunft durch die folgenden Ereignisse gekennzeichnet ist: 1. Die Zentralbanken werden weiterhin übermäßige Geldmengen schaffen, die hauptsächlich dazu bestimmt sind, die Finanzmärkte aufzublähen; 2. das Ansteckungsnarrativ (oder etwas Ähnliches) wird weiterhin ganze Bevölkerungen hypnotisieren, zumindest bis zur vollständigen Einführung des digitalen Gesundheitspasses; 3. liberale Demokratien werden demontiert und schließlich durch Regime ersetzt, die auf einem digitalisierten Panoptikum basieren, einem Metaverse von Kontrolltechnologien, die durch ohrenbetäubenden Notlärm legitimiert werden.</p>



<p>Zu düster? Nicht, wenn man bedenkt, dass die Achterbahn der Gesundheitskrise (Schließungen, gefolgt von teilweisen Öffnungen, die sich mit neuen Schließungen durch Mini-Wellen abwechseln) immer mehr einem globalen Rollenspiel gleicht, bei dem die Akteure den Schwarzen Peter weiterreichen, um sicherzustellen, dass der Notfallgeist weiter zirkuliert, wenn auch in abgeschwächter Form. Der Grund für dieses deprimierende Szenario ist einfach: Ohne den Virus, der die geldpolitischen Impulse rechtfertigt, würde der verschuldete Finanzsektor über Nacht zusammenbrechen. Gleichzeitig droht jedoch eine steigende Inflation in Verbindung mit Engpässen in der Lieferkette (insbesondere bei Mikrochips) eine verheerende Rezession.</p>



<p>Diese Zwickmühle scheint unüberwindbar zu sein, weshalb die Eliten nicht vom Notfall-Narrativ ablassen können. Aus ihrer Sicht scheint der einzige Ausweg in der kontrollierten Zerstörung der Realwirtschaft und ihrer liberalen Infrastruktur zu liegen, während die Finanzwerte weiterhin künstlich aufgebläht werden. Letzteres umfasst zynische Tricks des finanziellen Greenwashings wie die Investition in ESG-Wertpapiere, ein ökologisch getarntes Schlupfloch zur Legitimierung einer weiteren Schuldenexpansion. Bei allem Respekt für die Greta Thunbergs in unserer Mitte, hat dies nichts mit der Rettung des Planeten zu tun.</p>



<p>Vielmehr werden wir Zeuge der sich beschleunigenden Auflösung des liberalen Kapitalismus, der nun obsolet ist. Die Aussichten sind objektiv deprimierend. Globale finanzielle und geopolitische Interessen werden durch massenhaftes Sammeln von Daten, Blockchain-Ledger und Sklaverei durch digitale Apps, die als ermächtigende Innovation angepriesen werden, gesichert. Der Kern unserer misslichen Lage liegt in der rücksichtslosen evolutionären Logik eines sozioökonomischen Systems, das, um zu überleben, bereit ist, seinen demokratischen Rahmen zu opfern und ein monetäres Regime anzunehmen, das von konzerneigener Wissenschaft und Technologie, Medienpropaganda und Katastrophennarrativen unterstützt wird, begleitet von einem ekelerregenden pseudohumanitären Philanthrokapitalismus.</p>



<p>Indem sie an unser persönliches Schuldgefühl für die &#8222;Zerstörung des Planeten&#8220; appellieren, sind die kommenden Klimablockaden die ideale Fortsetzung der Covid-Beschränkungen. Wenn Virus die gruselige Vorspeise war, so wird als Hauptmahlzeit bereits eine großzügige Portion der Ideologie des Kohlenstoff-Fußabdrucks, gemischt mit Energieknappheit, serviert. Einer nach dem anderen wird uns eingeredet, dass unser negativer Einfluss auf den Planeten bestraft werden muss. Erst von Virus verängstigt und reglementiert und jetzt beschämt, weil wir Mutter Erde geschädigt haben, haben wir das Umweltkommando bereits verinnerlicht: Unser natürliches Recht auf Leben muss durch die Einhaltung ökologischer Diktate verdient werden, die vom Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank auferlegt und von technokratischen Regierungen mit ihrer Polizei ratifiziert werden. Das ist kapitalistischer Realismus in seiner zynischsten Form.</p>



<p>Die Einführung des digitalen Gesundheitspasses (der noch vor einem Jahr als Verschwörungstheorie belächelt wurde!) stellt einen kritischen Punkt dar. Die Kennzeichnung der Massen ist entscheidend, wenn die Eliten unser Vertrauen in eine zunehmend zentralisierte Machtstruktur gewinnen wollen, die als Chance zur Emanzipation verkauft wird. Nach dem Überschreiten des Rubikons der digitalen Identität wird das Durchgreifen wahrscheinlich sanft und allmählich weitergehen, wie in Noam Chomskys berühmter Anekdote: Wenn wir einen Frosch in einen Topf mit kochendem Wasser werfen, wird er sofort mit einem gewaltigen Sprung herauskommen; wenn wir ihn dagegen in lauwarmes Wasser tauchen und die Temperatur langsam erhöhen, wird der Frosch nichts bemerken, es sogar genießen; bis er, geschwächt und unfähig zu reagieren, schließlich zu Tode gekocht wird.</p>



<p>Die obige Vorhersage muss jedoch in einem konfliktreichen und äußerst unsicheren Szenario kontextualisiert werden. Erstens gibt es inzwischen (wenn auch stark zensiert) Anzeichen für einen echten Widerstand in der Bevölkerung gegen die Pandemie-Psycho-Operation und den Großen Reset im Allgemeinen. Zweitens scheinen die Eliten in eine Sackgasse geraten zu sein und wissen daher nicht, wie sie weiter vorgehen sollen, wie die Entscheidung mehrerer Länder zeigt, den Gesundheitsnotstand zu deeskalieren. Es lohnt sich, noch einmal darauf hinzuweisen, dass das Rätsel im Grunde wirtschaftlicher Natur ist: Wie kann man mit extremer finanzieller Volatilität umgehen und gleichzeitig Kapital und Privilegien behalten? Das globale Finanzsystem ist ein riesiges Schneeballsystem. Würden diejenigen, die es betreiben, die Kontrolle über die Schaffung von Liquidität verlieren, würde die daraus resultierende Explosion das gesamte sozioökonomische Gefüge in Mitleidenschaft ziehen. Gleichzeitig würde eine Rezession die Politiker jeglicher Glaubwürdigkeit berauben. Aus diesem Grund scheint der einzig gangbare Plan der Eliten darin zu bestehen, die kontrollierte Zerstörung der Wirtschaft (Zusammenbruch der globalen Versorgungskette mit der Folge einer &#8222;Alles-Knappheit&#8220;) mit dem Aufbau einer globalen digitalen Infrastruktur für die technokratische Übernahme zu synchronisieren. Das Timing ist von entscheidender Bedeutung.</p>



<p><strong>Notfall-Sucht</strong></p>



<p>Im Hinblick auf eine mögliche Rezession fasste der Finanzanalyst Mauro Bottarelli die Logik der kommunizierenden Gefäße der Pandwirtschaft wie folgt zusammen: &#8222;Ein Zustand eines semipermanenten gesundheitlichen Notstands ist einem vertikalen Marktcrash vorzuziehen, der die Erinnerung an 2008 in einen Spaziergang verwandeln würde.&#8220; Wie ich in einem kürzlich erschienenen Artikel zu rekonstruieren versucht habe, war die &#8222;Pandemie&#8220; ein Rettungsboot, das zu einer ertrinkenden Wirtschaft ausgesetzt wurde. Streng genommen handelt es sich um ein monetäres Ereignis, das darauf abzielt, die Lebensspanne unserer finanzgetriebenen und todkranken Produktionsweise zu verlängern. Mit Hilfe des Virus versucht der Kapitalismus, sich selbst zu reproduzieren, indem er Bedingungen simuliert, die nicht mehr gegeben sind.</p>



<p>Hier eine Zusammenfassung von Covids wirtschaftlicher Logik. Die Rettung des Finanzsektors im September 2019 &#8211; der nach elf glücklichen Jahren der quantitativen Lockerung erneut am Rande des Nervenzusammenbruchs stand &#8211; beinhaltete eine noch nie dagewesene Ausweitung der monetären Anreize: die Schaffung von Billionen von Dollar mit dem Zauberstab der Federal Reserve. Die Injektion dieser übermäßigen Geldmenge in die Wall Street war nur möglich, indem der Motor der Main Street abgestellt wurde. Aus der Sicht des kurzsichtigen kapitalistischen Maulwurfs gab es keine Alternative. Computergeld, das in Form von digitalen Bytes erschaffen wurde, darf nicht auf die Wirtschaftskreisläufe vor Ort übergreifen, da dies einen inflationären Tsunami à la Weimar in den 1920er Jahren (der das Dritte Reich einleitete) auslösen würde, der für eine stagnierende und global vernetzte Wirtschaft nur noch viel katastrophaler wäre.</p>



<p>Die (vorsichtige) Wiederaufnahme von Kredittransaktionen in der Realwirtschaft hat unweigerlich zu einem Anstieg der Inflation und damit zu einer weiteren Verarmung der Bevölkerung geführt. Die Kaufkraft der Löhne und Gehälter sowie die Einnahmen und Ersparnisse sind geschrumpft. Es sei daran erinnert, dass die Geschäftsbanken an der Schnittstelle zwischen der magischen Welt des digitalen Geldes der Zentralbanken und der von den meisten Sterblichen bewohnten, von Notfällen geprägten Ödnis stehen. Daher löst jede wilde Ausweitung der Zentralbankreserven (aus dem Nichts geschaffenes Geld) eine Preisinflation aus, sobald die Geschäftsbanken Bargeld (d. h. Schulden) in die Gesellschaft einspeisen.</p>



<p>Der Zweck der &#8222;Pandemie&#8220; bestand darin, den bereits bestehenden Makrotrend der Geldmengenausweitung zu beschleunigen und gleichzeitig inflationäre Schäden hinauszuschieben. In Anlehnung an die Federal Reserve haben die Zentralbanker der Welt Ozeane von Liquidität geschaffen und damit ihre Währungen zum Nachteil der Bevölkerungen abgewertet. Während dies so weitergeht, expandiert das transnationale Turbokapital der Eliten in der Finanzwelt weiter und absorbiert die kleinen und mittleren Unternehmen, die es unterdrückt und zerstört hat. Mit anderen Worten: Es gibt (für uns) kein kostenloses Mittagessen. Die Gelddruckmaschine der Zentralbank funktioniert nur für die 0,0001 % &#8211; mit Hilfe eines Virus oder einer globalen Bedrohung von gleicher Tragweite.</p>



<p>Gegenwärtig sieht es so aus, als ob die Zentralbanker der hohen Kunst des Zauderns frönen. Der Vorstand der Fed wird Anfang November 2021 erneut zusammentreten, wobei der Beginn des Taperings (Reduzierung der geldpolitischen Anreize) für Dezember angekündigt ist. Doch wie werden die Eliten angesichts der Deflation der Covid-Blase mit Nullzinsen und direkter Defizitfinanzierung umgehen? Genauer gesagt: Welches neue &#8222;unvorhergesehene Ereignis&#8220; oder welche &#8222;göttliche Intervention&#8220; wird ihnen aus der Patsche helfen? Werden es Außerirdische sein? Ein cyber-terroristischer Angriff auf das Bankensystem? Ein Tsunami im Atlantik? Kriegsspiele in Südostasien? Ein neuer Krieg gegen den Terror? Die Einkaufsliste ist lang.</p>



<p>In der Zwischenzeit befinden sich die Bürger in einer erdrückenden Zwickmühle. Wenn den Unternehmen Kredite zur Verfügung gestellt werden sollen, müssen die Zentralbanken die Inflation eindämmen, was sie nur tun können, indem sie Kredite abziehen! Eine galoppierende Inflation kann nur dadurch vermieden werden, dass die störenden Auswirkungen der übermäßigen Geldschöpfung eingedämmt werden, d. h. dass die Arbeitsgesellschaft in die Knie gezwungen wird. Die meisten von uns werden zwischen der Preisinflation bei lebenswichtigen Gütern und dem deflationären Liquiditätsabfluss durch Einkommensverluste und die Aushöhlung von Ersparnissen in die Enge getrieben. Und in einer stagnierenden Wirtschaft, in der die Inflation aus dem Ruder läuft, wird jede unterdrückte Geschäftstransaktion in Finanzanlagen umgelenkt.</p>



<p>Ein Instrument, das verhindert, dass die Liquidität die Realwirtschaft erreicht, ist die Overnight Reverse Repo Facility (RRP) der Federal Reserve. Während sie die Finanzmärkte weiterhin mit frisch gedrucktem Geld überschwemmt, wischt die Fed dank der Reverse-Repo-Fazilität jeden Überschuss des Geldes auf, das sie in die Wall Street pumpt. Ein Nullsummenspiel aus Geben und Nehmen: Nachts hinterlegen die Finanzakteure ihre überschüssige Liquidität bei der Federal Reserve, die als Sicherheit die gleichen Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapiere liefert, die sie tagsüber im Rahmen ihrer QE-Käufe aus dem Markt nimmt. Im August 2021 überstieg die Inanspruchnahme des RRP durch die Fed die Grenze von 1 Billion Dollar, was den Offenmarktausschuss (FOMC) dazu veranlasste, das RRP-Limit ab dem 23. September 2021 auf 160 Milliarden Dollar zu verdoppeln.</p>



<p>Hier ist also der Elefant im Raum: Wie lässt sich das Tapering der Fed mit Reverse Repos in dieser astronomischen Größenordnung vereinbaren? Ist die lang erwartete Verringerung der geldpolitischen Anreize angesichts einer globalen Finanzblase, die durch zinslose Fremdfinanzierung und strukturelle Kreditaufnahme angeheizt wird, überhaupt möglich? Aber wie können die Zentralbanker gleichzeitig ihre Bilanzen weiter ausweiten, wenn die doppelte Plage der Stagnation und der steigenden Inflation (Stagflation) vor der Tür steht?</p>



<p>Die Logik dieses Geldmechanismus ist pervers. Der solipsistische &#8222;Wahnsinnstanz&#8220; des Finanzkapitals ist weit über seine übliche Verrücktheit hinaus außer Kontrolle geraten, und der Tag der Abrechnung rückt immer näher. Kann eine verheerende Rezession vermieden werden? Die heutige politische Antwort scheint die alte Weisheit zu mobilisieren, dass &#8222;extreme Zeiten extreme Maßnahmen erfordern&#8220;, was übersetzt bedeutet: kein Verbrechen gegen die Menschheit kann ausgeschlossen werden, wenn die systemische Implosion so hartnäckig geleugnet wird. Ist es nicht das, was uns die Geschichte immer gelehrt hat?</p>



<p>Die Krise, die wir erleben, ist keine epidemiologische Krise. In erster Linie geht es darum, die potenziell katastrophale finanzielle Belastung durch toxische Risiken und das damit verbundene Inflationsmanagement in den Griff zu bekommen. Es genügt festzustellen, dass es den Zentralbankern nicht gelingt, die Zinssätze auf 2 % zu erhöhen, während sie in den 1970er Jahren auf 20 % angehoben wurden, um die Inflation zu bekämpfen. Wie Covid jedoch anmerkt, funktioniert Finanzakrobatik in diesem Ausmaß nur unter dem Deckmantel des Notfalls: Blockaden, Abriegelungen, Beschränkungen usw. Die Vertuschung hat zwei Ziele: 1. den Untergang der Titanic (finanzgetriebene &#8222;Arbeitsgesellschaft&#8220;) zu verschleiern; 2. die Umsetzung eines kolossalen monetären Reset zu koordinieren, der auf wirtschaftlicher Depression und zentraler Kontrolle über das Leben der Menschen beruht.</p>



<p><strong>Digitaler Faschismus</strong></p>



<p>Die Folgen des Notstandskapitalismus sind eindeutig biopolitischer Natur. Sie betreffen die Verwaltung eines menschlichen Überschusses, der für ein weitgehend automatisiertes, hochfinanziertes und implosives Reproduktionsmodell überflüssig wird. Deshalb sind Virus, Impfstoff und Covid-Pass die heilige Dreifaltigkeit des Social Engineering. Die &#8222;Virenpässe&#8220; sollen die Massen im Umgang mit elektronischen Geldbörsen schulen, die den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und den persönlichen Lebensunterhalt kontrollieren. Die enteigneten und überflüssigen Massen sind zusammen mit denjenigen, die sich nicht an die Vorschriften halten, die ersten, die durch digitalisierte Armutsverwaltungssysteme, die direkt vom Monopolkapital überwacht werden, diszipliniert werden. Der Plan ist, menschliches Verhalten in Token zu verwandeln und es auf Blockchain-Ledger zu übertragen, die von Algorithmen gesteuert werden. Und die Verbreitung globaler Angst ist das perfekte ideologische Instrument, um uns zu diesem Ergebnis zu treiben.</p>



<p>Da öffentliche Debatten durch Zensur und Einschüchterung zum Schweigen gebracht werden, werden wir in eine biotechno-kapitalistische Dystopie eskortiert, deren höllischer Charakter sich wahrscheinlich mit der nächsten globalen Krise voll entfalten wird. Dies würde die Einführung digitaler Zentralbankwährungen (CBDC) rechtfertigen, die nach den Worten von Agustin Carstens (Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) &#8222;die absolute Kontrolle über die Regeln und Vorschriften, die die Verwendung dieser Zentralbankverbindlichkeit [d. h. des Geldes] bestimmen, gewährleisten, und wir werden über die Technologie verfügen, um dies durchzusetzen.&#8220; Digitales Bargeld in Verbindung mit digitaler Identität ist eine Abkürzung für die hochtechnologische monetäre Leibeigenschaft, die zuerst auf die Arbeitslosen (z. B. UBI-Empfänger) und möglicherweise auf die meisten von uns ausgedehnt werden wird. Wenn Larry Fink (CEO von BlackRock) sagt, dass &#8222;die Märkte totalitäre Regierungen den Demokratien vorziehen&#8220;, sollten wir ihm besser glauben.</p>



<p>Die Trennung der Bevölkerung auf der Grundlage des Impfstatus ist eine epochale Errungenschaft, die typisch für totalitäre Regime ist. Wenn der Widerstand gebrochen wird, wird ein obligatorischer digitaler Ausweis eingeführt, der die &#8222;Tugendhaftigkeit&#8220; unseres Verhaltens erfasst und unseren Zugang zur Gesellschaft regelt. Covid war das ideale trojanische Pferd für diesen Durchbruch. Ein globales System der digitalen Identifizierung auf der Grundlage der Blockchain-Technologie wird seit langem von der ID2020-Allianz geplant, die von solchen Giganten wie Accenture, Microsoft, der Rockefeller Foundation, MasterCard, IBM, Facebook und Bill Gates&#8216; allgegenwärtigem GAVI unterstützt wird. Von hier aus dürfte der Übergang zur monetären Kontrolle relativ reibungslos verlaufen. CBDCs würden es den Zentralbanken nicht nur ermöglichen, jede Transaktion zu verfolgen, sondern vor allem den Zugang zu Liquidität aus jedem als legitim erachteten Grund zu sperren. Das Projekt &#8222;Digitalisierung des Lebens&#8220; sieht auch einen &#8222;Internet-Pass&#8220; vor, mit dem &#8211; vorbehaltlich regelmäßiger Überprüfungen &#8211; Personen, die als unwürdig erachtet werden, vom Internet ausgeschlossen werden. Fällt die soziale Kreditwürdigkeit unter ein bestimmtes Niveau, hängt die Suche nach einem Arbeitsplatz, das Reisen oder der Erhalt von Krediten von der Bereitschaft ab, sich &#8222;Rehabilitationsprogrammen&#8220; zu unterziehen. Vermutlich wird es einen Schwarzmarkt für die Ausgestoßenen geben.</p>



<p>Ein Eckpfeiler des historischen Faschismus war die staatlich kontrollierte Industrie, die jedoch in Privatbesitz blieb. Es ist erstaunlich, dass trotz der überwältigenden Beweise für systematische Drehtüren zwischen öffentlichem und privatem Sektor die meisten öffentlichen Intellektuellen noch nicht erkannt haben, dass wir auf dieses Ziel zusteuern. Der italienische Schriftsteller Ennio Flaiano sagte einmal, die faschistische Bewegung bestehe aus zwei Gruppen: den Faschisten und den Antifaschisten. Heute, wo die meisten selbsternannten Antifaschisten stillschweigend oder enthusiastisch die medizinisch motivierte autoritäre Wende unterstützen, ist dieses Paradox mehr denn je von Bedeutung.</p>



<p><strong>Von der Verschwörungstheorie zur erfolgreichen Paranoia</strong></p>



<p>Die Erkenntnistheorie der Verschwörungstheorie bestimmt einen Großteil der heutigen Propaganda als Rhetorik der Ausgrenzung. Die apriorische Ablehnung des &#8222;paranoiden Denkens&#8220; lässt das offizielle Narrativ als alleinigen Träger der Wahrheit erscheinen, unabhängig von der empirischen Überprüfung. Wie Ole Bjerg argumentiert, entsteht daher &#8222;die eigentliche Pathologie auf der Seite der Mainstream-Reaktionen auf die so genannten Verschwörungstheoretiker [&#8230;] in Form eines epistemischen Ausnahmezustands, der das Funktionieren der öffentlichen Debatte und der intellektuellen Kritik zu untergraben droht&#8220; Mit anderen Worten: Paranoia qualifiziert die Position jener modernen Torquemadas, deren Inquisitionstribunale jedes &#8222;ketzerische&#8220; Denken zum Schweigen bringen, das es wagt, von den Dogmen des Notfallkapitalismus abzuweichen. Die pauschale Beschuldigung der &#8222;paranoiden Covid-Leugner&#8220; und &#8222;Anti-Vaxxer&#8220; ist nicht nur symptomatisch für die Auflösung des demokratischen Bandes, sondern vor allem für eine von oben nach unten verlaufende Ansteckung mit ideologischen Krankheiten, die es in einem solchen globalen Ausmaß noch nie gegeben hat.</p>



<p>Wie Jacques Lacan in den 1960er Jahren argumentierte, funktioniert die kapitalistische Macht, indem sie verschwindet, indem sie sich geheim und unsichtbar macht und dadurch nicht nur ihre Autorität, sondern auch ihre Ohnmacht verschleiert. Im Kapitalismus scheint alles spontan zu funktionieren, als ob niemand Befehle erteilen oder befolgen würde, sondern nur seinen spontanen Wünschen folgen würde: &#8222;Was auffällt und was niemand zu sehen scheint, ist, dass der Master-Signifikant durch die Tatsache, dass die Wolken der Ohnmacht gelüftet wurden, nur noch unangreifbarer erscheint [&#8230;] Wo ist er? Wie kann er benannt werden? Wie kann er geortet werden &#8211; außer durch seine mörderischen Auswirkungen natürlich?&#8220;[ii] Sollte uns dies dazu veranlassen, Lacan in die Armee der verrückten Verschwörungstheoretiker aufzunehmen? Während sich der traditionelle Herr auf symbolische Autorität stützt, delegiert der kapitalistische Herr seine Autorität an die ungreifbare Objektivität seines Modus Operandi. Wie der Neoliberalismus überdeutlich gemacht hat, wird die Herrschaft offiziell aufgegeben, aber gleichzeitig in ihrer aufgegebenen Form wieder geltend gemacht, zum Beispiel als &#8222;Führung&#8220;. Und Lacan will damit sagen, dass dieses Strategem den Raum für tiefere, heimtückischere Formen der Manipulation öffnet.</p>



<p>Genau wie die konzerngesteuerten Mainstream-Medien lieben es heute viele Lacanianer, &#8222;Verschwörungstheoretiker&#8220; lächerlich zu machen. Typischerweise tun sie dies, indem sie Lacans Motto zitieren, dass es &#8222;so etwas wie einen großen Anderen nicht gibt&#8220; &#8211; also kann letztlich niemand hinter den Kulissen eine Verschwörung anzetteln. Oder, um aus einem kürzlich erschienenen Beitrag von Slavoj Žižek zu zitieren: &#8222;Es ist nicht nötig, Pandemien und Wetterkatastrophen zu erfinden, da das System sie selbst produziert&#8220;. Doch diese Argumente verfehlen das Ziel, denn sie übersehen, wie die Macht gerade dadurch funktioniert, dass sie die ontologische Inkonsistenz des großen Anderen besetzt und zu ihren Gunsten manipuliert. Anders gesagt: Wenn es ein Unbewusstes gibt, sind Verschwörung und Manipulation unvermeidlich. Der Erfolg einer jeden Machtstruktur hängt von ihrer Fähigkeit ab, den selbstwidersprüchlichen Status ihres Sinnesuniversums gegen die neurotischen Massen als Waffe einzusetzen.</p>



<p>Bei all seinem Hegelianismus übersieht Žižek hier den spekulativen Charakter der (kapitalistischen) Macht: Systemische Widersprüche sind die Grundlage und das Lebenselixier eines jeden Machtgefüges. Die elementare spekulative List der Macht besteht darin, dass sie die ontologische Inkonsistenz zur Bedingung der Möglichkeit macht. Dies zeigt sich deutlich in der &#8222;autoritären Wende&#8220; des zeitgenössischen Kapitalismus, die auf der ideologischen Nutzung von Notlagen beruht. Letztlich sind diese Notfälle nur insofern real, als sie kapitalistische Notfälle sind, die zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden, um die Interessen des Kapitals zu fördern. Die Annahme, dass sie der bestehenden Machtstruktur entkommen oder sie untergraben werden, ignoriert das Ausmaß, in dem sie bereits für die kapitalistische Macht funktionieren. Meine Lesart von Covid als Produkt finanzieller Volatilität steht im Einklang mit dieser spekulativen Haltung: Pandemische Kontingenz ist eine kapitalistische Notwendigkeit, und als solche wurde sie von Anfang an durch einen gewaltigen ideologischen Apparat unterstützt.</p>



<p>Die Rhetorik des Ausschlusses, die den öffentlichen Diskurs über Covid belebt, kann durch das beschrieben werden, was Lacan in Anlehnung an Freud als &#8222;erfolgreiche Paranoia&#8220; bezeichnete, die &#8222;ebenso gut die Schließung der Wissenschaft zu konstituieren scheinen könnte&#8220;[iii] Im Wesentlichen bezieht sich &#8222;Schließung&#8220; auf den positivistischen Glauben an wissenschaftliche Objektivität, der auf der Ablehnung (Abschottung) des &#8222;Subjekts des Unbewussten&#8220; als Quelle von Fragen, Zweifeln und Fehlern beruht. Im Kontext von Lacans Diskurstheorie entspricht die erfolgreiche Paranoia einem hyper-effizienten Glaubenssystem, das durch die &#8222;seltsame Kopulation zwischen Kapitalismus und Wissenschaft&#8220; gesichert wird. [Die Macht dessen, was heute einseitig als &#8222;echte Wissenschaft&#8220; angepriesen wird (die so echt ist, dass sie Zweifel verbietet, Debatten verbietet und Zensur fördert), gleicht der Macht einer neuen Religion, wie Lacan 1974 warnte: &#8222;Die Wissenschaft ist dabei, sich selbst an die Stelle der Religion zu setzen, und sie ist sogar noch despotischer, stumpfer und obskurantistischer&#8220;[v]. Und der Kapitalismus setzt auf Wissenschaft und Technologie, genauso wie er aus der Gesundheit Kapital schlägt, einem der profitabelsten Geschäfte der Welt.</p>



<p>Die &#8222;Wissenschaft&#8220;, der wir zu folgen haben, wird von den Finanzeliten und ihren politischen Kumpanen gekapert und wirkt so als Barriere gegen das Bewusstsein, dass &#8222;unsere Welt&#8220; zerbröckelt. Echte Wissenschaft, die weiterhin hinter dem dicken Vorhang der Zensur operiert, würde niemals diktatorische Mandate auferlegen, wie sie in demokratischen Ländern auf der ganzen Welt immer noch gelten. Der blinde Glaube an die &#8222;Covid-Wissenschaft&#8220; verrät also den verzweifelten Wunsch, an der kapitalistischen Macht festzuhalten, einschließlich ihrer autoritären Mutation. Doch die Geschichte des wissenschaftlichen Fortschritts zeigt, dass die Wissenschaft im Grunde ein Diskurs ist, der sich auf das konzentriert, was ihr fehlt. Alle großen wissenschaftlichen Fortschritte beruhen auf einem Prinzip der Unzulänglichkeit: dem Bewusstsein, dass die Wahrheit als Ursache der Erkenntnis ontologisch fehlt. Oder, um Lacan zu zitieren: &#8222;Il n&#8217;y a de cause que de ce qui cloche&#8220; (&#8222;Es gibt nur eine Ursache in dem, was nicht funktioniert&#8220;)[vi] Das ist die Wissenschaft, für die es sich zu kämpfen lohnt.</p>



<p>Während die treibenden Voraussetzungen des Systems (das wertschöpfende Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit) nicht mehr funktionieren, erlaubt der Covid-Köder dem Kapitalismus einmal mehr, jede ernsthafte Untersuchung seiner strukturellen Krankheit und seiner laufenden Transformation auszusetzen. Die Klinik der Neurose zeigt uns, wie sehr sich der durchschnittliche Neurotiker einen Meister wünscht, dessen Aufgabe es ist, ihm zu versichern, dass seine Welt auf einem soliden Fundament steht. Neurotiker hängen oft so verzweifelt an ihrem Machtgefüge, dass sie zu Perversen werden, um dessen Funktionieren zu sichern &#8211; wie ein Masochist, der seiner Domina begierig die Peitsche reicht. Perversion funktioniert wie ein Befehl, um das Machtverhältnis zu genießen, und zeitgenössische Subjekte unterwerfen sich oft bereitwillig der Macht in einem verzweifelten Versuch, sie zu festigen. Leider werden die konservativen Strukturen der Neurose und Perversion oft von &#8222;progressiven Köpfen&#8220; (einschließlich liberaler und radikaler Linker) geteilt, deren Engagement sich in Tugendhaftigkeit oder der Teilnahme an verschwörungstheoretischen Schamspielen erschöpft.</p>



<p>Und doch ist noch nicht alles verloren. Trotz der unaufhaltsamen Konvergenz von Wissenschaft und Kapitalismus bei der Schaffung eines wasserdichten Glaubenssystems, das abweichende Meinungen ausschließt, wird es unserem erfolgreich paranoiden Universum nicht gelingen, seine Struktur zu totalisieren. Paradoxerweise ist die derzeitige Verfolgung der Menschheit vielleicht die beste Chance für einen radikalen Widerstand gegen das kommende Regime der kapitalistischen Akkumulation und seine unerbittliche Notstands-Erpressung.</p>



<p>Im Original erschienen bei <a href="https://thephilosophicalsalon.com/the-central-bankers-long-covid-emergency-noise-and-conspiracys-best-kept-secret/">The Philosophical Salon</a>.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:26% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/bankendaemmerung.html"><img decoding="async" width="363" height="517" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/11/170731_hetzer_cover.jpg" alt="" class="wp-image-2143 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/11/170731_hetzer_cover.jpg 363w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/11/170731_hetzer_cover-211x300.jpg 211w" sizes="(max-width: 363px) 100vw, 363px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p><strong>Wolfgang Hetzer: Bankendämmerung</strong></p>



<p>Seit Jahren steht die Deutsche Bank im Zentrum einer Krise, die sie nicht bewältigen kann. Infolge einer langen Kette an Verfehlungen ist sie national und international zu einem Risikofaktor geworden. Einst Partner der deutschen Industrie und Flaggschiff der heimischen Wirtschaft, wurde ihr der Traum von der „»globalen Bank« zum Verhängnis. Durch die Übernahme britischer und amerikanischer Investmentbanken hielt ein anderer Geist Einzug in das vormals als bieder geltende Kreditinstitut.</p>



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			</item>
		<item>
		<title>Abkehr vom Individualismus</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/allgemein/abkehr-vom-individualismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2021 12:25:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schaumschlägereien: Weltwirtschaft und Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>im Gespräch mit Prof. Dr. Stefan Kofner vom 19. Juli 2021. Der gegenwärtige Sozialstaat ist nicht sozial, sondern hat viele Gemeinschaften schwer beschädigt, die früher &#8230; </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h5 class="wp-block-heading"><em>im Gespräch mit  Prof. Dr. Stefan Kofner</em> vom 19. Juli 2021.</h5>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/07/abkehr-vom-individualismus-1024x777.jpg" alt="" class="wp-image-2058" width="512" height="389" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/07/abkehr-vom-individualismus-1024x777.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/07/abkehr-vom-individualismus-300x228.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/07/abkehr-vom-individualismus-768x583.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/07/abkehr-vom-individualismus.jpg 1213w" sizes="(max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>


<p>Der gegenwärtige Sozialstaat ist nicht sozial, sondern hat viele Gemeinschaften schwer beschädigt, die früher den sozialen Zusammenhalt garantierten. Aus diesem Grund plädiert <a href="https://www.manuscriptum.de/gemeinsinn-und-pflicht.html">Prof. Dr. Stefan Kofner</a> für einen „subsidiären Rückbau des Sozialstaates“ und sieht eine „raumbezogene Identitätspolitik“ zur Eindämmung der Globalisierung als ein notwendiges „Jahrhundertprojekt“ an. Im Gespräch mit Manuscriptum skizziert er, wie diese Tiefenreform gelingen kann, auch wenn sich einige Regionen bereits in einem demographischen Teufelskreis befinden.</p>



<p><strong>Manuscriptum: Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Kofner, Sie unterrichten an der Hochschule Zittau/Görlitz. Nun wird über diese Region, die Lausitz, derzeit viel gesprochen. Stichwort: Kohleausstieg und „Strukturwandel“. Wie kann dieser Strukturwandel gelingen und wo sehen Sie Schwächen bei der Unterstützung „abgehängter“ Regionen?</strong></p>



<p><strong>Prof. Dr. Stefan Kofner: </strong>Zunächst einmal: Strukturwandel ist kein Selbstläufer, selbst wenn noch so viele staatliche Mittel bereitstehen. Bei weitem nicht jedes geförderte Projekt zieht eine selbsttragende, nachhaltige Entwicklung nach sich. Und je mehr Mittel in einer Region in einem bestimmten Zeitraum verteilt werden müssen, desto mehr Ineffizienz und Verschwendung handelt man sich ein.</p>



<p>Wie ist die Lage bei uns? Wenn man sich die üblichen Indikatoren für die sprichwörtlichen „gleichwertigen Lebensverhältnisse“ ansieht, liegt mein Heimat-Landkreis Görlitz überall ganz weit hinten: Die Bevölkerung soll nach der Prognose der Landesstatistik zwischen 2018 und 2035 um weitere elf Prozent schrumpfen. Es gibt immer weniger junge Menschen und hinzu kommt, daß der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluß über zehn Prozent liegt und nicht mal ein Viertel eines Altersjahrgangs das Abiturmacht.</p>



<p>Bei der anhaltenden Abwanderung und Schrumpfung ist es völlig unklar, woher die zukünftigen Fach- und Führungskräfte für Wirtschaft und Verwaltung in der Region kommen sollen. Löhne und Kaufkraft sind sehr niedrig, die Unterbeschäftigung ist zweistellig und 15 Prozent der Kinder unter drei Jahren leben in Hartz IV-Haushalten. Auf mittlere Sicht wird auch die Erwerbstätigenzahl zurückgehen und dann wird das reale BIP im Landkreis zu schrumpfen beginnen. Und dieser geprügelten Region entzieht man jetzt ihren wichtigsten industriellen Kern.</p>



<p>Für eine Rettung könnte es bereits zu spät sein. Die ganze Region befindet sich mitten in einem demographischen Teufelskreis. Gegenmaßnahmen müßten direkt an der Demographie ansetzen. Abwanderungstoppen, Fertilität steigern auf über drei Kinder je Frau und kulturell kompatible Zuwanderung, aber das ist viel leichter gesagt als getan. Es bringt auch nicht so viel, ein Forschungsinstitut nach dem anderen hieranzusiedeln, wenn der Fachkräftemangel der Flaschenhals ist. Die Lage ist so ernst, daß man über ungewöhnliche Maßnahmen nachdenken muß.</p>



<p>Es bräuchte eine Bevölkerungspolitik, die gezielt in den demographisch benachteiligten Regionen wirkt. Man müßte die Kinder gleichsam<strong> „</strong>vergolden“ und ihnen die bestmögliche Ausbildung mit auf den Weg geben. Und ihnen Lebenschancen eröffnen in Form interessanter und gut bezahlter Arbeitsplätze. Man muß die komplette Klaviatur der Bevölkerungspolitik aktivieren. Besonders wichtig sind auch regionale und personale Haltefaktoren wie zum Beispiel langfristige Ansässigkeit(auch der Vorfahren), Grundbesitz, sprachliche und kulturelle Identität(das Heimatgefühl) und soziale Netzwerke.</p>



<p>Denn die kulturelle Globalisierung wirkt mit der wirtschaftlichen Globalisierung zusammen und sie werden ganze Landstriche entvölkern, wenn wir die Bremse nicht finden.</p>



<p><strong>Der weltbekannte Ökonom Paul Collier hat in seinem Manifest für einen sozialen Kapitalismus eine Besteuerung der Agglomerationsgewinne vorgeschlagen. Mit diesen Mitteln sollte dann die Infrastruktur in ländlichen Räumen gestärkt werden. Was halten Sie von dieser Idee der regionalen Umverteilung?</strong></p>



<p>Der von mir sehr geschätzte Collier will das tatsächlich mit der Einkommensteuer machen. Das würde also bedeuten, in Düsseldorf zahlt man unter ansonsten gleichen Bedingungen deutlich mehr Einkommensteuer als in einem Dorf im Siegerland. Das gesamte Bundesgebiet müßte dafür in Wohlfahrtsstufen eingeteilt werden – so ähnlich wie bei den Mietenstufen beim Wohngeld. Außerdem sollen die Mehreinnahmen aus den reichen Städten in der Provinz wieder ausgeteilt werden und zwar in Form von Risikokapital für Pioniere, Infrastruktur-und in Hochschulförderung.</p>



<p>Im Prinzip ist dieser Ansatz richtig, denn die Vorteile des Freihandels und der Globalisierung verteilen sich keineswegs gleichmäßig im Raum und die Regionen, die von der Globalisierung per Saldo Nachteile haben, können zu Recht Anspruch auf einen Ausgleich anmelden. Es würden also Anreize gesetzt, gar nicht erst in die reichen Metropolen zu ziehen bzw. diese zu verlassen und in den demographisch benachteiligten Regionen zu verbleiben bzw. dorthin zu ziehen.</p>



<p>Man muß sich aber darüber klar sein, daß man hier versucht, endogenen zirkulären Prozessen sowohl in den Metropolen als auch in der Provinzentgegenzuwirken. Man verzichtet auf einen Teil der Vorteile räumlicher Nähe und Dichte etwa für die Rekrutierung von Fachkräften oder die Übertragung von Wissen. Insoweit gibt es einen Widerspruch zu der vorherrschenden gesamtwirtschaftlichen Wachstumsdoktrin.</p>



<p>Ein Hoffnungswert ist in diesem Zusammenhang die Digitalisierung: Die mit der räumlichen Nähe zu anderen Unternehmen verbundenen firmenexternen Skalenerträge verlieren aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung aller Lebensbereiche allmählich an Bedeutung. Die Kostender Dezentralität sinken und das eröffnet Spielräume für die Schrumpfung von Städten.</p>



<p>In Colliers Ansatz bekäme der Staat allerdings ein weiteres Umverteilungsinstrument in die Hand, wobei man seine Fähigkeiten zur effizienten Kapitallenkung nicht überschätzen sollte. Ich neige daher dazu, in der Hauptsache mit steuerlichen Anreizen zu operieren, also Steuern nach demographischen und wirtschaftlichen Kriterien zu differenzieren. Das betrifft nicht nur die Einkommensteuer, sondern etwa auch die Grund- und die Grunderwerbsteuer.</p>



<p>Hinzutreten muß eine raumbezogene Identitätspolitik, die besonders die kulturelle Dimension der Globalisierung eindämmt, um regionale soziale Systeme zu stabilisieren. Konkret heißt das regionale Arbeitsteilung, traditionelle regionstypische Gewerbe und Berufe, Bewahrung von Landschaft und Natur, in der Politik Subsidiarität, Dezentralisierung und Partizipation, Dialekt sowie regionale Mode, Küche, Musik, etc.</p>



<p>Das Heimatgefühl der Menschen ist die letzte Haltelinie.&nbsp;</p>



<p><strong>In Ihrem eigenen, neuen Buch </strong><a href="https://www.manuscriptum.de/gemeinsinn-und-pflicht.html"><strong><em>Gemeinsinn und Pflicht</em></strong></a><strong> schreiben Sie, der Staat dürfe nicht als „oberster Gestalter“ in Erscheinung treten, sondern müsse „Aufgaben an die solidarischen Gemeinschaften“ abgeben. Wie soll das praktisch funktionieren, wenn es immer weniger soziale Verbundenheit gibt und viele Vereine unter Mitgliederschwund leiden?</strong></p>



<p>Ich glaube, daß der Gemeinsinn als Wert, als Lebenshaltung darunter gelitten hat, daß der moderne unitarische Sozialstaat im Laufe der Zeit immer mehr Aufgaben an sich gezogen hat, die früher solidarisch und subsidiär in der Familie, in freiwilligen Gemeinschaften, Nachbarschaften, Gewerkschaften, Krankenorden oder ehrenamtlich gelöst worden sind. Natürlich kann man sich fragen, was kam zuerst, das Ei oder die Henne. Hat der Staat womöglich nur auf die Erosion von Gemeinsinn und Pflicht reagiert?</p>



<p>Ich meine, daß der Staat die Menschen aktiv entmündigt, ihnen Eigenverantwortung und Nächstenliebe regelrecht ausgetrieben hat. Er hat auf den gesellschaftlichen Wandel nicht nur passiv reagiert, sondern den fatalen individualistischen Wertewandel aktiv gefördert. Ich denke da insbesondere an die Rolle von Kindern und Familien in unserer Gemeinschaft.</p>



<p>Wie kann die Transformation, der subsidiäre Rückbau des Sozialstaates funktionieren? Einfach wird das nicht. Zunächst einmal muß die Politik wie bei den Hartz-Reformen Führung zeigen und den Rückbau ankündigen und erklären. Die Bürger müssen begreifen, daß sie wieder mehr Verantwortung für sich selbst und ihre Nächsten übernehmen müssen. Und sie müssen verstehen, daß der Bund – und schon gar nicht die EU – nicht mehr die zentrale Adresse für alle sozialen Probleme ist.</p>



<p>Die Zuständigkeiten werden dezentralisiert und regionalisiert und zum Teil werden gemeinnützige und private Träger soziale Aufgaben unter staatlicher Aufsicht übernehmen. Es geht nicht nur darum, was der Einzelne für sein Land tun kann, sondern auch darum, wie der Einzelne sich selbst und den Menschen, denen er sich gemeinschaftlich verbunden fühlt, helfen kann. Insoweit braucht es eine politische Rahmenerzählung als Klammer. Eine Wende, eine Abkehr von dem selbstbezogenen Individualismus. Einen fundamentalen Wertewandel hin zum <em>Homo socialis</em>.</p>



<p>Natürlich ist das eine Tiefenreform, ein Jahrhundertprojekt. Das liegt aber daran, daß wir schon jahrzehntelang mit Volldampf in die falsche Richtung gefahren sind. Der unitarische Sozialstaat ist ein Moloch, der doch jetzt – für jeden erkennbar, etwa in der Rentenversicherung – endgültig an seine finanziellen Grenzen stößt.</p>



<p><strong>Bereits 1924 hat Hellmuth Plessner eine „Kritik des sozialen Radikalismus“ vorgenommen und die „Grenzen der Gemeinschaft“ aufgezeigt. Die Quintessenz dabei: Gemeinschaften könnten nur im sehr kleinen Rahmen lebendig sein. Darüber hinaus brauche es aber die Sphäre der Gesellschaft, die gerade davon lebe, dass sich die Menschen rational und emotionslos begegnen, um ihre Geschäfte zu regeln. Inwiefern berücksichtigen Sie diesen Einwand bei Ihrem Bemühen um eine kommunitaristische Ökonomie?</strong></p>



<p>Plessner hat sich mit dem von Ferdinand Tönnies eingeführten Gegensatz zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft auseinandergesetzt. Nach Tönnies sind Gemeinschaften organisch gewachsen und Gesellschaften künstlich geschaffen. Die Gemeinschaft ist instinktiv, emotional und tradiert, die Gesellschaft dagegen zweckrational und künstlich. In der Gemeinschaft geht das Ganze den Teilen voraus (Familie, Dorfgemeinschaft, Freundschaft) und die Menschen verhalten sich altruistisch, während in der Gesellschaft jeder gegen jeden kämpft &#8211; innerhalb des staatlichen Ordnungsrahmens.</p>



<p>Aus anthropologischer Sicht sind große Gemeinschaften in diesem Sinne in der Tat schwer vorstellbar. In der Periode der Jäger und Sammler bestand eine umherziehende Gruppe aus gut 100 Menschen, die sich alle ganz gut kannten. Ein moderner Staat kann aber nicht nur auf Solidarität in solchen Kleinstgemeinschaften gebaut werden. Es braucht auch einen Zusammenhalt außerhalb der Kleingruppen wie Familie, Dorfgemeinschaft, Kleingartenverein oder freiwillige Feuerwehr.</p>



<p>Plessners Behauptung, die Gemeinschaft „vergewaltige“ das Grundbedürfnis des Menschen nach Selbstentwurf und Selbstverwirklichung, indem sie ihn auf ein Bild, eine einzige Idee einschwöre, trifft nur auf totalitäre übergreifende Gemeinschaften zu. Aber nicht jede identitätsmäßige Großgemeinschaft ist totalitär – das ist ein großer Irrtum.</p>



<p>Territorien können als Bestandteil der Ich- und der Gruppenidentität wahrgenommen werden. Ein räumliches „Zusammengehörigkeitsgefühl“ kann entstehen und dann stellt sich ganz spontan eine geteilte Loyalität gegenüber dem Ort und seinen Bewohnern ein, ohne daß man die anderen Ansässigen alle persönlich kennen würde. Menschen identifizieren sich mit ihrer Nachbarschaft, ihrem Kiez, ihrer Stadt, ihrer Region, mit ihrem Heimatland. Die Nation, das Vaterland ist in diesem Sinne eine „Gemeinschaft der Gemeinschaften“, die Klammer um alles.</p>



<p>Menschen, die identitätsmäßige Bindungen empfinden, sind unter Umständen bereit, sich selbstlos für die Identitätsgemeinschaften einzusetzen, denen sie angehören. Gemeinsame Ziele und geteilte Grundwerte sind natürlich hilfreich, wenn nicht erforderlich, aber einer Nation muß nicht eine starre politische Philosophie zugrunde liegen. Der Mensch ist mehr soziales Wesen als Individuum.</p>



<p><strong>Herr Prof. Dr. Kofner, vielen Dank für das Gespräch!</strong></p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:20% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/gemeinsinn-und-pflicht.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="637" height="1024" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/06/650x1050_gemeinsinn-und-pflicht-637x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2036 size-full" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/06/650x1050_gemeinsinn-und-pflicht-637x1024.jpg 637w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/06/650x1050_gemeinsinn-und-pflicht-187x300.jpg 187w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2021/06/650x1050_gemeinsinn-und-pflicht.jpg 650w" sizes="auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<p><strong>Stefan Kofner: Gemeinsinn und Pflicht.</strong> </p>



<p>Dieses Buch diskutiert die Rolle kommunitaristischer Ideen bei der Behandlung der Grundfragen der Wirtschafts- und Ordnungspolitik. Auf der Grundlage der kommunitaristischen Philosophie wird erstmals versucht, die theoretischen Grundlagen einer Kommunitaristischen Ökonomik zu umreißen. Da sich das Wertesystem des Kommunitarismus in wesentlichen Fragen von denen des Liberalismus und des Sozialismus unterscheidet, ergibt sich auch ein ganz anderes Verständnis der Rollen von Individuen, Unternehmen und Gemeinschaften in einer kommunitarischen Wirtschaftsordnung. Auch die Rolle des Staates ist eine gänzlich andere. Eine kommunitarische Wirtschaftsordnung zielt auf eine ethische und solidarische Vervollkommnung des Kapitalismus ab, ohne dabei einen starren Endzustand anzustreben oder einen starren Weg dahin vorzugeben. Der Kommunitarismus ist nach dem hier vertretenen Verständnis eine Graswurzelbewegung, wobei dem Staat eine aktivierende Rolle zugemessen wird.</p>



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			</item>
		<item>
		<title>Theologie der Vernunft</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/schaumschlaegereien-weltwirtschaft-und-finanzen/theologie-der-vernunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Nov 2019 10:52:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schaumschlägereien: Weltwirtschaft und Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von Felix Menzel vom 27. November 2019. Erstaunlich viele Ökonomen und Soziologen haben sich mit dem Zusammenhang von Wirtschaft und Religion beschäftigt. Zunächst ist hier &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/schaumschlaegereien-weltwirtschaft-und-finanzen/theologie-der-vernunft/">Theologie der Vernunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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<h5 class="wp-block-heading">von Felix Menzel vom 27. November 2019.</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/bb69c946e8919db3933f8d62923b3708.png" alt="" class="wp-image-384" width="256" height="255" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/bb69c946e8919db3933f8d62923b3708.png 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/bb69c946e8919db3933f8d62923b3708-300x300.png 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/bb69c946e8919db3933f8d62923b3708-150x150.png 150w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/bb69c946e8919db3933f8d62923b3708-768x766.png 768w" sizes="auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px" /></figure></div>



<p>Erstaunlich viele Ökonomen und Soziologen haben sich mit dem Zusammenhang von Wirtschaft und Religion beschäftigt. Zunächst ist hier natürlich Max Weber mit seiner Schrift <em>Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus</em> zu nennen. Weber führt darin aus, daß im Christen- und Judentum bereits weit vor Martin Luther eine asketische Arbeitsethik etabliert wurde, die besagte, man solle in der Gegenwart sparen, um in der Zukunft umso mehr schaffen zu können. Protestantische Religionen hätten diese Idee dann auf die Spitze getrieben.</p>



<p>Beachtung verdient außerdem Alfred Müller-Armack. Der Wortschöpfer der „Sozialen Marktwirtschaft“ veröffentlichte 1959 eine über 600-seitige Abhandlung über <em>Religion und Wirtschaft</em>. Darin spricht er ebenfalls von einer „neuen Arbeitsgesinnung“, die weit über das antike Erbe hinausreiche. Im Gegensatz zu Weber begriff Müller-Armack jedoch die wirtschaftssoziologischen Folgen dieser Entdeckung besser. Ähnlich wie Hans Blumenberg beschrieb er, daß die christlichen Europäer spätestens in der Neuzeit nicht mehr an Fort-Schritten interessiert waren, sondern das Unmögliche möglich machen wollten. Statt einen eingeschlagenen Weg fortzusetzen, setzten sie zu großen Sprüngen an und entfesselten so die Dynamik des Kapitalismus.</p>



<p>Es ist naheliegend, hier Utopismus und Größenwahn zu wittern, der in politischen Religionen enden kann. Eric Voegelin meinte, das Christentum sei dafür besonders anfällig, weil es eine recht anspruchsvolle, intellektuelle Religion sei, die gerade dadurch aber die Intellektuellen einlade, sich selbst daran zu versuchen, einen neuen Glauben bzw. eine neue Kirche zu stiften.</p>



<p>Die Neigung, den eigenen Glauben ständig zu hinterfragen, kann daher nach kritisch-konservativer Lesart für die grauenhaften, totalitären Verfehlungen der Europäer mitverantwortlich gemacht werden. Darüber hinaus bietet diese Interpretation einen Zugang zum Verständnis der Beliebigkeit des Christentums in der Gegenwart. Wenn heute ein evangelischer Gottesdienst wie ein Rockkonzert anmutet, dann liegt das an der schier grenzenlosen Anpassungsfähigkeit dieser Religion.</p>



<p>Der amerikanische Religionssoziologe Rodney Stark betrachtet diese Anpassungsfähigkeit in seinem wirklich herausragenden Buch <em><a href="https://www.manuscriptum.de/der-sieg-des-abendlandes-christentum-und-kapitalistische-freiheit.html">Der Sieg des Abendlandes. Christentum und kapitalistische Freiheit</a></em>, das soeben in der Edition Sonderwege erschienen ist, nun aber ganz anders. Zum einen ist das ausgesprochen erhellend. Zum anderen jedoch irritierend, weshalb ich zwei Beiträge brauche, um mich umfassend zu seinem Gedankengebäude äußern zu können.</p>



<p>Zunächst: Wer das Buch liest, kann sich schnell vom konventionellen Geschichtsbild aus Schulzeiten verabschieden. Stark verwirft die übertriebene Glorifizierung der Antike. Er relativiert die neuen Erkenntnisse der Renaissance und Aufklärung. Stattdessen arbeitet er minutiös heraus, daß im Mittelalter die Ursprünge der Wissenschaft und des technischen Fortschritts liegen. Nur weil die christlichen Europäer die Schattenseiten der Sklaverei erkannten, kamen sie z.B. früh auf die Idee, auf „erneuerbare Energien“ wie Wind- und Wasserkraft zu setzen.</p>



<p>Moralische Bedenken waren hier ausschlaggebend und mitnichten eine asketische Arbeitsethik. Diese war trotzdem wirkmächtig. Bereits im 6. Jahrhundert erklärte Benedikt von Nursia: „Die Trägheit ist der Feind der Seele.“ In diesem Satz steckt viel Wahrheit: Es ging eben nicht darum, mit Luxusgesetzen Ausschweifungen zu verbieten, sondern vielmehr den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Denn nur in einem gesunden Körper, kann ein gesunder Geist wachsen.</p>



<p>Im Gegensatz zum Islam mit seinem „extrem tatkräftigen Gott, der genau so weit in die Welt eindringt, wie er es für angemessen hält“ und damit strenge Befehle erteilt, lehre das Christentum jedoch, daß „die Sünde eine persönliche Angelegenheit sei“, um die sich jedes Individuum selbst zu kümmern habe, unterstreicht Rodney Stark.</p>



<p>Das setzte die ungeahnten Kräfte der Vernunft frei. Stark zeigt sich optimistisch, daß mit ihnen auch die Herausforderungen der Zukunft bewältigt werden können. Müssen wir also keine Sorge vor einer Islamisierung des Abendlandes haben? Damit wird sich mein zweiter Beitrag beschäftigen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>(Bild: Logo der ersten europäischen Universität in Bologna)</p></blockquote>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/der-sieg-des-abendlandes-christentum-und-kapitalistische-freiheit.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="650" height="1025" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/der_sieg_des_abendlandes.jpg" alt="" class="wp-image-377" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/der_sieg_des_abendlandes.jpg 650w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/der_sieg_des_abendlandes-190x300.jpg 190w" sizes="auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h5 class="wp-block-heading">Rodney Stark: Der Sieg des Abendlandes. Christentum und kapitalistische Freiheit.</h5>



<p>Das Mittelalter, die menschheitsgeschichtlich gigantische Epoche zwischen dem 6. und dem 15. Jahrhundert, soll also „finster“ und „dumpf“ gewesen sein? Eine Karenzzeit der geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Stagnation, die erst durch Reformation und Aufklärung beendet werden konnte? Alles Unfug! </p>



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		<title>Umsteuern mit Deflation</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/schaumschlaegereien-weltwirtschaft-und-finanzen/umsteuern-mit-deflation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Nov 2019 13:22:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schaumschlägereien: Weltwirtschaft und Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von Felix Menzel vom 14. November 2019. Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist wesentlich getrieben von der Angst vor einer Deflation. Warum es diese &#8230; </p>
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<h5 class="wp-block-heading">von Felix Menzel vom 14. November 2019.</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/65cc4178783a124c3c10bdd4ee7f04aa-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-388" width="512" height="342" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/65cc4178783a124c3c10bdd4ee7f04aa-1024x683.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/65cc4178783a124c3c10bdd4ee7f04aa-300x200.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/65cc4178783a124c3c10bdd4ee7f04aa-768x512.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/65cc4178783a124c3c10bdd4ee7f04aa-1536x1024.jpg 1536w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/65cc4178783a124c3c10bdd4ee7f04aa.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>



<p>Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist wesentlich getrieben von der Angst vor einer Deflation. Warum es diese Angst gibt, ist schnell erklärt:</p>



<p>Investiert ein Unternehmen 100.000 Euro, so geschieht dies immer in der Annahme, danach die hergestellten Produkte oder Dienstleistungen gewinnbringend verkaufen zu können. Sagen wir einmal für mindestens 120.000 Euro. Kommt es aber zu einer Deflation, sind die Güter nur noch 80.000 oder 90.000 Euro wert.</p>



<p>Das ist natürlich fatal. Mitarbeiter müssen womöglich entlassen werden. Der Investor oder Unternehmer sieht keine Rendite und die Neigung, neue Projekte anzugehen, nähert sich dem Nullpunkt.</p>



<p>Müssen wir deshalb, „koste es, was es wolle“ (Mario Draghi), das von der EZB vorgegebene Inflationsziel von rund zwei Prozent erreichen, auch wenn das den Nebeneffekt einer schleichenden Enteignung der Bürger mit sich bringt?</p>



<p>Jörg Guido Hülsmann <em><a href="https://www.manuscriptum.de/die-ethik-der-geldproduktion.html">(Die Ethik der Geldproduktion)</a> </em>sagt dazu entschieden „Nein“. Seine Argumentation: Eine Deflation geht nur bei chronisch und übermäßig überschuldeten Unternehmen tödlich aus. Finanziell gesund aufgestellte Unternehmen können einen Rückgang der Preise dagegen verkraften. Das tatsächliche Hauptproblem ist damit nicht mehr die Optimierung der Inflationsrate, sondern die weltweiten Schulden in Höhe von aktuell 244 Billionen Dollar.</p>



<p>Nehmen wir rein hypothetisch an, eine Regierung oder Notenbank würde sich dazu entschließen, hier auf die Bremse zu treten. Was wären die unmittelbaren Folgen? Um dies beurteilen zu können, bietet sich ein Blick in die Geschichte an. Eine deflationäre Konsolidierung wird in Deutschland vor allem abgelehnt, weil Reichskanzler Heinrich Brüning (Zentrumspartei) Anfang der 1930er-Jahre diesen Kurs einschlug und somit sehr einfach suggeriert werden kann, Deflation bringe womöglich einen neuen <a href="https://www.manuscriptum.de/hitler-in-uns.html">Hitler</a> hervor.</p>



<p>Hülsmann weist in dem Buch <em>Krise der Inflationskultur</em> (2013) allerdings darauf hin, daß Robespierre „seine Schlächtereien unter einer galoppierenden Inflation“ begann. Außerdem werde die tatsächliche Situation der europäischen und deutschen Wirtschaft um das Jahr 1932 verzerrt dargestellt.</p>



<p>Richtig ist: Brüning nahm mit seiner Politik vorübergehend eine höhere Arbeitslosigkeit in Kauf, um einen Ausweg aus der Schuldenwirtschaft zu finden. Falsch ist aber, daß dies zu Hitler führte. „Die deutsche Wirtschaft befand sich im zweiten Halbjahr 1932 bereits wieder in einem leichten Aufschwung, und die nächsten Reichstagswahlen standen erst 1934 an“, doziert Hülsmann, der im Protektionismus der USA die eigentliche Ursache der damaligen Lähmung der Weltwirtschaft sieht. Deutschland habe sich davon übrigens im Gegensatz zu anderen Staaten „relativ schnell und relativ gut“ erholt.</p>



<p>Man kann daraus lernen, daß die Politik für eine ungeliebte Roßkur den richtigen Zeitpunkt treffen muß. Dies ist ohne Frage ein Balanceakt mit ungewissem Ausgang. Aufgrund des Erfolgs der AfD und anderer „Populisten“ in Europa dürften die Eliten davor derzeit eher zurückschrecken und hoffen, eine noch höhere Dosis der altbekannten Medizin zeige die erwünschte Wirkung. Die Gefahr besteht jedoch, daß sie genau damit den Patienten vergiften.</p>



<p>Es ist deshalb ratsam, ganz nüchtern über die Deflation nachzudenken. Die Furcht vor einem Aufschieben aller Kaufentscheidungen der Konsumenten dürfte maßlos übertrieben sein. Wer jedes Jahr in den Urlaub fahren möchte, wird darauf nicht in der Annahme sinkender Preise verzichten. Denn zwei Sommerurlaube in einem Jahr dürften allein schon an beruflichen Verpflichtungen scheitern.</p>



<p>Ähnliches ist bei Unternehmen zu berücksichtigen: Sie wären dumm, ihre wertschöpfenden Investitionen ewig in die Zukunft zu vertagen, weil sie im Wettbewerb stehen und sich zuerst ein bestimmtes Alleinstellungsmerkmal sichern möchten und müssen. Die Demographie ist ein weiterer Faktor: Deutschland muß in Zeiten des „Fachkräftemangels“ keine Massenarbeitslosigkeit befürchten. Wir sind im Gegensatz zu den 1930er-Jahren in der Lage, uns gesundschrumpfen zu können.</p>



<p>Das sollten wir nutzen und die Deflation von einer anderen Seite als aktuell üblich betrachten: Sie belohnt die einfachen Sparer, deren Vermögenswerte steigen. Das ist gut für die Altersvorsorge und bringt Sicherheit, die es erlaubt, unternehmerische Risiken einzugehen. Wahrlich eine Katastrophe ist die Deflation dagegen für die sich ständig vermehrenden Zombies – also jene hochverschuldeten Unternehmen, die nur dank der Nullzinsen überleben.</p>



<p>Wir stehen somit am Scheideweg: Wollen wir eine Schuldenwirtschaft, die es nötig macht, die Finanzmärkte zu subventionieren und daher Wertabschöpfungen im großen Stile über Immobilien und Aktien begünstigt? Oder wollen wir eine Kultur des Sparens etablieren, aus der heraus innovative Wertschöpfungen angestoßen werden?</p>



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<div class="wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:23% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><a href="https://www.manuscriptum.de/die-ethik-der-geldproduktion.html"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="468" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/die_ethik_der_geldproduktion.jpg" alt="" class="wp-image-389" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/die_ethik_der_geldproduktion.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/die_ethik_der_geldproduktion-192x300.jpg 192w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure><div class="wp-block-media-text__content">
<h5 class="wp-block-heading">Jörg Guido Hülsmann: Die Ethik der Geldproduktion</h5>



<p>Unsere modernen Währungssysteme wurden geschaffen, um Krisen zu bekämpfen und Wohlstand zu sichern. Aber die Finanzmärkte brechen immer wieder ein; es herrscht fortwährend Alarmstimmung. Liegt hier ein Fehler im System?</p>



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		<title>&#8222;Mietwahnsinn&#8220; und die Tyrannei der Menge</title>
		<link>https://blog.manuscriptum.de/schaumschlaegereien-weltwirtschaft-und-finanzen/mietwahnsinn-und-die-tyrannei-der-menge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[supervisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Apr 2019 10:13:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schaumschlägereien: Weltwirtschaft und Finanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von Felix Menzel vom 17. April 2019. In Deutschland tobt eine Debatte über „Mietenwahnsinn“ in den Großstädten. Tausende gehen auf die Straße.&#160;Der Spiegel&#160;läßt Heuschrecken mit &#8230; </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/schaumschlaegereien-weltwirtschaft-und-finanzen/mietwahnsinn-und-die-tyrannei-der-menge/">&#8222;Mietwahnsinn&#8220; und die Tyrannei der Menge</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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<h5 class="wp-block-heading">von Felix Menzel vom 17. April 2019.</h5>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/314d0e7b80fd876f6a9a6789b917d2c1-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-578" width="512" height="341" srcset="https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/314d0e7b80fd876f6a9a6789b917d2c1-1024x682.jpg 1024w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/314d0e7b80fd876f6a9a6789b917d2c1-300x200.jpg 300w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/314d0e7b80fd876f6a9a6789b917d2c1-768x512.jpg 768w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/314d0e7b80fd876f6a9a6789b917d2c1-1536x1024.jpg 1536w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/314d0e7b80fd876f6a9a6789b917d2c1-700x465.jpg 700w, https://blog.manuscriptum.de/wp-content/uploads/2020/07/314d0e7b80fd876f6a9a6789b917d2c1.jpg 1925w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></figure></div>



<p>In Deutschland tobt eine Debatte über „Mietenwahnsinn“ in den Großstädten. Tausende gehen auf die Straße.&nbsp;<em>Der Spiegel</em>&nbsp;läßt Heuschrecken mit Schlüsselbund zeichnen und selbst Parlamentarier aus Regierungskoalitionen liebäugeln mit Enteignungen.</p>



<p>Die Schuldigen der Misere sind dabei schnell ausgemacht: Renditegierige Spekulanten sorgten dafür, daß sich Familien keine großen Wohnungen mehr leisten könnten, so der Tenor. Linke und zum Teil auch rechte Populisten, die dieser Tage so argumentieren, mißachten in ihrem Furor jedoch die Fakten.</p>



<p>Wer in Immobilien investierte, konnte seit 1870 durchschnittlich mit einer Rendite von 8,7 Prozent rechnen. Doch ausgerechnet in den letzten Jahren hat sich dies gewandelt. Aktuell erzielen Vermieter nur noch Mietrenditen von drei bis vier Prozent. Mit Aktien ließ sich da zuletzt deutlich mehr Geld verdienen.</p>



<p>Die verzerrte Wahrnehmung der Öffentlichkeit hängt vermutlich maßgeblich mit zwei Dingen zusammen. Erstens ist das Bohren dicker Bretter unbeliebt. Die weitreichenden Folgen der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) für die entwerteten Vermögen der Deutschen, die Immobilienpreise und die Zombifizierung der Wirtschaft zu durchschauen, bedarf einiger Anstrengungen und sorgfältiger Differenzierungen. Es sei dazu&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/die-ethik-der-geldproduktion.html"><em>Die Ethik der Geldproduktion</em></a>&nbsp;von Jörg Guido Hülsmann empfohlen, der nachweist, warum es für Gelddrucken „keine haltbare wirtschaftliche, rechtliche, moralische oder spirituelle Rechtfertigung“ gibt.</p>



<p>Zweitens ist die räumliche Polarisierung in Deutschland zwischen Städten und ländlichen Regionen ein heikles Thema, weil man dem einfachen Volk dazu erklären müßte, daß eben nicht alle Menschen in Großstädten leben können. Dies auszusprechen, ist unpopulär und wird deshalb von Politikern aller Parteien vermieden.</p>



<p>Stefan Kofner, Professor für Immobilien- und Bauwirtschaft im sächsischen Zittau, ist einer der wenigen, der die fortgesetzte Urbanisierung im 21. Jahrhundert mit all ihren Facetten illustriert. Seine Globalisierungskritik setzt beim „Verlust von Kultur, Identität und Heimat“ an. Wer eine einheitliche Weltkultur propagiere, zerstöre „raumbezogene Identitäten“, betont Kofner, der einen Beitrag für das Buch&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/nachdenken-fuer-deutschland.html"><em>Nachdenken für Deutschland</em></a>&nbsp;beigesteuert hat.</p>



<p>Hinzu kam seit der Wende von 1989 eine Leuchtturmpolitik, die periphere Gegenden bewußt vernachlässigte. In den letzten 30 Jahren wurden allein in Sachsen 700 Bahnkilometer stillgelegt, statt die Infrastruktur auszubauen. Wenn die nächste Schule weder mit Bus noch Bahn erreichbar ist, schwindet logischerweise die Attraktivität des ländlichen Raumes.</p>



<p>Dies verursacht eine Negativspirale, mit der ganz Europa zu kämpfen hat. Während man in Ungarn und Polen mit Gesetzen zum Schutz kleiner Lebensmittelgeschäfte dagegen vorgeht und Frankreich inzwischen mit beachtlichem Erfolg Städter aus Paris in schicke Dörfer fährt, damit diese sich dort ansiedeln, dominiert in Deutschland die Resignation. Das ifo-Institut will sogar gleich ganze Dörfer schließen und stellt Menschen, die in die nächstgrößere Stadt ziehen, Prämien in Aussicht. Kofner indes hält eine „Wir lassen keine Gemeinde zurück“-Offensive für nötig.</p>



<p>Diese zu lenken und zu moderieren, sollte die Aufgabe der Konservativen sein, die noch nie etwas mit der großstädtischen Flexibilität und Bindungslosigkeit anfangen konnten. Allerdings gibt es da ein Problem, das mit den aktuellen Wahlerfolgen der patriotischen Opposition korrespondiert: AfD-Chef Alexander Gauland empfiehlt seinen Anhängern neuerdings ein selbstbewußtes Bekenntnis zum Populismus. Das birgt die Gefahr, in eine Abhängigkeit gewisser Stimmungen des Volkes zu geraten. Wenn 64 Prozent der Ostdeutschen sich derzeit für Enteignungen von großen Immobilienunternehmen aussprechen, ist es dann richtig, sich an die Spitze dieser Masse zu setzen?</p>



<p>Mit Edmund Burke, den Gauland in seiner&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/anleitung-zum-konservativsein.html"><em>Anleitung zum Konservativsein</em></a>&nbsp;genau so zitiert, läßt sich darauf antworten: „Die Tyrannei der Menge ist nur eine vervielfältigte Tyrannei.“ Der Grund dafür ist mit Schwarmverhalten gut umschrieben. Das heißt nicht, daß uns die Sorgen und Nöte der unteren Schichten egal sein sollten. Würde die Politik in Deutschland das Baugesetzbuch wie in den Niederlanden um ein Viertel aller Vorschriften entrümpeln und den Asylzuzug stoppen, gäbe es keinen „Mietenwahnsinn“ mehr.</p>



<p>An die Seite dieser materialistischen Betrachtung muß aber noch eine kulturelle treten, die zu hinterfragen hat, was die Freiheit des modernen Großstadtmenschen überhaupt wert ist, solange man nicht zu den reichen, kosmopolitischen „Anywheres“ aufsteigen kann. Thor Kunkel hat diese „Freiheit“ der Normalsterblichen, die lediglich in der Auswahl von TV-Sendern und Konsumgewohnheiten besteht, in seinem Roman&nbsp;<a href="https://www.manuscriptum.de/subs-455.html"><em>Subs</em></a>radikal in Zweifel gezogen.</p>



<p>Seinen Protagonisten, den Haussklaven Bartos, läßt er sagen: „Ist es wirklich amoralisch, Menschenmassen, die darauf angewiesen sind, dass man ihnen klare Richtlinien gibt – also in erster Linie die ungebildeten, antriebslosen Subproletarier –, in die Herrenhäuser und Mustergüter zu integrieren, statt sie der Verwahrlosung zu überlassen?“</p>



<p>Die „Unfreiheit in der Maske von Gleichheit und Freiheit“ sei das „wirklich Perverse“ an unserem System, findet Bartos. Das sind wahre Worte. Zugleich sollte klar sein, daß Kunkels Beschreibung einer Renaissance der Sklaverei nur der Zuspitzung dient. In der Realität würde dieses Szenario schon allein am Zahlenverhältnis scheitern. Sehr wenige Reiche mit protzigen Villen, die Hausdiener suchen, stehen einigen Millionen Menschen gegenüber, die auf eine Verbesserung ihrer Lebenssituation hoffen.</p>



<p>Am anstrengenden, bodenständigen Leben an einem Ort, den man sich nicht aussuchen konnte, aber dennoch liebt, führt somit für die Masse kein Weg vorbei. Soviel Realismus muß sein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://blog.manuscriptum.de/schaumschlaegereien-weltwirtschaft-und-finanzen/mietwahnsinn-und-die-tyrannei-der-menge/">&#8222;Mietwahnsinn&#8220; und die Tyrannei der Menge</a> erschien zuerst auf <a href="https://blog.manuscriptum.de">Manuscriptum</a>.</p>
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